Sanierung der Altenbergsiedlung

In den 70er Jahren wurde ein über 100 Jahre alter Zinkhüttenbetrieb umgesiedelt und das Betriebsgelände von der Stadt Essen für die Besiedlung mit Ein- und Mehrfamilienhäusern aufbereitet.

Nachdem die Wohneinheiten nahezu fertiggestellt waren, fielen bei weiteren Erdarbeiten geruchlich auffällige Böden an.

Daraufhin ließ die Stadt Essen sofort eine Gefährdungsabschätzung durchführen.

Erste Analyseergebnisse von Bodenproben ergaben insbesondere extrem hohe Schwermetallgehalte, wobei in einem Bauabschnitt vor allem ein hoher Quecksilber-Gehalt auffiel.

Da akute Gesundheitsgefahren nicht ausgeschlossen werden konnten, wurden zunächst alle weiteren Arbeiten auf der Fläche eingestellt.

Weitere Untersuchungen ergaben, dass auf dem gesamten ehemaligen Betriebsgelände eine verunreinigte Auffüllung mit bis zu 9 Mächtigkeit vorhanden war. Die Verunreinigungen hatten jahreszeitlich bedingt sogar Kontakt zum Grundwasser und führten auch dort zu Verunreinigungen.

Ziel einer Sanierung musste es daher sein, zunächst die Bewohner vor dem Kontakt mit den kontaminierten Böden zu schützen und eine gefahrlose Nutzung der Gärten und Freiflächen zu ermöglichen. Des weiteren war aber auch zu verhindern, dass ansteigendes Grundwasser die Schadstoffe auswäscht.

Das Sanierungskonzept sah vor, die verunreinigten Böden in sämtlichen Gärten sowie Straßen und Wege bis 1,50 Meter Tiefe abzutragen und den verbleibenden Boden mit einer etwa 35 Zentimeter starken, zweilagigen mineralischen Dichtungsschicht abzudecken. Dadurch konnte verhindert werden, dass durch das versickernde Regenwasser der Grundwasserstand ansteigt und somit mit den Schadstoffen in Kontakt kommt.

Auf dieser Abdichtung wurde eine etwa 20 Zentimeter mächtige flächendeckende Drainageschicht verlegt, die über Drainrohre das einsickernde Regenwasser der öffentlichen Kanalisation zuführt. Diese Drainageschicht wurde mit etwa 90 Zentimeter unbelastetem Vegetations- und Mutterboden überdeckt um eine ungehinderte Nutzung der Gärten und öffentlichen Grünflächen zu ermöglichen.

Sämtliche bereits fertiggestellten Gärten, Straßen und Wege, aber auch Ver- und Entsorgungsleitungen wurden im Zuge der Sanierungsarbeiten vorübergehend entfernt und später wiederhergestellt. Lediglich die Wohnhäuser blieben stehen und wurden bis an die Kelleraußenwände freigelegt. Während der gesamten Sanierungszeit war die Siedlung bewohnt, weshalb sämtliche Versorgungsleitungen mehrfach, teilweise auch nur als Provisorium, umgelegt werden mussten.

Der abtragende, verunreinigte Boden (rund 150.000 Tonnen) wurde aus ökologischen und ökonomischen Gründen auf dem Gelände im Bereich einer geplanten Grünanlage zu einem Hügelbauwerk angeschüttet und anschließend mit dem gleichen, abdichtenden Bodenaufbau wie die übrige Siedlung abgedeckt.

Während des gesamten Zeitraumes wurden die Bewohner regelmäßig über den Fortgang der Arbeiten unterrichtet.

Für die teilweise erheblichen Beeinträchtigungen während der insgesamt etwa zweijährigen Bauzeit (zwischen 1987 und 1989), sowie mögliche Wertverluste der Häuser wurden zwischen jedem Bewohner und der Stadt Essen ein öffentlich-rechtliche Vergleich abgeschlossen.

Für die technische Sanierung entstanden Kosten in Höhe von etwa 20,3 Mio. EUR, von denen das Land NRW etwa 9,7 Mio. EUR und das Umweltbundesamt wegen des innovativen Charakters (Komplettsanierung einer bewohnten Siedlung) etwa 5,1 Mio. EUR übernahmen.

Für Entschädigungszahlungen, Erstattung von Verkaufserlösen aber auch für die Gefährdungsabschätzung und Sanierungsplanung /-überwachung fielen zusätzliche Kosten von rund 12,3 Mio. EUR an

Sachgebietsleiter Altlasten, schädl. Bodenveränderungen, generelle Angelegenheiten, Öl- und Giftunfälle

Herr Langhammer
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