essen.de > Rathaus > Ämter > Presse-und Kommunikationsamt

Häufig gestellte Fragen zum Thema Kampfmittelbeseitigung

Grafik: Radius eines Evakuierungsbereiches
Je nachdem, wie groß die Sprengkraft ist, wird der Sprengmeister des Kampfmittelräumdienstes einen Radius festlegen, in dem sich keiner mehr in seiner Wohnung oder an seinem Arbeitsplatz aufhalten darf.

Welche Gefahr geht von Bombenblindgängern aus?

Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg stellen auch sieben Jahrzehnte nach Kriegsende noch eine erhebliche Gefahr dar. Viele liegen noch unentdeckt im Boden und werden z.B. im Rahmen von Sondierungen für Baustellen oder bei Bauarbeiten gefunden. Die Sprengkörper von Bombenblindgängern sind immer noch intakt und daher genauso gefährlich wie zu Zeiten des Krieges. Zum Teil werden sie durch die Alterung immer empfindlicher und äußere Einflüsse wie Erschütterungen, Lageänderungen oder Temperaturschwankungen können dazu führen, dass sie explodieren. Dies ist ein Risiko, das nicht unterschätzt werden darf.

Was muss die Stadt tun, wenn ein Blindgänger gefunden wird?

Die Stadt muss umgehend den Kampfmittelräumdienst über den Fund informieren. Die Experten erkennen um was für eine Art Bombe es sich handelt und wie gefährlich sie ist. Je nachdem um was für eine Bombe es sich handelt, muss diese gesprengt oder entschärft werden.
Aufgrund des hohen Risikos, dass von den Blindgängern ausgeht, hat die die Bezirksregierung Düsseldorf die Städte verpflichtet sofort Maßnahmen einzuleiten, damit die Bombe so schnell wie möglich gesprengt oder entschärft werden kann. Im Idealfall noch am selben Tag.
Früher hatte man einige Tage Zeit, um diesen Prozess vorzubereiten. Die neuen Regelungen haben daher nicht nur Auswirkungen auf die Arbeit der Behörden, sondern unter Umständen auch auf Ihren Alltag.

Wer entschärft oder sprengt eine Bombe?

Bombenblindgänger werden von einem Sprengmeister des Kampfmittelräumdienstes entschärft.
Er stellt fest, wie groß die Gefahr durch Sprengkraft und Zünder sind. Auf dieser Grundlage entscheidet der Experte, ob die Bombe entschärft oder gesprengt wird. Außerdem legt der Sprengmeister einen Sicherheitsradius fest, in dem Gebäude evakuiert und Straßen gesperrt werden müssen.

Weitere Infos / Kampfmittelbeseitigung Bez.Reg. Düsseldorf

Warum müssen manche Bomben gesprengt werden?

Bomben mit einem chemischen Säurezünder, einem Zeitzünder, sind besonders gefährlich. Der empfindliche Zünder kann auf kleinste Bewegungen reagieren und die Bombe detonieren lassen.
Diese Bomben waren ursprünglich dafür konstruiert, Lösch- und Bergungsarbeiten nach einem Luftangriff zu behindern und durch die Detonation noch Stunden nach Ende des Luftangriffs auch Personen zu treffen, die ihre Schutzräume bereits verlassen hatten. Die Bomben sind also extrem unberechenbar und müssen daher so schnell wie möglich kontrolliert gesprengt werden.

Welche Bomben können entschärft werden?

Bombenblindgänger mit einem Aufschlagzünder können oft von einem Kampfmittelbeseitiger entschärft werden, indem der Zünder entfernt wird. Auch diese Bomben müssen allerdings in Zukunft unverzüglich entschärft werden. Auch in diesem Fall muss eine mögliche Explosion der Bombe immer berücksichtigt werden.

Was bedeutet ein Bombenfund für jeden Einzelnen?

Jede Entschärfung oder auch Sprengung geht mit umfangreichen Sperrungen und der Evakuierung des direkten Umfeldes einher. Betroffene Wohngebiete müssen binnen weniger Stunden für den Zeitraum einer Entschärfung oder Sprengung evakuiert werden. Der Luftraum im Umkreis des Bombenfundortes wird gesperrt. Alle Bahnlinien in einem gewissen Sicherheitsradius werden gesperrt. Außerdem werden auch alle Fußwege im Umfeld gesperrt.

Wer ist besonders von einem Bombenfund betroffen?

Personen, die in der Nähe des Bombenfundortes wohnen oder arbeiten. Der Kampfmittelräumdienst legt daher zwei Sicherheitsradien fest in denen Gebäude evakuiert werden müssen oder für die luftschutzmäßiges Verhalten gilt. Eine Evakuierung bedeutet, dass Sie ein Gebäude für die Zeit der Sprengung oder Entschärfung verlassen müssen. Luftschutzmäßiges Verhalten bedeutet, dass Sie sich während der Sprengung zwar im Gebäude aufhalten dürfen aber in Räumen, die vom Bombenfundort abgewandt liegen. Außerdem sollten Sie sich nicht in der Nähe von Fenstern aufhalten.

