Katernberger Bach schmückt nun eine besondere Briefmarke

Emschergenossenschaft und Stadt Essen überreichen das erste Exemplar an die elfjährige Zeichnerin des Siegermotivs

26.04.2017

In Kooperation mit der Emschergenossenschaft und dem Projektbüro der Grünen Hauptstadt Europas widmete sich die Grundschule an der Viktoriastraße malerisch dem Katernberger Bach. Das Gewässer wird in den kommenden Jahren im Rahmen des Generationenprojekts Emscher-Umbau von der Emschergenossenschaft renaturiert werden. Die Vision vom blauen Fluss mit grünen Ufern zeichnete auch die elfjährige Jamila Mazouz. Ihr Motiv schmückt nun sogar eine limitierte Briefmarke. Dr. Uli Paetzel, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft, und Essens Oberbürgermeister Thomas Ku-fen präsentierten am Mittwoch die Briefmarke – das erste Exemplar erhielt Jamila Mazouz!

„Das Bild von Jamila Mazouz trifft ganz hervorragend auch die Vision, die wir als Emschergenossenschaft von der Zukunft unserer Region haben. Darin ist der Katernberger Bach nicht länger ein begradigter Schmutzwasserlauf mit braunem Wasser, sondern eine renaturierte Flusslandschaft, in der das Gewässer wieder Kurven schlägt und sich wieder grüner Ufer er-freut – wie es sich in der Grünen Hauptstadt Europas auch gehört!“, lobt Dr. Uli Paetzel das Bild der Schülerin.

Essens Oberbürgermeister Thomas Kufen fügt hinzu: „Die Grüne Hauptstadt Europas lebt besonders auch von der Beteili-gung der Bürgerinnen und Bür-ger. Es macht mich froh und stolz, dass auch die ganz Kleinen in unserer Stadt ihren Beitrag zur Grünen Hauptstadt leisten – und das ist hier auch bestens gelun-gen.“

Das Projekt
Bei dem Kunstprojekt sind insge-samt 17 Malereien entstanden, die aus Kindersicht das neue Gewässer in der Grünen Haupt-stadt Europas zeigen. Neben der Briefmarke, welche mittlerweile für besondere Anlässe im Rah-men des Titeljahres als Briefmar-ke produziert wurde, werden alle Motive, z.T. als Collage, als Postkarte produziert und einer breiteren Öffentlichkeit zur Verfü-gung gestellt werden.

Bereits seit Mitte Februar wurde mit fachlich kompetenter Unter-stützung durch die Künstlerin Susanne Nocke ¬eifrig gezeichnet und an Ideen gefeilt. Bei dem Projekt sollen die Kinder in ihrer Kreativität und Phantasie geför-dert werden und später ihr ge-sammeltes Wissen und Erfah-rungen, nicht zuletzt im Umgang mit den ökologischen Verände-rungen vor ihrer Haustür durch den Emscher-Umbau, an ihre Mitschüler weitergeben.

Die Grundschule an der Viktoria-straße liegt in unmittelbarer Nachbarschaft zum Katernberger Bach. Dieser ist seinerseits Be-standteil des Generationenpro-jekts der Emschergenossen-schaft, dem Emscher-Umbau. Das Gewässer wird in den nächsten Jahren durch den in Essen sitzenden Wasserwirt-schaftsverband in den Zustand eines naturnahen Baches zu-rückgeführt. „Ein idealer Ort also für die Kinder zu erkunden, wie grün Essen heute schon ist und in Zukunft noch wird. Die Begeis-terung der Kinder jedenfalls ist ansteckend“, sagt Susanne No-cke, die selbst in Katernberg aufgewachsen ist. „Als Katern-berger Kind war es daher erst recht ein besonderes Projekt für mich und eine tolle Auszeich-nung, dass ich die Schüler bei ihrer Phantasiereise begleiten durfte.“

Renaturierte Flusslandschaft
„Wir freuen uns, dass mit dem Katernberger Bach ein neues Stück Natur mitten in der Stadt zurückkehrt“, sagt Kira Zirwes, Lehrerin an der Grundschule an der Viktoriastraße. Ihre Kollegin Maria Kanigowski findet: „Der Bach wird den Kindern die Mög-lichkeit geben, die Natur hautnah zu erfahren und zu begreifen.“ Die Schulleiterinnen Rabea Hepke und Melanie Graf zeigen sich stolz darüber, mit diesem Projekt einen Beitrag zur Grünen Hauptstadt leisten zu können.

Die Emschergenossenschaft und die Grüne Hauptstadt Europas wiederum sind begeistert über das kreative Engagement der Schule sowie der Kinder und bedanken sich für die Beteiligung an dem Projekt. Gefördert wurde es im Rahmen der Kooperation „Gemeinsam für das Neue Em-schertal“ mit Mitteln des NRW-Städtebauministeriums.

Hintergrund:
Emscher-Umbau in Essen
Rund zwei Drittel des Essener Abwassers fließen in die Em-scher: Zum Emscher-System zählen u.a. neben der Emscher selbst die Berne, der Borbecker Mühlenbach, der Schwarzbach, der Stoppenberger Bach, der Schurenbach und der Katernber-ger Bach. Im Zuge des Generati-onenprojekts Emscher-Umbau werden auch diese Gewässer vom Abwasser befreit und an-schließend naturnah umgestaltet.

In Essen plant die Emscherge-nossenschaft im Rahmen des Emscher-Umbaus Investitionen in Höhe von mehr als 700 Millionen Euro. Davon wurden bislang rund 223 Millionen Euro eingebracht. Von 45 Kilometern an neuen Abwasserkanälen wurden bereits 19 Kilometer fertig gestellt, von 35 Kilometern an Gewässerläufen wurden bereits 6 Kilometer renaturiert.

Die Emschergenossenschaft ist ein öffentlich-rechtlicher Wasser-wirtschaftsverband und wurde 1899 als erste Organisation die-ser Art in Deutschland gegründet. Ihre Aufgaben sind unter ande-rem die Unterhaltung der Em-scher, die Abwasserentsorgung und -reinigung sowie der Hoch-wasserschutz. Seit 1992 plant und setzt die Emschergenossen-schaft das Generationenprojekt Emscher-Umbau um, in das über einen Zeitraum von rund 30 Jah-ren prognostizierte 5,266 Milliar-den Euro investiert werden. Diese Kosten werden zu rund 80 Prozent von den Mitgliedern der Emschergenossenschaft getra-gen, d.h. von Bergbau, Industrie und Kommunen. Knapp 20 Pro-zent steuern das Land NRW und die EU über Fördermittel bei. Voraussichtlich Ende 2020 soll die Emscher, einst der „dreckigs-te Fluss Europas“, weitestgehend wieder vom Abwasser befreit sein und – wo der Platz es zu-lässt – naturnah umgestaltet werden.

Herausgeber:

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