Sven Dirkmann, nominiert in der Kategorie Kunst. Foto: Elke Brochhagen

Hamid Merh, nominiert in der Kategorie Kunst. Foto: Elke Brochhagen

Portrait eines jungen Mannes Julian Steinberg "Jarnoth", nominiert in der Kategorie Kunst. Foto: Constantin Rieß

Ein Symphonieorchester konzertiert Das Essener Jugend-Symphonie-Orchester, nominiert in der Kategorie Kunst. Foto: Frank Vinken

"Essens Beste" geht in die "heiße" Phase

Nominierte für den Kunstpreis stehen fest

25.02.2015

Wenn am 24. April bei der großen Gala in der Essener Philharmonie "Essens Beste" zum sechsten Mal gekürt werden, stehen wieder junge Essener im Rampenlicht, die Großartiges geleistet haben. Sie werden im Rahmen einer Festveranstaltung mit Geld- und Sachpreisen ausgezeichnet und geehrt. Rund 600 junge Talente wurden für sechs Kategorien und einen Sonderpreis vorgeschlagen. Jetzt haben die Vorjurys damit begonnen, für jede Kategorie und den Sonderpreis vier Kandidaten zu nominieren.

Die Jury hat für den "Kunst-Preis" der Stiftung Mercator ihre Wahl getroffen:

Sven Dirkmann (27) aus Überruhr
Eigentlich hat Sven nie an sein künstlerisches Talent geglaubt. Stattdessen engagierte er sich in der Kinder- und Jugendarbeit und arbeitete dort mit benachteiligten Kindern. Später absolvierte er eine Berufsausbildung zum Erzieher – eine Arbeit, die ihm so viel Spaß bereitete, dass er selbst in seiner Freizeit und in seinem Urlaub Kinder aus schwierigen Verhältnissen betreute. Seine Kunstlehrerin, die ihn fördern wollte, meldete ihn ohne sein Wissen für die Essener Jugendkunstausstellung an - und Sven räumte den Preis ab. Verschiedene Ausstellungen und Preise später wurde Sven klar, dass er Kinder und Jugendliche nicht ermutigen kann, ihre Träume zu verwirklichen, ohne es selbst auch zu tun. Deshalb wagte er es: Obwohl er kein Abitur hatte bewarb er sich an der Folkwang Universität der Künste – und wurde genommen. Sein Studium wird Sven voraussichtlich im nächsten Jahr mit dem Bachelor abschließen. Danach will er Bildhauerei an der Kunstakademie Düsseldorf studieren.

Hamid Merhi (23) aus Altendorf
… oder wie seine Schwester ihn beschreibt: "Ein Junge aus Essen, der beinahe den falschen Weg gegangen wäre. Ein Junge, der auf der Förderschule war und dann studiert hat, weil er die Filmkunst liebt." Hamid, der Junge mit libanesischem Hintergrund, hatte es in der Schule nicht leicht. Die Liebe zum Film ließ ihn jedoch aufblühen. Als er von der internationalen Filmschule in Köln erfuhr, begann er sein Leben in die Hand zu nehmen. Von der Förderschule gelang ihm der Wechsel zur Hauptschule. Geholfen haben ihm dabei seine Zielstrebigkeit und der Glaube daran, dass er es schaffen kann. Und der Erfolg hat ihm Recht gegeben: Als Erster, der "nur" einen Hauptschulabschluss vorweisen kann, schaffte er es, einen Studienplatz an der Filmschule zu ergattern. Heute betreibt Hamid sein eigenes Unternehmen mit dem Namen "MerhiCinema" und dreht Werbefilme für namhafte Firmen. Ehrenamtlich dreht er mit Schülerinnen und Schülern Dokumentationsfilme. Dabei geht es ihm nicht nur darum, Filme zu produzieren. Die jungen Menschen stehen für Hamid im Mittelpunkt. Mit seiner Geschichte zeigt er ihnen, dass es gelingen kann, aus seinem Leben etwas zu machen.

Julian Steinberg (25) aus Stoppenberg
Jarnoth, wie Julian sich nennt, ist Puppenspieler und Drehbuchautor. Er beschäftigt sich mit den unterschiedlichen Aspekten rund um das Thema Jugend, wie auch sein Jugendfilm "Fünfsechstel", dessen Autor er ist, zeigt. Er hatte im Februar 2013 auf dem Max-Ophüls-Festival seine Deutschlandpremiere und war in der Kategorie "Bester mittellanger Film" nominiert. Gezeigt wurde der Film auch in Cannes in der "Short Film Corner". Jarnoth war Mitglied im Schauspielensemble der Folkwang Musikschule in Essen, heute ist er im Absolventenjahrgang der Hochschule "Ernst Busch“ in Berlin. Ob die Entwicklung eines Handpuppenstücks für das Theater Koblenz, ein Engagement an der Staatsoper Saarbrücken, ein deutsch-russischer Austausch gemeinsam mit einem Team aus ganz Deutschland und dem Goethe Institut in Wolgograd oder die Präsentation seines ersten Solostücks auf dem Puppenspielfestival in Österreich: wenn es um spannende und innovative Projekte geht, ist Puppenspieler und Drehbuchautor Jarnoth in seinem Element. Auch hat er sich sozial engagiert: Sein Spiel-Talent nutzte Jarnoth, um Kita Kinder mit sprachlichem Förderbedarf in ihrer Sprachentwicklung zu fördern.

Das "Essener Jugend-Symphonie-Orchester"
Das 1953 gegründete Jugendsymphonie-Orchester - auch "Jusi"-Orchester genannt - ist das älteste Ensemble seiner Art in NRW. Die ursprüngliche Idee war es, herausragenden Musikerinnen und Musikern aus Essener Schulorchestern die Möglichkeit zu hochwertigem Musizieren zu geben. Heute besteht das Orchester aus 61 Mitgliedern und gilt immer noch als eine Talentschmiede für Berufsmusikerinnen und Berufsmusiker aller Sparten und führt regelmäßig Sommer- und Herbstkonzerte, sowie Benefizkonzerte auf. Zudem ist es ein gefragter Partner für die Zusammenarbeit mit bekannten Chören weit über Essen hinaus.

"Essens Beste": Anerkennung für junge Essenerinnen und Essener
"Essens Beste"- das sind junge Essenerinnen und Essener. Aber nicht irgendwelche, sondern ganz besondere: Solche, die durch Engagement für die Gemeinschaft, durch Zivilcourage oder persönliche Höchstleistungen auffallen. Die Auszeichnung "Essens Beste", deren Preise und Ausrichtung von der Essener Wirtschaft und Essener Akteuren gestiftet werden, macht das publik und schafft zugleich junge Vorbilder für eine aufstrebende Metropole. Seit 2004 werden "Essens Beste" im Rahmen einer großen Gala in der Philharmonie Essen geehrt. Entsprechend der Bedeutung der Auszeichnung ist Oberbürgermeister Reinhard Paß Schirmherr von "Essens Beste". Durchgeführt wird die Aktion vom Jugendamt der Stadt Essen. Die nächste Ehrung findet am Freitag, 24. April, 19 Uhr, in der Philharmonie Essen statt. Mehr Infos unter www.essensbeste.de.

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