5 Jahre Essener Bündnis für Familie

28.08.2014

Seit fünf Jahren setzt sich das Bündnis für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein. Ob betriebsnahe Kinderbetreuung, neue Teilzeitmodelle oder das selbst entwickelte Zertifizierungsverfahren "Essener Audit – Familienfreundliches Unternehmen": Die Bandbreite personalpolitischer Möglichkeiten ist seitdem enorm gewachsen.

Seit seiner Gründung 2009 im Beisein von Ursula von der Leyen, damals Bundesfamilienministerin, hat sich das Essener Bündnis für Familie zu einem starken Netzwerk mit inzwischen über 120 Bündnismitgliedern entwickelt. Mit klaren Leitsätzen und Zielen erarbeitet das Bündnis praxistaugliche Modelle, mit denen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf erfolgreich in Unternehmen, Organisationen und bei den Arbeitnehmern umgesetzt und gelebt wird. Hierzu gehören Projekte wie die RWE Kita Lumiland, die in Kooperation mit dem Jugendamt entstand, ebenso wie die bei der Sparkasse Essen eingeführte "Familienpflegezeit plus" oder die Familiengenossenschaft der NOWEDA eG. Auch die Beratung oder die Informationsarbeit, zum Beispiel über ein gemeinsames Web-Portal unter www.essener-buendnis-fuer-familie.de, zählen zu den Schwerpunkten des Bündnisses. Als Teil der Initiative "Lokale Bündnisse für Familie" des Bundesministeriums genießt das Essener Bündnis für Familie auch bundesweite Akzeptanz.

Bistum Essen als neuestes Mitglied

Klaus Pfeffer, Generalvikar und somit Verwaltungschef des Bistums Essen, zeigt sich von den Chancen der Bündnisarbeit überzeugt. "Wir freuen wir uns darauf, von den Erfahrungen des Bündnisses zu profitieren und die anderen Bündnispartner an unseren Erfahrungen teilhaben zu lassen. Im Mittelpunkt unseres christlichen Auftrags stehen der Mensch und seine Familie. Deshalb ist die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ein zentraler Gedanke für uns als Arbeitgeber. Ich bin mir sicher, dass wir gemeinsam noch viel für Familien erreichen können."

Kuratorium unter Vorsitz von Oberbürgermeister Reinhard Paß

Ähnlich wie bei einer Stiftung steht dem Bündnis ein Kuratorium mit Vertretern der Unternehmen, der Stadt und aller relevanten gesellschaftlichen Gruppen vor. Oberbürgermeister Reinhard Paß ist bereits seit 2011 dessen Vorsitzender. "Familienfreundliche Unternehmen an unserem Standort Essen sind ein entscheidender Schlüssel für die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Wir rücken die Interessen von Familien in den Fokus der Öffentlichkeit und stärken damit gleichzeitig die Unternehmen aller Branchen. Denn wo Familienfreundlichkeit gelebt wird, ergeben sich auch signifikante wirtschaftliche Vorteile", so Paß.

Davon weiß auch Ulrich Kanders, Hauptgeschäftsführer des Essener Unternehmensverbands (EUV), zu berichten: Die Mitarbeiterzufriedenheit in familienfreundlichen Unternehmen sei höher, der Krankenstand niedriger und die Elternzeit kürzer, betont Kanders. Außerdem orientierten sich Fachkräfte auf der Suche nach einem neuen Arbeitgeber immer häufiger auch an dessen familienfreundlicher Personalpolitik – ein klarer Wettbewerbsvorteil beim viel diskutierten Fachkräftemangel.

Ein regelmäßig einberufener Arbeitsausschuss des Bündnisses plant Dialogveranstaltungen und die Teilnahme an Fachtagungen oder begleitet die Umsetzung des Essener Kids Day, bei dem die Kinder in die Betriebe ihrer Familienmitglieder hineinschnuppern können. Federführend agiert dabei auch die Stadt selbst: Mit dem Beigeordneten Peter Renzel, Geschäftsbereichsvorstand Jugend, Bildung und Soziales, und verschiedenen Mitarbeitern des Jugendamts, das auch die Koordinierungsstelle des Bündnisses leitet und die Geschäftsführung stellt, stehen dem Bündnis erfahrene Kräfte, selbst berufstätige Mütter und Väter, zur Seite. Eine ebenfalls tragende Rolle spielt die Kinderstiftung Essen, die bereits maßgebend an der Gründung des Essener Bündnisses für Familie beteiligt war und auch das "Essener Audit" mit initiiert und entwickelt hat.

Entwicklung eines eigenen Zertifizierungsverfahrens

Mit dem "Essener Audit – Familienfreundliches Unternehmen" hat das Bündnis ein unbürokratisches und dialogorientiertes Zertifizierungsverfahren auf den Weg gebracht, das Essener Unternehmen – auf freiwilliger Basis – auf den "Prüfstand" stellt und auch für kleinere Unternehmen praktikabel ist. Nach Beratungsgesprächen wird der Ist-Zustand im Unternehmen erhoben und eine Zielvereinbarung mit konkreten Maßnahmen für die folgenden drei Jahre verbindlich unterzeichnet. Im Fokus steht dabei die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch verschiedene Angebote im Unternehmen, unter anderem flexible Arbeitszeitregelungen, Teilzeit-Modelle oder die systematische Unterstützung beim Wiedereinstieg in den Beruf. Entwickelt wurde das Untersuchungsverfahren in Kooperation zwischen dem Essener Unternehmerverband, der Stadt, der Industrie- und Handelskammer und der Kreishandwerkerschaft sowie der Kinderstiftung Essen. Inzwischen konnten bereits zwölf Unternehmen und zwei Tochtergesellschaften zertifiziert werden, die nun das begehrte Siegel tragen und kontinuierlich an der Optimierung ihrer Familienfreundlichkeit arbeiten.

Städtische Erfolge bei der Kinderbetreuung

Rat und Verwaltung der Stadt Essen haben den Ausbau der Kinderbetreuungsangebote zu einer Aufgabe von höchster Priorität entschieden. Zum Stichtag 1. August sind bereits 124 neue Kita-Gruppen mit insgesamt 1.755 Betreuungsplätzen geschaffen worden. Davon sind 914 Plätze für unter 3-jährige Kinder ("u3-Plätze") und 841 für über 3-jährige Kinder ("ü3- Plätze"). Bis zum Ende des laufenden Kitajahres 2014/2015 werden voraussichtlich noch 24 weitere Gruppen mit insgesamt 401 Plätzen (158 u3- und 243 ü3-Plätze) entstehen.

Möglich gemacht wurde dieser rasante Ausbau von der Stadt Essen auf ganz unterschiedliche Weise: Einerseits konnten Anbaumaßnahmen in Bestandskitas die Zahl der Plätze erhöhen, anderseits sorgten Umbaumaßnahmen in Bestandsgebäuden auch zu Kitaneugründungen. Aber es wurde auch auf Freiflächen neu gebaut, so zum Beispiel in der Diergardtstraße, Im Beuler Feld oder an der ThyssenKrupp-Allee. Zusätzlich konnten auch Kindertagespflege-Verbünde ganz neu gegründet werden. Damit ist die Stadt Essen auf einem guten Weg, der Familienfreundlichkeit auch durch zusätzliche und adäquate Betreuungsplätze Ausdruck zu verleihen.

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