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Ersatzflächenpool der Stadt Essen

Nach Landschaftsrecht (§§4a und 5 Landschaftsgesetz) und Forstrecht
(§§ 39 und 43 Landesforstgesetz) in Verbindung mit den §§ 1a und 135a des Baugesetzbuches sind durch Bauvorhaben verursachte Eingriffe in Natur und Landschaft in geeigneter Weise auszugleichen.

Der städtische Ersatzflächenpool ist ein Verzeichnis fachlich geeigneter Flächen für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sowie Ersatzaufforstungen.

Er dient dem Abdecken der Ersatzerfordernisse, die sich durch Eingriffe in Natur und Landschaft, insbesondere durch stadtenwicklungspolitisch gewünschte Bauvorhaben ergeben.

Ziel des Ersatzflächenpools ist es, durch kontinuierliche Flächen- und Maßnahmenbevorratung für landschaftsrechtlichen Ausgleich und Waldersatz eine zügige Umsetzung von Vorhaben der Stadtentwicklung zu gewährleisten. Dazu werden im Vorgriff auf zu erwartende Eingriffe im Sinne eines städtischen Ökokontos in geringem Umfang Maßnahmen realisiert, die bei Bedarf kurzfristig zur Verfügung gestellt werden können.

Ersatzaufforstungen zum Ersatz beseitigter Waldflächen ("Waldumwandlung") werden mit Genehmigung des Landesbetriebes Wald und Holz NW - Regionalforstamt Ruhrgebiet durchgeführt.

Die Maßnahmen werden in bestehende Planungskonzeptionen des besiedelten Stadtraumes und unbesiedelten Freiraumes eingebunden und dienen so der Vervollständigung des Freiraumnetzes und der Weiterentwicklung vorhandener Grünqualitäten.

Insbesondere sollen:

in Zusammenarbeit mit der Landwirtschaft produktionsintegrierte Ausgleichsmaßnahmen auf privaten oder gepachteten Flächen durchgeführt,

Maßnahmen entlang der Fließgewässer und Bahnbrachen unterstützt,

städtischer Wald vermehrt und zukünftig

in Zusammenarbeit mit den Bürger(innen) Projekte in dicht bebauten Stadtteilen realisiert werden (zum Beispiel Entsiegelungen, Innnenhofbegrünung, Straßenbaumbepflanzungen, Umfeldverbesserungen in Wohn- und Gewerbegebieten).

Durch Beratung von Vorhabenträgern bei der Durchführung von Maßnahmen auf eigenen beziehungsweise gepachteten Flächen wird privates Engagement gefördert.

Finanzierung / Kostenerstattung

Grundstücks-, Planungs-, Herstellungs- und Pflegekosten für Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen sind von Vorhabenträgern (Eingriffsverursachern) zu finanzieren beziehungsweise zu refinanzieren, wenn bereits fertiggestellte Maßnahmen einem Eingriff zugeordnet werden. Zur Kostenerstattung hat die Stadt Essen die "Satzung über die Erhebung von Kostenerstattungsbeiträgen nach §§ 135a - 135c BauGB vom 26.07.2001" erlassen.

Die ökologische Bewertung der auf städtischen Flächen in Vorleistung auf zu erwartende Eingriffe durchgeführten Ausgleichsmaßnahmen erfolgt nach dem "Essener Modell" (Landschaftsrechtliche Eingriffs-/Ausgleichsberechtigung).

Seit Einführung des Planungsinstrumentes "Städtischer Ersatzflächenpool" wurden auf städtischen Flächen bis zum Jahre 2007 circa 114 Hektar Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen realisiert.

Am Management des Ersatzflächenpools sind auch Grün und Gruga Essen, das Amt für Stadtplanung und Bauordnung, das Amt für Stadterneuerung und Bodenmanagement sowie die Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft beteiligt.

Alle für den Ersatzflächenpool überprüften Flächen werden in einer datenbankgestützen Karte mit dem jeweiligen Flächenstatus (geeignet, realisiert usw.) dargestellt.

Rechtsverbindlich zugeordnete Ausgleichsflächen des städtischen Ersatzflächenpools werden in das Eingriffs-/Ausgleichskataster aufgenommen.

 

Kontakt

Untere Naturschutzbehörde

Telefon
+49 201 8859542

Fax
+49 201 8859558


Leitung, Landschaftsplanung, Ersatzflächenpool der Stadt Essen

+49 201 8859542