Jahresberichtübergabe Verbraucherzentrale Essen. V.l.n.r.: Oberbürgermeister Thomas Kufen, Sigrun Widmann, Volker Naujok und Manuela Duda. Jahresberichtübergabe Verbraucherzentrale Essen. V.l.n.r.: Oberbürgermeister Thomas Kufen, Sigrun Widmann, Volker Naujok und Manuela Duda. Foto Peter Prengel

Verbraucherzentrale in Essen - Wegweiser zu Recht und Rat

23.05.2017

Online shoppen, via Smartphone bezahlen, per Mausklick einen Kredit aufnehmen: Verbraucherprobleme im digitalen Konsumalltag bestimmten die Arbeit der Verbraucherzentrale in Essen im vergangenen Jahr. Neue Themen, ohne dass die Dauerbrenner wie Drücker an der Haustür oder einschüchternde Inkassoforderun-gen auf dem Rückzug gewesen wären. Für 20.204 Ratsuchende war die Beratungsstelle an der Hollestr. 1 2016 Wegweiser zu Rat und Recht.

"Die Verbraucherzentrale Essen ist auch in diesem Jahr wichtige Anlaufstelle und Ratgeber für viele Bürgerinnen und Bürger gewesen", so Oberbürgermeister Thomas Kufen. "Der Verbraucheralltag ist oft unübersichtlich. Viele wichtige Informationen lassen sich nur im Kleingedruckten oder auf versteckten AGB-Seiten im Internet finden. Umso besser, dass es bei der Verbraucherzentrale Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner gibt, die eine Rechtsberatung bieten, vor Übervorteilung schützen oder dabei unterstützen, unberechtigte Forderungen durch beispielsweise vorgetäuschte Klicks abzuwenden."

Unter dem Motto "Achtung: Täuschend echt!" hat die Verbraucherzentrale vor Fake-Shops gewarnt, die im Netz mit verlockenden Schnäppchenpreisen für Trendprodukte werben. Wer auf die Echtheit der Angebote vertraute und wie verlangt per Vorkasse bezahlte, sah häufig weder das Produkt noch das Geld je wieder.

Mal winkt eine Fitnessuhr als Gratisgeschenk, mal lockt ein Gewinnspiel zu Rou"tenplanern im Internet. Andernorts preist eine Onlineplattform unschlagbare Schnäppchen an oder sind vermeintliche Gratis-Kochrezepte nur einen Mausklick entfernt. Fast immer gemeinsame Zutat: Geschickte Täuschung, damit arglose Nutzer kostenpflichtige Bestellungen vornehmen oder in ungewollte Abos tappen. "Und gemeinsam ist den von Abzockern im Internet Geleimten, dass sie sich hilfesuchend an die Rechtsberatung der Verbraucherzentrale wenden", bilanziert Beratungsstellenleiterin Manuela Duda eine anhaltend hohe Nachfrage bei den Rechtsberatungen.

Da lockte die Seite "profi-kochrezepte.de" mit ausgekochter Abzocke und dem Zugriff auf 20.000 Kochrezepte. Denn wer danach backen, kochen oder braten will, muss zuvor unter der Angabe persönlicher Daten einen "Zugang erwerben". "Doch den Button 'Jetzt anmelden' zu drücken, kam teuer zu stehen: Der Betreiber der Seite, eine 'B2B Web Consulting GmbH', verschickte Rechnungen über fast 240 Euro. Und im folgenden Jahr wollte die Firma den Betrag noch einmal kassieren. Denn aus ihrer Sicht war mit dem Klick ein zwei Jahre laufender Vertrag zustande gekommen", erläutert Manuela Duda, "tatsächlich gab es auf der In-ternetseite einen Hinweis auf den Vertrag – aber klein und unscheinbar in einem Fließtext am linken und rechten Rand. Danach richtete sich das Angebot nur an 'Firmen, Gewerbetreibende, Vereine, Handwerksbetriebe, Behörden oder selbstständige Freiberufler'. "In einem von der Verbraucherzentrale NRW angestrengten Verfahren hat das Oberlandesgericht Hamm der Abzocke Anfang 2017 einen Riegel vorgeschoben: Nach einem nun rechtskräftigen Urteil hat das Unternehmen gesetzliche Informationspflichten nicht erfüllt – wie zum Beispiel die klare und ver-ständliche Angabe des Preises. Dazu gehört auch, einen eindeutigen 'Kaufen'-Button zu präsentieren. Außerdem hätten Verbraucher über das bei Online-Verträgen zustehende Widerrufsrecht informiert werden müssen. Verbraucher, die sich angemeldet haben, müssen daher nicht zahlen. Dieses Beispiel zeigt, wie Rechtsberatung im Einzelfall und Aktivitäten zum generalisierenden rechtlichen Verbraucherschutz wirkungsvoll Hand in Hand gehen", freut sich die Beratungsstellenleiterin über durchschlagenden Erfolg gegen Abzocke im Internet.

Das lange Warten auf uneingeschränkte Teilhabe am Zahlungsverkehr hatte 2016 ein Ende: Seit dem 18. Juni gibt es einen gesetzlich geregelten Rechtsanspruch auf ein Basiskonto für jedermann! Und dieser besteht auch für Asylsuchende und Flüchtlinge sowie für Obdachlose. Auch Negativeinträge bei der Schufa und finanzielle Schwierigkeiten sind kein legitimer Grund, die Einrichtung eines Basiskontos zu verweigern. Die Beraterinnen und Berater der Verbraucherzentrale halfen den Betroffenen bei der Einrichtung des Basiskontos.

Informationen rund um den Wegfall der Roaming-Entgelte beim Surfen, Simsen und Telefonieren ins oder aus dem europäischen Ausland hat die Verbraucher-zentrale aktuell ebenso auf dem Radar wie einen Check, ob Banken sich bei der Vergabe von Verbraucherkrediten an die neuen gesetzlichen Vorgaben zur Kreditwürdigkeitsprüfung halten. Außerdem: Dass große Player unter den Anbietern bei nicht bezahlten Rechnungen mit eigenen Inkassobüros oder externen Dienstleistern ein einträgliches Geschäftsmodell mit dem Masseninkasso auf den Weg gebracht haben, hat die Verbraucherzentrale jetzt öffentlichkeitswirksam angeprangert. Nicht selten ist, dass für eine nicht eingelöste Lastschrift durchs Forderungsmanagement die doppelten Kosten fällig werden.

Für den Ausblick: 2017 startet die Verbraucherzentrale Essen jetzt mit "Get in" einem Projekt, um geflüchtete Menschen fit für den hiesigen Konsumalltag zu machen. Die neue Bildungstrainerin vermittelt in Trainingseinheiten in Integrations-kursen etwa das kleine Einmaleins bei Handyverträgen oder Geldgeschäften.

Herausgeber:

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Hollestraße 1
45127 Essen
Telefon: +49 201 64957401
E-Mail: essen@verbraucherzentrale.nrw

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