Wann muss ich mit einer Evakuierung rechnen?

Es gibt unterschiedlich große Bombenblindgänger, die unterschiedlich viel Sprengstoff enthalten. Je nachdem, wie groß die Sprengkraft ist, wird der Sprengmeister des Kampfmittelräumdienstes einen Radius festlegen, in dem sich keiner mehr in seiner Wohnung oder an seinem Arbeitsplatz aufhalten darf.
Diese unmittelbar betroffenen Bereiche werden vom Ordnungsamt evakuiert. Achten Sie daher frühzeitig auf Lautsprecherdurchsagen und schalten Sie das Radio (UkW 102.2 oder 150.0) an. Die Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden bei Ihnen anschellen und Sie zum Verlassen Ihrer Wohnung auffordern, wenn es nötig ist.

Woher weiß ich, dass ich evakuiert werde und was muss ich tun?

Sie werden bereits kurz nach dem Fund einer Bombe durch Lautsprecherdurchsagen informiert. Das bedeutet, dass Sie sich darauf einstellen müssen, Ihre Wohnung oder Ihren Arbeitsplatz in Kürze zu verlassen. Mitarbeiter des Ordnungsamtes werden Sie zu gegebener Zeit zum Verlassen Ihrer Wohnung oder Ihres Arbeitsplatzes auffordern. Hierbei handelt es sich nicht um eine Bitte, sondern um eine Anordnung, der Sie zu Ihrer eigenen Sicherheit Folge leisten müssen.

Kann man mich zwingen, meine Wohnung zu verlassen?

Ja. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben die Pflicht, Sie vor dem Risiko einer explodierenden Bombe zu schützen. Alle Behörden sind sich darüber bewusst, dass eine Evakuierung einen großen Einschnitt in Ihren Alltag bedeutet. Bombenblindgänger stellen aber unter Umständen eine tödliche Gefahr dar. Sie werden sicher verstehen, dass diese Gefahr den Aufwand rechtfertigt.

Wo kann ich hingehen, wenn ich meine Wohnung verlassen muss?

Für den Zeitraum der Entschärfung oder Sprengung stellt die Stadt Essen einen Sammelplatz zur Verfügung, an dem Sie sich aufhalten können. Die Mitarbeiter von Ordnungsamt, Feuerwehr und Polizei können Ihnen den Standort nennen.
Wie lange der Kampfmittelräumdienst für den Einsatz benötigt, kann im Vorfeld nicht gesagt werden. Sie müssen sich unter Umständen auf einen mehrstündigen Aufenthalt außerhalb Ihrer Wohnung einstellen.

Was passiert, wenn z.B. ein Krankenhaus oder ein Kindergarten in der Nähe des Bombenfundortes liegt?

Altersheime und Krankenhäuser werden bei Bedarf durch die Rettungsdienste evakuiert.
Kinder werden von Ihren Erziehern oder Lehrern zu den Not-Sammelstellen begleitet. Dort können Sie von Ihren Eltern abgeholt werden. Schulen und Kitas kontaktieren Sie in diesem Fall.

Was mache ich, wenn ich Hilfe benötige?

Pflege- oder hilfebedürftige Personen können über den Hausnotruf ermittelt und kontaktiert werden.
Im Falle des Falles wird die Stadt Essen ein Infotelefon schalten, an das Betroffene sich wenden können. Hier können auch hilfebedürftige Personen gemeldet werden, die von den Rettungsdiensten evakuiert werden müssen. Das Infotelefon ist unter der 0201/ 123-8888 erreichbar.

Wie kann ich mich über den aktuellen Stand zu den Maßnahmen auf dem Laufenden halten?

Radio Essen UKW 102.2 oder 105.0
Kabelfrequenz 92.15 MHz

Auf www.essen.de

Über unsere Sozialen Medien:

Unter der Info-Telefonnummer: 0201/ 1238888

Hier und in den Notunterkünften erfahren Evakuierte auch, wann Sie wieder nach Hause zurückkehren können.

Wie viele Bomben werden in Essen überhaupt noch gefunden?

In Essen werden jährlich immer noch rund 10 Bombenblindgänger gefunden. Über Essen wurden maßgeblich viele Bomben abgeworfen. Gerade die Rüstungsindustrie und deren Zulieferer im Ruhrgebiet waren Ziele der Alliierten.

Wie entdeckt man eine Bombe?

Darüber, wo ein Blindgänger versteckt sein könnte, liefern Luftaufnahmen von den Alliierten erste Anhaltspunkte. Zudem ist es möglich, mit Eisendetektoren und Magnetfeldmessungen gezielt nach Blindgängern zu suchen. Oft kommen die Bomben bei Bauarbeiten ans Tageslicht.

 
Um das Informationsangebot der Internetseite nutzerfreundlicher zu gestalten, verwenden wir Cookies. Falls Sie mit der Speicherung von Cookies nicht einverstanden sind, finden Sie in unserer Datenschutzerklärung weitere Informationen.
OK