Maßnahmen gegen Verschmutzungen durch Kanadagänse im Grugapark und Univiertel

01.03.2017

Um dem Wunsch vieler Bürgerinnen und Bürger nachzukommen, die Natur in die Städte zurück zu holen, wurden im Rahmen von stadtplanerischen Prozessen in den letzten Jahren auch in Essen viele Grün- und Wasserflächen geschaffen. Damit einhergeht, dass diese Flächen auch für Wildtiere wieder attraktiv werden.

2015 wurde erstmalig eine sehr große Zahl an Kanadagänsen sowohl im Univiertel als auch im Grugapark festgestellt.

Die Beschwerden aufgrund der zunehmenden Verkotung von Wiesen, Wegen und Plätzen nahmen zu. Obwohl der Kot nicht gesundheitsschädlich ist, stellt er in der anfallenden Menge ein Problem dar und beeinträchtigte besonders im Grugapark die Nutzung der Rasenflächen.

2016 konnte zwar ein Rückgang der Anzahl der Kanadagänse auf weniger als die Hälfte in beiden Bereichen verzeichnet werden. Trotzdem bleiben der Grugapark und das Universitätsviertel beliebte Anziehungspunkte für die Tiere.

Grund für den Rückgang könnte unter anderem das seit 2015 geltende Fütterungsverbot sein, das sowohl medial, auf Flyern, auf Schildern und durch persönliche Ansprache erklärt und verfolgt wurde.

Um die Probleme und die Anzahl der "einfliegenden" Gänse in den Grünanlagen in diesem Jahr weiter zu reduzieren, wurden bereits im Winterhalbjahr 2016/2017 bundesweit Maßnahmen recherchiert, die andere Kommunen erfolgreich erprobt haben. Gleichzeitig wurde die renommierte Gänseexpertin Dr. Susanne Homma zu Rate gezogen und beauftragt, sich des Problems in Essen anzunehmen.

Die erste Maßnahme wurde bereits durchgeführt: In eine bundesweite Beringungsaktion wurden die Gänse im Grugapark und Univiertel mit einbezogen. Die Biologische Station Westliches Ruhrgebiet hat auch ein sogenanntes Monitoring schon begonnen.

Erste Ergebnisse des Forschungsberichtes zur Regulierung von Gänsepopulationen zeigen auf:

1. Die Kapazitätsgrenze eines Gebietes für die Anzahl der Gänse wird bestimmt durch die Qualität und Eignung des Lebensraumes. Entsprechend müssen Maßnahmen zur Verminderung der Kapazitätsgrenzen der Biotope ergriffen werden.

2. Die Brutmöglichkeiten im Grugapark sind begrenzt, das natürliche Nahrungsangebot und die Schlafplätze nicht.

3. Im Univiertel ist die natürliche Nahrungsmenge begrenzt, sichere Brutplätze sind genügend vorhanden.

4. Ergebnisse aus anderen Gebieten zeigen, dass die Jagd keine nachhaltige Reduzierung der Population, weder lokal, noch auf die Gesamtpopulation, darstellt.

5. Vielmehr müssen natürliche Regulationsmechanismen genutzt werden.

Im Februar 2017 organisierte die Natur- und Umweltschutz Akademie NRW in Recklinghausen einen "Workshop zur Gänseproblematik in Grünanlagen." Aus den hier vorgestellten Untersuchungsergebnissen wurden für die Stadt Essen folgende Maßnahmen 2017 entwickelt:

Für das Univiertel:

  • Schilfinseln bereits vor der Brutzeit fluten, damit diese als Brutplätze nicht nutzbar sind,
  • Überspannen der Inseln mit Drahtgitter nach Empfehlung von Dr. Susanne Homma, damit die Inseln als Brutplätze nicht nutzbar sind,
  • Fütterungsverbot durchsetzen mit Ordnungsamt und zusätzlichen Parkhütern.

Ergänzt werden diese Maßnahmen, die bereits begonnen wurden, durch eine regelmäßige Reinigung, im Winter etwa zweimal die Woche, im Sommer viermal pro Woche.

Für den Grugapark:

  • Monitoring der Gänse im Park (Zahl, Einflugzeiten Aufenthalt, Wechselverhalten),
  • Attraktivität als Brutrevier vermindern, Vermeidung von möglichen neuen Brutplätzen,
  • Test von Rasenflächen mit proteinarmen Grassorten ("Meidungsfläche"),
  • zusätzliche, regelmäßige Säuberung von betroffenen Flächen,
  • zusätzliche Parkhüter zur Durchsetzung des Fütterungsverbotes und Aufklärung der Bevölkerung.

Die Fütterung spielt bei der Bemessung der Kapazitätsgrenze urbaner Gänsebiotope offensichtlich vielfach eine bedeutende Rolle. Die ergriffenen Maßnahmen können nur gelingen, wenn das Fütterungsverbot konsequent umgesetzt wird.

Nach der neuen Ordnungsbehördlichen Verordnung zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung im Stadtgebiet Essen ist die Fütterung von Wild- und Wassergeflügel verboten. Bei Rückfragen stehen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Grün und Gruga zur Verfügung.

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