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Interview mit Heike Volmer über Heidhausen

Von Fischlaken nach Heidhausen – so richtig weit ist Heike Volmer bisher nicht umgezogen. Doch das neue Zuhause hat sich wirklich gelohnt: Die passionierte Reiterin muss nur noch ein paar Meter über den Hof zu ihrem Pferd 'Duke' laufen, um von seinem Rücken aus den weiten Ausblick rund um den Heidhauser Berg zu genießen. Leider, leider bleibt dafür manchmal viel zu wenig Zeit. Denn die Arbeit auf ihrem Reiterhof beginnt mit Sonnenaufgang - wenigstens bleibt ihr auch dabei der herrliche Fernblick über die Hügel.

Südlich von Heidhausen endet die Stadt. Wie sehr fühlt man hier noch dem Essener Zentrum oder den nördlicheren Stadtgefilden verbunden?

"Man steckt hier einfach mehr im Bergischen. Also sind einem Ratingen, Düsseldorf oder Wuppertal einfach näher als beispielsweise die Zeche Zollverein. Im Grunde sind Nachbarstädte wie Velbert oder Heiligenhaus so etwas wie Nachbar-Stadtteile. Dort ist man ruckzuck und man kann da auch super einkaufen."

Was sollten neue Nachbarn in der Gegend erkunden?

"In Heidhausen wohnt man gut. Es gibt viele Zugezogene. Das wird sich mit dem Neubaugebiet an der Grünen Harfe noch ausweiten - und auch mit dem oft kritisierten Neubauprojekt bleibt hier noch genügend Erholungsraum, genügend Grün übrig. Genau dieses Grün macht unseren Stadtteil aus. Hier gibt es eben keine großen Straßen. Dafür sind oft Menschen auf den Wanderstrecken des Sauerländischen Gebirgsvereins unterwegs. Ich liebe beispielsweise den Ausblick auf dem Weg zur Ruhrlandklinik. Vom Sträßchen Am Gellenberg aus sieht man bis nach Kettwig, den RWE-Turm in der Innenstadt oder auch das umstrittene Windrad, das fast auf Essener Stadtgebiet steht. Das sollte man alles gesehen haben. Der wichtigste Tipp für Nachbarn und Besucher ist aber: Einfach fragen, wenn man etwas wissen will. Hier sind alle sehr nett, nehmen einen auf. Jeder ist herzlich willkommen –, dass höre ich auch immer wieder von Neu-Heidhausern."

Ein verstecktes Plätzchen im Stadtteil ist etwas Feines: Haben Sie in Heidhausen einen echten Lieblingsort?

"Der ist natürlich auf dem Rücken meines Pferdes 'Duke'. Das geht nicht nur mir so. Obwohl: Der Präsident unseres Vereins RV Hubertus, Frank Ringelstein, hat auch ein Pferd. Es heißt 'Fire and Ice'. Aber er reitet selber nicht. Er liebt es einfach, Fire zu striegeln, zu versorgen, seiner 'Bereiterin'’ bei schönen Ritten auf dem Turnier zu zuschauen und natürlich im Verein alles am Laufen zu halten. Bevor er hier in die Ecke zog und zu uns kam, hatte er mit Pferden aber wirklich überhaupt nichts zu tun. Aber mittlerweile sagt er immer: 'Ich weiß gar nicht mehr, was ich früher in meiner freien Zeit so gemacht habe'."

Welche Jahreszeit gefällt Ihnen hier oben auf dem Berg eigentlich am besten?

"Den Herbst mag ich sehr. Aber auch das Frühjahr. Dann kann man hervorragend ausreiten und unsere Reitwege sind wirklich gut. Selbst wenn es im Sommer mal knallige Hitze gibt, hier oben ist immer ein bisschen Wind. Also hält einen das auch nicht vom Reiten ab. Notfalls haben wir ja auch noch unseren überdachten Reitplatz. Gute Luft gibt's hier immer - deshalb wurde ja auch die Ruhrlandklinik hier seinerzeit als Atemwegs-Kurort angesiedelt."

Wie lautet Ihr 'heißer Tipp' für Besucher?

