Foto: Oberbürgermeister Reinhard Paß überreicht das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der BRD an Norbert Wehr Oberbürgermeister Reinhard Paß überreicht das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der BRD an Norbert Wehr Foto: Elke Brochhagen

Verleihung des Verdienstkreuzes am Bande

Hohe Auszeichnung für Norbert Wehr

15.01.2015

Das Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland erhielt Norbert Wehr am heutigen gen Donnerstag (15.1.). Oberbürgermeister Reinhard Paß überreichte Norbert Wehr die Auszeichnung für sein jahrzehntelanges Engagement im kulturellen Bereich.

Wehr, studierter Literaturwissenschaftler, arbeitet als Publizist, Hörfunkautor und Literaturkritiker und gibt seit 1982 die Literaturzeitschrift "Schreibheft" heraus. Mit Gespür, Kenntnis und Beharrlichkeit machte er das "Schreibheft" in den letzten 30 Jahren zu einer der bedeutendsten Literaturzeitschriften im deutschsprachigen Raum. Als Beleg für die Qualität seiner Arbeit gilt die Tatsache, dass die unter seiner Leitung herausgegebenen Ausgaben bereits 1998 im Reprint erschienen. Die Zeitschrift erscheint zweimal im Jahr mit einer Auflage von etwa 2.500 Exemplaren. Er muss die Finanzierung der Zeitschrift, bei der jedes Heft etwa 200 Seiten umfasst, selbst sicherstellen.

Eigens für das "Schreibheft" entwickelte Norbert Wehr ein neues redaktionelles Konzept, das darin besteht, einen Gegenstand - sei es ein Autor, ein Buch, eine literarische Gruppe, die Literatur einer Sprache - in Schwerpunktdossiers zu facettieren und dazu möglichst viele Originaltöne literarischer, biographischer, übersetzerischer oder wissenschaftlicher Auseinandersetzung zu versammeln.
Die Hefte widmen sich jeweils bestimmten Themenbereichen (zum Beispiel die Neuübersetzung von Hermann Melvilles "Moby Dick" oder "Literatur aus Serbien" mit Peter Handke) und erreichen durch exklusive Beiträge und eine strenge Dossier-Form eine größere "Haltbarkeit" als andere Literaturzeitschriften. Die Hefte eignen sich dazu, wie ein Buch gelesen zu werden. Wer genug Zeit und eine gute Lesekondition mitbringt, dem erschließt sich ein Kompendium zeitgenössischer Weltliteratur. Häufig wurden fremdsprachliche Texte für die Zeitschrift erstmals ins Deutsche übersetzt und werden so als "Originalliteratur" dem deutschen Leser zugänglich gemacht, versehen mit gründlichen Hintergrundinformationen und in bislang unbekannten Zusammenhängen.

Mittlerweile wurde das gesamte Archiv seiner Zeitschrift der "Stiftung Insel Hombroich" als "Vorlass" übertragen. Das "Norbert-Wehr-Archiv" der Zeitschrift "Schreibheft" umfasst sämtliche Manuskripte, die Autoren und Übersetzer zur Publikation in der Zeitschrift zur Verfügung gestellt haben, die gesamte Korrespondenz mit Autoren, Übersetzern und Mitarbeitern der Zeitschrift, ein Pressearchiv, eine Dokumentensammlung, eine Sammlung anderer Literaturzeitschriften und eine belletristische Bibliothek mit etwa 7.500 Bänden sowie sämtliche Erstausgaben des "Schreibhefts". Die Schenkung von Norbert Wehr umfasst auch das zukünftige anfallende Material und stellt damit eine bedeutende Position im Gesamtarchiv der "Stiftung Museum Insel Hombroich" dar.

Seit vielen Jahren organisiert er Literaturveranstaltungen im Essener Folkwang-Museum (früher im Grillo-Theater), zu denen namhafte Literaten erscheinen. Die Liste der Eingeladenen liest sich wie ein "who ist who" der zeitgenössischen Literatur. Vielfach lud er auch Autorinnen oder Autoren ein, bevor diese zu einem späteren Zeitpunkt mit Literaturpreisen und Auszeichnungen geehrt wurden.

Das "Schreibheft" und auch sein Herausgeber sind mit einer Reihe von Preisen ausgezeichnet worden. 1988 erhielt Wehr den Förderpreis des Landes Nordrhein-Westfalen für junge Künstler", 1989 den "Förderpreis zum Lessing-Preis der Stadt Hamburg" und 1994 den "Alfred-Kerr-Preis" für Literaturkritik und den "Calwer Hermann-Hesse-Preis" für das "Schreibheft". 1998 folgte ein Literaturpreis des Landes Nordrhein-Westfalen. 2010 erhielt er den "Literaturpreis Ruhr". Die Preise für das "Schreibheft" einerseits und für ihn andererseits belegen wie eng die Literaturzeitschrift mit dem Herausgeber verbunden ist.

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