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Radschnellweg Ruhr (RS1) in Essen

Spatenstich zur Weiterführung des RS1. V.l.n.r: RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel, Oberbürgermeister Thomas Kufen, Minister für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen Hendrik Wüst, Ratsherr Rolf Fliß, Ratsherr Wolfgang Freye, Leiter des Amtes für Straßen und Verkehr Rainer Wienke, Fahrradbeauftragter Christian Wagener.

Spatenstich für den Brückenbau am Berthold-Beitz-Boulevard am 7. Februar 2020 im Zuge des Lückenschlusses des RS1. v.l.n.r.: RVR-Regionaldirektorin Karola Geiß-Netthöfel, Oberbürgermeister Thomas Kufen, Hendrik Wüst, MdL. Minister für Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen, Ratsherr Rolf Fliß, Ratsherr Wolfgang Freye, Rainer Wienke, Amt für Straßen und Verkehr, und Christian Wagener vom Amt für Stadtplanung und Bauordnung. Foto: Elke Brochhagen, Stadt Essen

Der Radschnellweg Ruhr (RS1) soll das Ruhrgebiet verbinden und neue Mobilitätsoptionen bringen: Auf rund 100 Kilometern sollen sich Pendlerinnen und Pendler, Touristinnen und Touristen und Fahrradbegeisterte schnell und weitestgehend kreuzungsfrei auf einer West-Ost-Achse zwischen Duisburg und Hamm bewegen können. Die Streckenführung ging aus einer Machbarkeitsstudie hervor, die von 2012 bis 2014 in Zusammenarbeit mit zahlreichen Akteurinnen und Akteuren sowie mit finanzieller Förderung des Bundes durchgeführt wurde. Erste Teilabschnitte sind bereits befahrbar.

Mit der Änderung des Straßen- und Wegegesetzes NRW im Jahr 2016 hat die nordrhein-westfälische Landesregierung Radschnellwege als neue Wegekategorie "Radschnellverbindungen des Landes" eingeführt und sie damit Landesstraßen gleichgestellt. Dies bedeutet, dass Radschnellwege, wie der RS1, in die Baulast des Landes fallen: Damit ist der Landesbetrieb Straßen.NRW grundsätzlich für deren Planung, den Bau und die Unterhaltung zuständig.

Dem RS1 auf der Spur
Die Strecke beginnt in Duisburg und verläuft über die Innenstadt in Mülheim an der Ruhr, durch das Essener Stadtzentrum und an der Universität Duisburg-Essen vorbei. Im weiteren Verlauf führt der RS1 entlang der südlichen Stadtgrenze von Gelsenkirchen mit Anbindung der Innenstadt, über das Bochumer Stadtzentrum, die Dortmunder Universität und das Kreuzviertel nach Unna. Von dort geht es dann über Kamen und Bergkamen bis nach Hamm.

Dank der geplanten Streckenführung nutzt die Trasse zu über 90 Prozent bereits vorhandene Straßen sowie Wege und Verkehrstrassen, wie ehemalige Bahnstrecken. Der (Aus-)Bau des Radschnellwegs Ruhr wird mit allen Brücken- und Sonderbauwerken voraussichtlich rund 184 Millionen Euro kosten.

Geplanter Streckenverlauf des RS1 auf Essener Stadtgebiet. Abbildung: Regionalverband Ruhr, CC BY 4.0

Hier finden Interessierte eine interaktive Karte mit dem geplanten RS1-Streckenverlauf

Hoher Qualitätsstandard für Radschnellweg
Der RS1 zeichnet sich durch eine durchgängige Trennung von Rad- und Fußgängerverkehr sowie eine Fahrwegbreite von vier Metern bei wenigen Steigungen aus. Außerdem wird er über eine einheitliche Wegweisung verfügen, innerorts beleuchtet sein und mit einem geregelten Winterdienst überzeugen. Abweichungen von diesen Qualitätsstandards sind auf kurzen Abschnitten möglich. Rast- und Service-Stationen, Aussichtspunkte sowie digitale Services sollen das Angebot an Radfahrerinnen und –fahrer komplettieren.

Mobilität und Umweltschutz steigern
Pro Tag bietet der RS1 ein Einsparpotenzial von mehr als 50.000 Pkw-Fahrten und bis zu 400.000 Pkw-Kilometern, was das stark frequentierte Straßennetz in der Metropole Ruhr entlastet und damit Staus abbaut. Ebenso profitiert die intensiv genutzte Schienenstrecke von Duisburg nach Hamm vom RS1 und für nicht motorisierte Personen verbessert sich die Teilhabe am städtischen Leben. Neben der Förderung der Gesundheit durch Bewegung sowie die Zeit- und Kostenersparnis für Nutzerinnen und Nutzer ist der RS1 mit einer jährlichen CO2-Reduktion von 16.600 Tonnen eine effektive Umweltschutzmaßnahme.

Auf dem RS1 durch Essen
Der Teilabschnitt in Essen verläuft entlang der "Rheinischen Bahn", einer gut ausgebauten, ehemaligen Bahntrasse, die parallel zur Autobahn A40 verläuft. Er verbindet von der Mülheimer Stadtgrenze in Essen-Frohnhausen kommend den Niederfeldsee in Altendorf, den Krupp-Gürtel und im weiteren Verlauf das Universitätsviertel im Essener Westviertel sowie die Innenstadt.

