Transformation städtischer Strukturen

Tampere im Südwesten Finnlands war durch weltpolitische und wirtschaftliche Entwicklungen vor ähnliche Herausforderungen in der Transformation der städtischen Strukturen gestellt, wie Essen. Da sich beide Städte in einer vergleichbaren Situation befanden, erschien die gemeinsame Bewältigung dieser Aufgabe schon 1960 in Form einer Städtepartnerschaft sinnvoll und für beide Seiten gewinnbringend.

Drittgrößte Stadt Finnlands

Mit etwa 220.000 Einwohnern ist Tampere die drittgrößte Stadt Finnlands. Neben der Hauptstadt Helsinki bildet es den zweiten kulturellen und industriellen Schwerpunkt des Landes im hohen Norden. Tampere liegt in einer der drei am schnellsten wachsenden Regionen des Landes und ist das pulsierende Herz des Wirtschaftsraumes Pirkanmaa, in dem rund 500.000 Menschen vor allem von der Technologie-, Gummi-, Schuh- und Papierfabrikation sowie vom Maschinenbau leben. Tampere verfügt über eine erstklassige Verkehrsanbindung und ist mit seinen zwei Häfen, dem internationalen Flughafen und der direkten Autobahnverbindung nach Helsinki ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt.

Bildungssektor als starkes Standbein

Nachdem Zerfall der Sowjetunion fielen für die Stadt viele wichtige Wirtschaftsbeziehungen weg, denn die guten Handelskontakte zur UdSSR hatten Tampere eine langanhaltende wirtschaftliche Blüte beschert. Die wichtigsten Absatzmärkte gingen verloren und seither weiß man dort, was Arbeitslosigkeit bedeutet und muss sich neuorientieren. Ein starkes Standbein ist dabei der Bildungssektor. An drei Universitäten und Hochschulen werden rund 17.000 Studierende ausgebildet. Daneben spielen Kultur und Sport eine wichtige Rolle.

Erstrangiges touristisches Ziel

Architektonisch überwiegen in Tampere trotz Industrie keineswegs die Zweckbauten. Vielmehr ist die Stadt ein einziges Freilichtmuseum und beeindruckt mit historischen Holzhäusern, Jugendstilvillen, bemerkenswerten Gebäuden der Moderne und sakralen Bauten aus fast jeder Epoche. Museen, ein Freilichttheater, der Dom und mehrere innerstädtische Parkanlagen runden das Bild einer gewandelten Stadt ab. Überdies darf sich die Stadt außerordentlicher landschaftlicher Schönheiten rühmen. Sie liegt inmitten unendlichen Grüns zwischen zwei großen Seen und ist für Touristen ein erstrangiges Ziel.