Naturschutz und Erholung

Essen ist eine grüne Großstadt. Die Freiräume, also die Landwirtschafts-, Wald-, Wasser-, Grün-, Wassergewinnungs- sowie Brachflächen, haben einen Anteil von rund 47 % am Stadtgebiet. Dieses Grün verteilt sich wie folgt über Essen: Im Süden liegen große, landschaftlich reizvolle Gebiete, die zur Landschaft der Verwitterungsgebiete im Niederbergisch-Märkischen Hügelland gehören und Besucher(innen) immer wieder in Erstaunen versetzen: Richtige Landschaft in einer Großstadt. Sie wird landwirtschaftlich genutzt oder ist bewaldet. Durch diese Landschaft zieht sich das Ruhrtal. Hier liegen auch eine Auenlandschaft von europäischem Rang, das Naturschutzgebiet Heisinger Ruhraue, und das bedeutendste Erholungsgebiet von Essen, der Baldeneysee. An der westlichen und östlichen Stadtgrenze verlaufen vom Essener Süden bis in den Essener Norden die Regionalen Grünzüge, die Teil der flachwelligen Landschaft der Lössgebiete im Unteren und Oberen Westenhellweg sind. Sie werden wegen der Fruchtbarkeit des Lösses landwirtschaftlich genutzt und haben deshalb einen offenen Charakter; die Landschaft wird von gehölzbestandenen Bachtälern durchzogen.

Freiräume im besiedelten Bereich

Im besiedelten Bereich von Essen gibt es seit langem Schlossparks, Stadt- und Volksgärten, wie den rund 70 Hektar großen Grugapark, der mit seinen imposanten Bäumen, Blumenrabatten, Wiesen- und Wasserflächen, Botanischem Garten, Tiergehegen, Spielbereichen, Kur- und Kultureinrichtungen sowie Biergärten weit über die Stadtgrenze von Essen hinaus bekannt ist. Seit den siebziger Jahren begrünten Politik und Verwaltung mit Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen - unter Federführung des Grünflächenamts (heute Grün und Gruga Essen) - ganz intensiv vor allem jene Stadtteile, die früher vernachlässigt waren: die Stadtteile im vormals industriell geprägten Essener Norden. Es entstanden überall Grünanlagen, die zum Ausruhen, zur Kommunikation, zum Spazierengehen und zum Spielen unter schattenspendenden Bäumen, abseits von Lärm einladen. Kleingartenanlagen sind gebaut worden, in denen die Menschen nach der Arbeit gärtnern und im Grünen zusammensitzen. Friedhöfe sind so erweitert worden, dass sie eine hohe Bedeutung für die Erholung, aber auch für die Tierwelt haben. Zusammen mit der Wirtschaft konnte zum Beispiel im Econova-Gewerbepark im Essener Nordwesten im Rahmen der Bauleitplanung eine Industriebrache mit langgestreckten Krautfluren, Kleingewässern und Wald erhalten werden, die den Gewerbestandort mit einer hohen Umfeldqualität ausstattet. Hier können zum Beispiel die für solche Brachflächen charakteristischen und gefährdeten Arten beobachtet werden, wie Schafstelze oder Kreuzkröte.
 

Freiflächen im bebauten Bereich

Im bebauten Bereich sind grüne Wohnsiedlungen mit einer hohen Aufenthaltsqualität für die Bewohner(innen) entwickelt worden, wie zum Beispiel Viktoriahain / Mathiashof im Essener Nordosten. Auch für die Tier- und Pflanzenwelt sowie die Regenwasserversickerung haben diese Siedlungen mit ihren Gärten und gemeinschaftlich genutzten Grünflächen eine wichtige Bedeutung. Mit dem Grün wird außerdem die Erwärmung der Luft durch die Bebauung ausgeglichen. Schließlich wurden zahlreiche Straßenbäume gepflanzt. Vor nicht all zu langer Zeit wurde ein Projekt abgeschlossen, das zeigt, dass Grün auch künstlerisch genutzt werden kann und Plätze belebt. Am Theaterplatz im Essener Stadtkern wurde eine Bepflanzung vorgenommen, die das Besondere des Grillo-Theaters hervorhebt und die Attraktivität des dazugehörigen Cafés steigert. Es wurde also ein Ort geschaffen, an dem die Menschen gerne verweilen.

Innerstädtische Grünzüge

Landschaft, alte und neue Grünflächen in der Stadt sowie die Wohn- und Gewerbegebiete werden über innerstädtische Grünzüge miteinander verbunden. Dafür werden die Bäche des Emschersystems, die durch den besiedelten Bereich von Essen verlaufen und bisher als Abwasservorfluter dienten, ökologisch umgebaut und begleitend mit Wander- und Radwanderwegen ausgestattet. Andere innerstädtische Grünzüge verlaufen auf aufgegebenen Bahnanlagen.

Landschaftsschutz in Essen in Zahlen

Welchen Flächenanteil die Natur- und Landschaftsschutzgebiete in Essen einnehmen beziehungsweise wieviele Naturdenkmäler und geschützte Landschaftsbestandteile es in Essen gibt, ist in einem PDF-Dokument (35 kB) zusammengestellt; es ist dem Landschaftsplan Essen entnommen.