In Essen muss der weitere, rund zehn Kilometer lange Weg des RS1 ab dem Universitätsviertel in östliche Richtung führend neu gebaut werden: Er soll entlang der Stadtteilgrenzen von Nord- und Ostviertel weitestgehend niveaugleich zu seiner Umgebung durch das Gewerbegebiet führen, um anschließend Frillendorf auf einer ebenfalls neu zu bauenden Strecke zu durchqueren. Im weiteren Verlauf führt der RS1 am Bahnhof Essen-Kray Nord vorbei über die Trasse der ehemaligen Rheinischen Bahn, wo der RS1-Abschnitt neu errichtet werden wird, bis zur Stadtgrenze Gelsenkirchen/ Bochum.

Gut angebunden
Für eine gute Anbindung des RS1 an das kommunale Radwegenetz sorgen zahlreiche Anschlussstellen. Über diese gelangen die Fahrradfahrerinnen und –fahrer schnell zu umliegenden Zielen wie dem Grugapark Essen, dem Baldeneysee oder dem Welterbe Zollverein. Darüber hinaus ist auf Höhe des Universitätsviertels künftig der Anschluss an die geplante Umweltspur vorgesehen, die 2020 errichtet und ausschließlich Fahrrädern und Bussen vorbehalten sein wird. Die Entscheidung über den Planungsbeschluss ist am 13. Februar im Bau- und Verkehrsausschuss gefallen.

Lücke am Berthold-Beitz-Boulevard 2021 geschlossen
Am 7. Februar 2020 erfolgte der Spatenstich für eine Radbrücke über den Berthold-Beitz-Boulevard, die der Regionalverband Ruhr bis Mitte 2021 fertigstellen will. Das Bauwerk erfüllt den Standard für Radschnellwege und wird sechs Meter breit und 70 Meter lang sein. Der rund 3,1 Millionen Euro teure Lückenschluss des RS1 wird ein schnelleres, bequemeres und sichereres Überqueren der Straße ermöglichen. Das Land NRW fördert den Bau zu 80 Prozent während der Regionalverband Ruhr (RVR) die verbleibenden 20 Prozent aufbringt.

Eltingviertel: RS1 regt städtebauliche Entwicklung an
Die Realisierung des Radschnellwegs Ruhr durch Straßen.NRW nimmt auch Einfluss auf die städtebauliche Entwicklung entlang der Strecke, denn nahegelegene Wohn- und Gewerbegebiete sollen bestmöglich von der Innovationskraft des RS1 profitieren. Dies betrifft in Essen beispielsweise den Teilbereich Eltingviertel und Viehofer Platz. Hier sieht der Bebauungsplan die Integration des RS 1 vor. Dieser soll vom Universitätsviertel kommend durch das neue Modellquartier Richtung Osten weitergeführt werden.

Am 21. November 2019 hat der Ausschuss für Stadtentwicklung und Stadtplanung die Verwaltung mit der Entwicklung eines städtebaulichen Konzepts und eines Erschließungskonzepts für den Bereich Eltingviertel/ Viehofer Platz beauftragt. Diese sollen voraussichtlich binnen sechs Monaten in Abstimmung mit Straßen.NRW und der BahnflächenEntwicklungsGesellschaft NRW (BEG) entstehen und als Grundlage für das nachfolgende Bebauungsplanverfahren dienen, das Ende 2021 abgeschlossen werden soll.

Auf Grundlage von zwei Machbarkeitsstudien in den Jahren 2017 und 2019 sowie mehreren zur Diskussion stehenden Realisierungsvarianten zur Quartiersentwicklung hat sich der Ausschuss für eine Alternative entschieden, die keine komplexen Schnittstellen zwischen Radweg und Gebäuden vorsieht. Somit kann der RS1 unabhängig von der städtebaulichen Entwicklung umgesetzt werden. Gleichwohl ergibt sich durch die Verzahnung von Radweg und Bebauung der gewünschte Modellquartier-Charakter.

Der Radschnellweg soll sich künftig durch die neue Bebauung hindurchschlängeln, deren Obergeschosse teils über den RS1 hinausragen. Eine Abfahrt auf die Altenessener Straße gewährleistet zudem die Anbindung an die Nordstadt, direkte Verbindungen zum Radschnellweg sollen darüber hinaus auch von den Quartiersbebauungen selbst bestehen.

Detaillierte Informationen finden Interessierte in der Vorlage zur Machbarkeitsstudie "Eltingviertel/Viehofer Platz".

Mehr Details enthält die Machbarkeitsstudie "Eltingviertel/Viehofer Platz".

Weiterer Ausbau des RS1 in Richtung Osten
Bis zur Fertigstellung des Radschnellwegs im Essener Osten durch Straßen.NRW und als grundsätzliche Verbesserung des Radwegenetzes dient die Intercity-Route Radfahrenden als Überbrückung und Verbindung zum RS1 vom Univiertel bis nach Essen-Kray.

Gut ausgeschildert verläuft sie auf rund acht Kilometern von der Universität Duisburg-Essen kommend in Richtung Nordosten nach Stoppenberg durch das Hangetal und vorbei am Sportpark am Hallo. Weiter geht die Intercity-Route in Richtung Südosten entlang der Stadtteilgrenzen von Schonnebeck, Frillendorf und Kray, um anschließend quer durch Essen Kray, vorbei am Bahnhof, in Richtung östlicher Stadtgrenze zu verlaufen.

Hier finden Interessierte mehr zur Intercity-Route

 
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