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Frank Hahn über Werden

Foto: Abtei Werden

Frank Hahn

"Für mich ist es wichtig, wenn ich mit dazu beitragen kann, Werden aktiv zu beleben."

Als die A40 stillstand, das war gigantisch

"Diese Kreativität, die ich damals dort erlebt habe, holten wir 2012 beim ersten Werdener Stillleben hier zu uns an die Ruhr. Von der Werdener Brücke bis zur Brehminsel standen die Tische."

So stellt sich kaum einer das Ruhrgebiet vor

Foto: Blick von der Ruhrbrücke auf die herbstliche Brehminsel
"Wenn ich Besuch aus Bayern habe, sind alle immer begeistert vom Grün im Essener Süden. Das Ruhr-Ufer und die Brehminsel, eine Fahrradrundfahrt um den Baldeneysee sollte man sich nicht entgehen lassen."

Das Bürgermeisterhaus

"Auch in Werden gibt es Kultur: Im Folkwang-Gebäude und im Bürgermeisterhaus findet so gut wie jeden Abend etwas statt und das finde ich gut."

Lieblingsort in Werden

Foto: Straße mit Fachwerkhäusern
"Ein Spaziergang durch unsere Altstadtgassen, an der Ruhr, an der Brehminsel vorbei, Richtung Baldeneysee."

Eine rheinische Frohnatur ist der gebürtige Düsseldorfer allemal, auch wenn er im Alter von drei Jahren nach Werden umzog. Erst sein Studium und das sonnige Wetter Münchens ließen ihn für ein paar Jahre seinem Stadtteil am Baldeneysee untreu werden. Er wurde fortgelockt, gründete mit einer Werdenerin im Münchener 'Exil' eine Familie - und kam zurück. Sein Leitspruch: München ist toll, doch in Essen gibt es keinen schöneren Ort zu leben als Werden.

Von Werden nach München - wieso zog es Sie wieder zurück?

"Ich hatte von kleinauf den Berufswunsch Hoteldirektor. So kam es auch, dass ich nach dem Abitur am Werdener Gymnasium, im Steigenberger Hotel in Düsseldorf lernte, danach ging es nach Grafenau in den Bayerischen Wald, wo ich gekocht habe. Als ich aus Werden fort ging, gab es bestimmt so über den Daumen 53 Kneipen – sag ich mal. Es gab also eine Wahnsinns Kneipenkultur. Aber als ich zurückkam, waren meine eigenen Stammkneipen fast alle zu. Ich stand vor meiner alten Lieblingskneipe 'Arche Noah'. Deren Wirt war zuvor 29 Jahre immer da gewesen, jeden Tag. Da kam ich auf die Idee meine alte Kneipe einfach selber neu zu eröffnen. Das hab ich zwei Jahre gemacht, danach habe ich die Domstuben übernommen.

Für mich ist es wichtig, wenn ich mit dazu beitragen kann, Werden aktiv zu beleben.
Denn eigentlich hat Werden einen Riesenvorteil: die Folkwang-Uni der Künste und seine Studierenden. Ich muss sagen, wir machen für die Studenten sehr wenig. Ausgehen, also aktiv weggehen und abends was machen, ist in Werden für junge Leute schon schwer.“

Im Kulturhauptstadtjahr 2010 stand die A40 einen Tag still. Das hat Ihnen wohl so gut gefallen, dass Sie das 'Stillleben' im Kleinen in 2012 erstmals in Werden nachfeierten?

"Als die A40 stillstand, das war gigantisch. Damals organisierte ich die längste Hochzeitstafel mit, die es hier bis dato je gab. Bis zur eisernen Hochzeit waren fast alle Jahrgänge vertreten. Diese Kreativität, die ich damals dort erlebt habe, holten wir 2012 beim ersten Werdener Stillleben hier zu uns an die Ruhr. Von der Werdener Brücke bis zur Brehminsel standen die Tische. Eigentlich wollten wir noch viel mehr aufstellen. Aber es hat geschüttet wie aus Kübeln. Über 100 Künstler - allein 60 Sänger standen auf einem Schiff der 'Weißen Flotte' und haben gesungen - waren dabei, mitten im Regen. Trotzdem war es eine tolle Sache. Weil der Aufwand aber immens ist, kann man so einen Kraftakt nur alle zwei Jahre machen. Aber das muss sein, denn das lohnt sich für Werden."

