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Pater Dietmar Weber über Heidhausen

Foto: Pater Dietmar Weber
Pater Dietmar Weber steht als Seelsorger der Filipino-Gemeinde seinen Mitmenschen zur Seite.
Kamillus- Haus in Essen-Heidhausen
"Abends ist das Kamillushaus erleuchtet. Viele Kinder sagen dann, das Haus sei wie das Schulschloss in den Harry Potter-Romanen."

Aus dem Süden Deutschlands kam Pater Dietmar Weber bereits 1974 ins beschauliche Heidhausen. Doch erst seit gut 20 Jahren fühlt er sich mit Haut und Haar als "echter" Bewohner des Stadtteils: "Das merkt man daran, dass ich sage ‚Ich fahre in die Stadt’, wenn ich nach Werden fahre", verrät Weber. Seinerzeit folgte Weber dem Ruf des Ordens der Kamillianer und übernahm später die Leitung der Fachklinik für Suchtkranke im Kamillushaus, hoch oben auf dem Heidhauser Berg. Heute steht er als Seelsorger der Filipino-Gemeinde seinen Mitmenschen zur Seite, genießt die Aussicht und die Kirschbaumblüte.

1974 erlebten Sie zum ersten Mal Ihre neue Heimat Heidhausen. Wie war das damals?

"An den ersten Tag in Heidhausen habe ich keine besondere Erinnerung. Für mich stand eher der Sprung in die neue Arbeit im Mittelpunkt. Diesen Schritt habe ich nie bereut, sie hat mich immer erfüllt. Ich war zwölf Jahre lang der Leiter der Fachklinik für Suchtkranke im Kamillushaus, Mittlerweile bin ich in den umliegenden Krankenhäusern als Seelsorger unterwegs."

Welche Eckchen in der Umgebung zeigen Sie Ihrem Besuch?

"Den Ausblick von hier oben, den zeige ich immer als erstes. Dann geht es runter nach Werden in die Altstadt, zur Basilika. Gerne zeige ich den ehemaligen Standort des einst schmalsten Hauses in Werden. Es stand in der Grafenstraße. Die Werdener Altstadt ist schön, sie hat einfach Charakter. Dort ist vieles sehenswert. Dort wo heute ein Modegeschäft ist, war einst das ältestes Werdener evangelische Pastorat. In der Altstadt sieht man noch die bergische Hausbau-Art: mit Fachwerk. Das ist außerordentlich typisch für die Region hier.

Aber ich zeige nicht nur Werden, auch Heidhausen: Das Kamillushaus selber ist übrigens auch typisch für die Region. Das war die damalige Bauart für Krankenhäuser. Oft werde ich gefragt, ob das hier früher mal ein Kloster war. War es nicht: Es war immer eine "Heilstätte für Trunksüchtige". Heute sagt man "Alkoholabhängige". Ein sehr historischer Ort, seit 1898 haben die Kamillianer hier den Sitz der deutschen Niederlassungen, also die Zentrale. Abends ist das Haus erleuchtet. Viele Kinder sagen dann, das Haus sei wie das Schulschloss in den Harry Potter-Romanen."

Ihr spontaner Ausgeh-Tipp für heute Abend?

"Sucht man ein Restaurant, muss man nicht weit weg. Man kann gutbürgerlich essen im Hespertal. Oder italienisch bei Omero, das Restaurant ist in der Nähe des Mariengymnasiums. Selbst Gruppenfeiern lassen sich hier ausrichten, wenn es mal größer wird: Im Essener BEW, also der Bildungsstätte für Entsorgungs- und Wasserwirtschaft an der Wimberstraße kann man den großen Raum mieten. Das geht dann natürlich nicht mehr ganz so spontan."

Haben Sie in Heidhausen einen richtigen Lieblingsort?

"Ich fühle mich hier zu Hause. Man muss dazu wissen, dass ich wirklich sehr viel von der Welt gesehen habe – außer Australien. An all diese anderen Orte denke ich manchmal, wenn ich einen Flieger am Himmel sehe. Aber: Der schönste Ort ist eben hier – rund herum in der Natur, im Garten des Kamillushauses, in Sichtweite der Kirschbäume."

Derzeit kann man nur mit Mütze und Schal vor die Tür. Welche Jahreszeit gefällt Ihnen in Heidhausen eigentlich am besten?

"Das ist das Frühjahr. Wenn die Kirschbäume am Kamillusweg weiß blühen, das ist herrlich. Die Bäume stehen auf einer grünen Wiese. Hier oben auf dem Heidhauser Berg sind aber auch die Sonnenuntergänge wundervoll, der Himmel ist ganz weit – egal in welcher Jahreszeit."

Welche Veranstaltung sollte man in Ihrem Stadtteil nicht verpassen?

"Es gibt den sehenswerten Weihnachtsmarkt und natürlich das Kamillusfest beispielsweise. Als Heidhauser besucht man aber ganz klar auch die Veranstaltungen in den umliegenden Stadtteilen."

Sicherlich haben Sie für neue Nachbarn ein paar Erkundungstipps zu sehenswerten Ecken Heidhausens zu denen man nur zu Fuß gelangt?

"Eigentlich bin ich nicht der große Spaziergänger. Aber es lohnt sich in Richtung Ruhrlandklinik zu laufen. Das hat etwas. Hier rundherum ist bergiges Land. Das ist ganz anders als im Tal, also in Werden. Man hat stets einen guten Rundumblick. Aber wie gesagt: Ich bin kein Bergsteiger oder Wanderer. Ich möchte gar nicht immer den Berg hinauf laufen. Aber daran kommt man hier kaum vorbei. Darum mag ich es viel lieber, das Ergometer zu nutzen, anstatt Rad zu fahren. Auf dem Heimtrainer gibt es schließlich keine Berge zu "erklimmen" – draußen schon."

Was wünschen Sie sich für Heidhausen?

"Was ich vermisse, sind die kleineren Ausgehmöglichkeiten. Denn im Grunde gibt es direkt auf der Hügelspitze des Heidhauser Berges nicht mehr so viel Angebote. Es gibt hier keine Geschäfte mehr. Einkaufen kann man erst wieder hinter der Tankstelle oder eben ein ganzes Stück den Berg hinunter auf der Höhe "Am Schwarzen". Das ist ein gutes Stück entfernt. Die Café-Landschaft ist nicht sonderlich ausgeprägt. Vieles ist mittlerweile geschlossen – wie das Restaurant Post, das es hier direkt an der Kreuzung gab, und der Ratskrug. Wer heute einen Kaffee mit Freunden trinken möchte, sollte darum eher einen Spaziergang in Werden einplanen."

Die Potentiale Heidhausens

Wie bewerten Sie persönlich die Potentiale Heidhausens?

Möglich sind pro Thema folgende Bewertungen: ausgezeichnet, gut, ausbaufähig, keine Bewertung

Meine Stadtteilbewertung:

Mieten
keine Bewertung
Einkaufen
ausbaufähig
Bus & Bahn
ausgezeichnet
Freizeitangebote
ausgezeichnet
Angebote für Kinder
ausgezeichnet
Restaurants
gut
Grün im Stadtteil
ausgezeichnet
 
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