essen.de > Leben in Essen > Verkehr

Fahrradausstellung mit neuem Thema

"Verkehrswege im Wandel - Von der Bahntrasse zum Radweg"

Ausstellungstermine:

Winterpause


Die Abteilung Verkehrsentwicklungsplanung des Amts für Stadtplanung und Bauordnung der Stadt Essen präsentiert anlässlich des Kulturhauptstadtjahrs eine neue Ausstellung zur Geschichte und Entwicklung von Verkehrswegen in Essen und der umliegenden Region. Indem sie das Leitmotiv der Kulturhauptstadt RUHR.2010 "Wandel durch Kultur - Kultur durch Wandel" aufgreift, zeigt sie auf insgesamt 10 Tafeln Beispiele für den Strukturwandel im Ruhrgebiet anhand einiger markanter Verkehrswege.

Nach allgemeineren Ausführungen zur Bedeutung von Verkehrswegen und zum Strukturwandel steht zunächst der Hellweg im Fokus, der als wichtigster Handelsweg große Bedeutung für die Entstehung der zentralen Siedlungskerne des Ruhrgebiets besitzt.
 
Den Schwerpunkt der Ausstellung bildet die Umwandlung früher anders genutzter Verkehrswege zu Fuß- und Radwegen:

  • die Treidelpfade entlang der Flüsse, die ursprünglich den Transport der Kohle ermöglichten und heute der Naherholung dienen
  • die Güterbahntrassen, die nach ihrer Transportaufgabe für die Schwerindustrie jetzt zu Fuß- und Radwegen umgebaut werden

Der Nutzungswandel dieser Verkehrswege wird an aktuellen Beispielen wie dem sehr erfolgreichen touristischen Produkt RuhrtalRadweg im Essener Süden, dem Zollvereinweg, der Erzbahntrasse sowie dem Nordsternweg und der Trasse der Rheinischen-Bahn, die beide in diesem Frühjahr fertiggestellt wurden, in Wort und Bild veranschaulicht.

Die einzelnen Ausstellungstafeln können hier angesehen oder als PDF-Datei heruntergeladen werden. Sie beinhalten folgende Themen:

Tafel 1: ... über Stock und Stein

Die Starttafel gibt einen kurzen Abriss über die Entwicklung des Ruhrgebiets während der Industrialisierung und die Bedeutung, die Straßen und Schienenwegen in diesem Zusammenhang zukam.

Tafel 2 : Auf dem Hellweg von der Urzeit in die Moderne

Hier wird die Entwicklung des wichtigsten Handelswegs im Ruhrgebiet dargestellt, der schon von römischen Legionen benutzt wurde. Als Teilstück der großen Landverbindung von Brügge nach Novgorod war der Hellweg im Mittelalter von enormer wirtschaftlicher Bedeutung für die Reichsstädte Duisburg und Dortmund und die Reichsabtei Essen, die bis heute die größten Städte des Ruhrgebiets bilden. Heute wird sein Verlauf und seine Funktion in etwa durch die B1 und die A40 übernommen.

Tafel 3: Der "Drahtesel" - Das Pferd des kleinen Mannes

Als kleiner Exkurs beleuchtet diese Tafel die Geschichte des Fahrrads, seine Bedeutung für die Arbeiterschaft Ende des 19. / Anfang des 20. Jahrhunderts und die Entstehung des Radtourismus.

Tafel 4: Am Wasser entlang - Vom Treidelpfad zum RuhrtalRadweg

Die Tafel zeigt, wie die Ruhr zunächst als Verkehrsweg zum Transport der Kohle schiffbar gemacht wurde. In diesem Zusammenhang entstanden die flussbegleitenden Treidelpfade, über die Pferde die Ruhraaken flussaufwärts zogen. Sie bilden die ideale Voraussetzung für die heutigen Ruhruferwege, die im Zuge des RuhrtalRadwegs von Fußgängern und Radfahrern gern genutzt werden.

Tafel 5: Zurück zur Natur - Das Emschersystem im Wandel

Nachdem die Emscher und ihre Zuflüsse etwa 100 Jahre lang als offene Abwasserkanäle in Betonschalen geführt werden mussten, um sie bei Bergsenkungen schnell anpassen zu können, läuft aktuell die Umgestaltung des Emschersystems mit der Verlegung von Rohren für das Schmutzwasser und die naturnahe Umgestaltung der Bachläufe für das Niederschlagswasser. Die dafür nötigen Unterhaltungswege stellen als gewässernahe Fuß- und Radwege attraktive Grünverbindungen dar.

Tafel 6: Von der Emscher zur Ruhr - Neue Wege am und zum Wasser

Der Rhein als bedeutender Wasser- und Transportweg sorgt dafür, dass die größeren Wasserläufe und Bahntrassen in unserer Region in Ost-West-Richtung verlaufen – das gilt auch für die diesen folgenden Radwegtrassen. Mit dem Programm „Neue Wege zum Wasser“ bietet die Stadt Essen jetzt auch Wegeverbindung in Nord-Süd-Richtung an, die die erstgenannten ergänzen. Bereits fertiggestellt und sehr beliebt ist die Wasserroute, die im Westen der Stadt den Rhein-Herne-Kanal und das Emschertal mit dem Ruhrtal verbindet.

Tafel 7: Zug um Zug - Aufschwung für die Ruhrindustrie

Diese Tafel erläutert die Bedeutung der Eisenbahn für den Aufschwung der Ruhrindustrie. Schon in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts entstanden die ersten Bahnlinien durch das heutige Essener Stadtgebiet, die noch immer genutzt werden. Andere Trassen, die speziell dem Güterverkehr dienten, bieten heute ideale Voraussetzungen für die Nutzung als Fuß- und Radwege. Vielfach werden sie auch auf der „Route der Industriekultur per Rad“ genutzt.

Tafel 8: Auf der Rheinischen Eisenbahn ...

Auf dieser Bahnlinie mit langer Tradition wurde erst vor wenigen Jahren der Bahnbetrieb eingestellt. Durch ihren zentralen Verlauf durch Duisburg, Mülheim und Essen mit direkt angrenzenden Wohngebieten und Stadtzentren besitzt sie ein großes Potential für den Radverkehr im Freizeit- und Alltagsverkehr. Das zeigt sich bereits beim ersten Bauabschnitt des Fuß- und Radwegs von der Essener City nach Schönebeck, der auch Bestandteil der Kulturhauptstadt-Route West ist.

Tafel 9: Welterbe Zollverein - Zollvereinweg, Kray-Wanner Bahntrasse und Nordsternweg

Auch diese Radrouten auf ehemaligen Güterbahntrassen weisen eine hohe Attraktivität aus, verbinden sie doch so interessante Ziele wie das Weltkulturerbe Zollverein, die Schurenbachhalde, das Nordsterngelände und die Himmelstreppe an der Halde Rheinelbe auf direkten, autofreien Wegen miteinander – allesamt im 1. Jahrzehnt des 21. Jahrhunderts fertiggestellt.

Tafel 10: Von Brücke zu Brücke - Radeln auf der Erzbahntrasse

m Anschluss an die zuvor beschriebene Kray-Wanner Bahntrasse verbindet die Erzbahntrasse zwei hochkarätige Ziele miteinander: den Zoo in Gelsenkirchen am Rhein-Herne-Kanal im Norden mit der Jahrhunderthalle in Bochum im Süden, mit der fast schon die Bochumer City erreicht ist. An beiden Enden befährt man imposante neue Brückenbauwerke, die durch die alte Pfeilerbrücke im Mittelabschnitt fast noch getoppt werden.