Erste Städtepartnerschaft der Stadt

Im Jahr 1949 war es kein leichtes Unterfangen, zwischen den ehemaligen Kriegsgegnern England und Deutschland zu vermitteln. Geglückt ist dies Mister Nicholson, Erziehungsoffizier der damaligen britischen Militärregierung in Düsseldorf. Mit großem Engagement suchte er nach neuen Verständigungsmöglichkeiten, vor allem, um den nachwachsenden Generationen ein neues Bild vom ehemaligen Feindland zu vermitteln. So schlug er dem Jugendamt der Stadt Essen vor, Freundschaft mit einer englischen Stadt zu schließen. Daraus erwuchs die erste Städtepartnerschaft Essens.

Die ersten Austausche

Beim ersten Austausch 1949 waren die Teilnehmenden zunächst skeptisch. Doch relativ schnell begeisterten sich Jugendliche, deutsche und englische Sportvereine, Chöre und Theatergruppen für diese Kooperation. Heute sind für viele Essener Schulen Besuche in Sunderland zum festen Bestandteil ihres Bildungsangebots geworden.

Ähnliche Vergangenheit

Dass die Wahl damals auf Sunderland fiel, war kein Zufall. Zwar ist die Küstenstadt im Nordosten Englands mit heute 280.000 kleiner als Essen, hat aber in ihrer Wirtschafts- und Bevölkerungsstruktur vieles mit der Ruhrmetropole gemeinsam: Die Entstehung der Stadt geht auch in Sunderland auf die Gründung eines Klosters zurück. Außerdem war Sunderland lange Zeit Zentrum des Schiffbaus und auch von der Montanindustrie geprägt. Die Stadt verfügte über den wichtigsten Kohle-Exporthafen des Reviers von Durham. Mit dem Niedergang traditioneller Industrien Mitte der 1990er Jahre haben sich in Sunderland moderne Industriezweige wie Elektronik-, Chemie-, Automobil- und Papierindustrie niedergelassen.

Ähnlichen Strukturwandel

Sunderland hat einen ebenso umwälzenden Strukturwandel erlebt, wie Essen und ist Sitz einer Universität mit mehr als 20.000 Studierenden. Mit zahlreichen historischen Monumenten, Galerien, Parks und einem gut ausgebauten Radwegenetz wird Sunderland auch für Touristen immer anziehender.