Was würden Sie Besuchern in Werden zeigen?

"Wenn ich Besuch aus Bayern habe, sind alle immer begeistert vom Grün im Essener Süden. So stellt sich kaum einer das Ruhrgebiet vor. Eine kleine Wanderung durch den Heissi-Wald und die kriegen den Mund nicht mehr zu. Woanders muss man richtig lange fahren, um diesen Freizeitwert wie die Ruhr, den Baldenysee und den Wald zu haben. Hinzu kommen noch all die Sehenswürdigkeiten oder Sportmöglichkeiten: Die Villa Hügel ist nicht weit, die ''Weiße Flotte“ nimmt einen mit auf den See. Am Seasidebeach lässt sich Beachvolleyballspielen. Außerdem kann man hier Kajakfahren lernen, oder Surfen - die Vielfalt ist schon großartig. Golfer wie ich finden hier oder direkt im nächsten Ort in Velbert verschiedene Plätze."

Ihr spontaner Ausgeh-Tipp für heute Abend?

"Ich empfehle das Ufer des Baldeneysees, das ist wunderschön. Oder einen Spaziergang durch die historischen Altstadt-Gassen. In den 50er und 60er Jahren wurde hier zwar auch architektonischer Schindluder betrieben. Aber zum Glück wurde damit aufgehört und Werden hat weiterhin eine sehenswerte Fußgängerzone. Kulinarisch haben wir in Werden viele italienische Restaurants zu bieten. Die deutsche Küche findet man leider selten - das will ich aber ändern. Wer also nach typischer Ruhrgebietsküche wie Stielmuß, Grünkohl mit Mettwurst, Panhas, Sauerbraten oder Rouladen oder auch dem 'Armen Ritter“ oder der „Kalten Schnauze“ als Nachspeise sucht, der findet dies bald bei uns.
Auch für die vielen Radfahrer, die den Ruhrtalradweg fahren und bei mir einen Zwischenstopp einlegen, ist das ideal, um das Ruhrgebiet noch besser kennenzulernen. Schließlich kommen sie von Stuttgart bis Hamburg von überall her hier zu uns."

Was sollte ein neuer Nachbar in Werden unbedingt erkunden?

"Das Ruhr-Ufer und die Brehminsel, eine Fahrradrundfahrt um den Baldeneysee sollte man sich nicht entgehen lassen. Ich bin mit meinem Hund dort jeden Tag unterwegs. Natürlich sollte man zur Villa Hügel. Aber von Werden aus lässt es sich auch wunderbar zum Folkwang Museum fahren. Aber auch in Werden gibt es Kultur: Im Folkwang-Gebäude und im Bürgermeisterhaus findet so gut wie jeden Abend etwas statt und das finde ich gut."

In welcher Jahreszeit gefällt Ihnen Werden am Besten?

"Für eine „Halb-Münchner“ ist das Wetter im Ruhrgebiet gewöhnungsbedürftig. Ich will das Wetter nicht schlecht machen, aber in Bayern hat man den Föhn. Da kann man im Frühjahr, im Sommer, im Herbst und im Winter in den Biergarten gehen. Im Winter ist es dann entsprechend kalt, aber bei strahlend blauem Himmel, wunderschön. In diesem Vergleich ist die kalte Jahreszeit in Essen schon hart. Doch im Sommer hat man wenigstens immer mal wieder ein paar schöne Tage, dann ist auch hier genügend Sonne für den Biergarten da. Leider gibt's in Essen noch viel zu wenig Biergärten."

Nennen Sie Ihren Lieblingsort in Werden!

"Ein Spaziergang durch unsere Altstadtgassen, an der Ruhr, an der Brehminsel vorbei, Richtung Baldeneysee. Aber der abendliche Blick aus unseren Restaurantfenstern auf die beleuchtete Basilika und Folkwang Universität ist immer noch am Schönsten. Wenn hier noch der Weihnachtsmarkt in Zukunft statt finden würde, wäre das ein Traum.“

Die Potentiale Werdens

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