"Von einem kulturinteressierten, holländischen Besucher hab' ich kürzlich erst wieder gehört, wie toll die Museenlandschaft rundherum ist. Klar kenne ich hier auch einige Museen und die klassischen Sehenswürdigkeiten wie die Villa Hügel oder Zollverein. Aber wir selber kommen vom Hof ja nur wenig weg. Der Holländer hatte jedenfalls einen richtigen Rundreiseplan, der ging vom Museum Folkwang in Essen bis nach Duisburg.

Ich selber empfehle immer genügend Zeit für den Park rund um die Villa Hügel einzuplanen. Dort sieht man wunderschöne, alte Bäume. In den zwei Ferienwohnungen, die zu unserem Hof gehören, kommen Menschen von überall her unter. Die Bayern freuen sich immer über das viele Grün im Ruhrgebiet. Das ist vielleicht ein Klischee, dass hier alles grau ist und Staub auf den Blättern der Bäume liegt, aber man hört das immer wieder. Das Bergige, das Grün – das sollte man hier genießen."

Wohin führen Sie Besucher kulinarisch aus?

"Beim Italiener ‚Fine secollo’ isst man sehr lecker. Wir müssen gar nicht bis nach Werden fahren, um in ein gutes Restaurants zu gehen. Früher gab es hier direkt neben unserem Reiterhof noch das Gasthaus 'Zur Linde', doch da ist nun eine kleine Produktionsfirma für Wissenschafts-TV-Sendungen drin. Wer richtig den 'inner circle', also die Ur-Heidhauser treffen will, muss zum Restaurant Weinschmiede (Heidhauser Straße 195)."

Haben Sie einen spontanen Heidhausen-Tipp für heute Abend parat?

"Man sollte einen Spaziergang durchs Grüne mit einem Stopp im Biergarten 'Öfter Wald' verbinden. Ideal ist es dort vor allem, wenn man mit seinem Pferd unterwegs ist. Der Reiterweg führt direkt dort entlang. An dem Biergarten gibt es eine Zaunlatte, an der man das Pferd anbinden kann."

Welche Veranstaltung sollte man in Heidhausen nicht verpassen?

"Er liegt zwar nicht in Heidhausen, aber ich liebe den Werdener Weihnachtsmarkt. Dort trifft man immer viele Leute. Manchmal ist der Weihnachtsmarkt aber schlicht zu voll. Aber am Freitag geht es einigermaßen. In Heidhausen sollte man es nicht verpassen, wenn eine Tiersegnung hinten auf dem Feld stattfindet. Das ist zwar nicht oft, aber es ist sehenswert. Der Pastor spricht den Segen für Hund, Katze, Pferde, eben für jedes Tier, das mitgebracht wird. Dazu hört man Alphornbläser eines französischen Bläsercorps. Das Ganze ist öffentlich. Außerdem gibt es ja noch jedes Jahr im Sommer unser Turnier – das darf man nicht verpassen!"

Tagein, tagaus mit Pferden und Pferdeliebhabern leben - wünschen Sie sich da nicht einmal eine Auszeit?

"Wenn ich mal in den Urlaub fahre, gehören Pferde nicht zum Programm. Ich würde niemals mein Pferd mit in meinen Urlaub nehmen. Trotzdem ist ein Wochenende mit Pferd auch toll, auch wenn ich unsere Reitwege durch die Wälder spannender finde. Aber einmal im Jahr organisieren wir so eine Pferdereise an die holländische Grenze. Eine ganz andere Erfahrung in meinem Leben will ich aber nicht missen: Als seinerzeit die 'Kita Wunderwelt' auf dem Gelände der Ruhrlandklinik gegründet wurde, war ich in der Elterninitiative mit anderen Eltern aktiv und haben die Kita dann auch geleitet. Diese Arbeit war unglaublich zeitintensiv aber auch sehr spannend, weil man eben alles machen und entscheiden musste. Angefangen vom Einkauf der Kindermöbel bis zu Personalentscheidungen. Trotzdem bin ich jetzt mit meinem Lebensmittelpunkt auf unserem Reiterhof einfach glücklich."

Die Potentiale Heidhausens

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Grün im Stadtteil
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