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Häufig gestellte Fragen

Antworten zum Thema freilaufende Katzen in Essen

Der Rat der Stadt Essen hat in seiner Sitzung am 24. Februar 2016 die Ordnungsbehördliche Verordnung zum Schutz freilebender Katzen im Stadtgebiet Essen beschlossen. In dieser wird festgeschrieben, dass Freigängerkatzen von ihren Besitzern registriert werden müssen und dass unkastrierte Katzen keinen freien Auslauf mehr haben dürfen. Wird eine fortpflanzungsfähige Katze aufgegriffen, kann die Stadt Essen anordnen, Katze oder Kater kastrieren zu lassen. Kann der Tierhalter ermittelt werden, muss dieser eine ärztliche Bestätigung über die erfolgte Kastration vorlegen, bevor die Katze wieder ins Freie darf.

Was ist meine Pflicht als Besitzer einer Freigängerkatze?

Fortpflanzungsfähige Katzen dürfen künftig keinen unkontrollierten, freien Auslauf auf Essener Stadtgebiet mehr haben. Wenn Katze oder Kater weiterhin als Freigänger leben sollen, müssen sie kastriert werden.

Zusätzlich tritt eine Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht für Freigängerkatzen in Kraft. Durch einen Microchip oder eine Ohrtätowierung müssen Tiere eindeutig ihrem Besitzer zuzuordnen sein. Die Maßnahme dient der effektiven Rückverfolgung von Fundkatzen und gegebenenfalls der Durchsetzung von Kostenbescheiden gegen Katzenhalter, von denen die Kosten der Kastration getragen werden müssen

Wo kann ich meine Katze registrieren lassen?

Als Registrierungsstellen kommen der TASSO e.V., Otto-Volger-Str. 15, 65843 Sulzbach, und das Deutsche Haustierregister, In der Raste 10, 53129 Bonn, in Betracht. Beide Organisationen stehen den Tierhaltern zur Registrierung Ihrer Haustiere gebührenfrei offen.

Was passiert, wenn ich mich nicht an die Verordnung halte?

Verstöße gegen das Kastrationsgebot sowie die Kennzeichnungs- und Registrierungspflicht sind eine Ordnungswidrigkeit. Diese können mit einer Geldstrafe von bis zu 1.000 Euro geahndet werden.

Wird eine unregistrierte Katze aufgegriffen, wird diese in Obhut genommen, registriert und kastriert. Die Kosten dieser Maßnahmen werden dem Halter oder der Halterin in Rechnung gestellt.

Gilt die Verordnung für das gesamte Stadtgebiet?

Die Verordnung gilt für das gesamt Stadtgebiet. Aus Erhebungen des Tierschutzverein Groß-Essen e.V. sowie des Katzenschutzbund e.V. CATSITTER-CLUB Essen geht hervor, dass sich die Population der freilebenden Katzen im gesamten Stadtgebiet auf einem ähnlich hohen Niveau befindet.

Warum ist die Verordnung erforderlich?

Die Maßnahme soll eine Überpopulation verhindern und das Leid wildlebender Katzen oder Kater minimieren. Die von Tierschutzorganisationen aufgegriffenen Tiere leiden nahezu alle unter chronischen oder ansteckenden Krankheiten, schwer heilenden Verletzungen. Dazu gehören zum Beispiel Katzenschnupfen mit der Folge von Hornhautschädigungen bis hin zur Erblindung, Parasiten im Fell und insbesondere im Magen- /Darmtrakt mit der Folge von Durchfall, Hautpilzerkrankungen. Die Tiere sind häufig abgemagert und leiden extremen Hunger. Niedergelassene Tierärzte und der Amtstierarzt, der Tierschutzverein und die ehrenamtlich vor Ort tätigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Katzenschutzbundes bestätigen diesen Zustand heimatloser Katzen. Art und Umfang der Leiden sind auf die insgesamt hohe Populationsdichte zurückzuführen. Anders als bei Wildtieren regelt sich die Populationsdichte nicht auf natürliche Weise, da es keine natürlichen Feinde im Stadtgebiet gibt. Wegen der hohen Vermehrungsrate und der fehlenden tierärztlichen Versorgung und Prävention durch Impfung und Entwurmung verbreiten sich die katzentypischen Krankheiten unaufhaltsam schnell.

Die derzeitigen Maßnahmen (Einfangen - Kastrieren – Freisetzen) reichen nicht aus, um die Katzenpopulationzu stabilisieren. Katzen sind sehr früh geschlechtsreif und werfen in der Regel zwei Mal jährlich bis zu sieben Welpen. Der Anteil der nichtkastrierten Katzen und Katern bei Fundtieren und eingefangenen Tieren ist entsprechend hoch. So wurden durch den Tierschutzverein innerhalb von drei Jahren 472 und vom Katzenschutzbund 161 Katzen kastriert.

Warum muss ich meine Katze kastrieren lassen?

Nichtkastrierte Freigängertiere nehmen zwangsläufig Kontakt mit freilebenden Katzen oder Katern auf und vermehren sich. Die Überpopulation freilebender Katzen geht daher überwiegend auf Katzenhalter zurück, deren Freigängerkatzen nicht kastriert oder auf andere Weise fortpflanzungsunfähig gemacht worden sind.

Die durch den Tierschutzverein und den Katzenschutzbund durchgeführten Maßnahmen, insbesondere das Einfangen und Kastrieren freilebender Katzen sowie eine tierärztliche Versorgung erkrankter Tiere, aber auch die betriebene Öffentlichkeitsarbeit konnten bisher keine Abhilfe schaffen. Die Populationen freilebender Katzen und das Leiden der Tiere steigen durch den Kontakt mit nichtkastrierten Freigängerkatzen immer weiter an. Kastrationen freilebender Katzen durch den Tierschutzverein und den Katzenschutzbund konnten keine nachhaltige Stabilisation des Katzenbestandes und den Gesundheitszustand der Tiere bewirken. Durch das Kastrationsgebot für Freigänger kann der beschriebene Kreislauf effektiv unterbrochen werden und die Katzenpopulation wird langfristig kleiner.

Wichtiger Hinweis:

Wer eine freilebende Katze regelmäßig füttert wird zum Tierhalter mit allen Verpflichtungen, die das Tierschutzgesetz vorschreibt. Dazu gehört die artgerechte Pflege, Ernährung, die verhaltensgerechte Unterbringung sowie Registrierung und Kastration.

 
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