Neufassung des Essener Konzepts

Ratsauftrag zur Weiterentwicklung unter Einbeziehung der Integration von Flüchtlingen.

Am 26. Februar 2014 hatte der Rat der Stadt Essen das strategische Konzept zum Ausbau der Interkulturellen Orientierung beschlossen. Dieses „Strategiekonzept Interkulturelle Orientierung“ umfasst strategische Zielaussagen, operative Teilziele und Maßnahmenvorschläge für den Zeitraum 2012-2016 und ist die Nachfolge des „Konzeptes für die interkulturelle Arbeit in der Stadt Essen“ von 1999.

Mit dem Monitoring-Bericht 2016 wurden nach fünf Jahren relevante Trends und Entwicklungen und Perspektiven aufgezeigt.

Jetzt soll das Srategiekonzept Interkulturelle Orientierung und das in 2016 beschlossene Strategiekonzept zur Integrations von Flüchtlingenunter Federführung des Kommunalen Integrationszentrums weiterentwickelt werden.

Dazu wurden im Vorfeld Ideenwerkstätten durchgeführt.

Beabsichtigt ist es bis zum Herbst 2019, anhand der Ergebnisse und weiterer Fachdiskurse das neue Konzept "Zusammenleben in Vielfalt" durch den Rat der Stadt Essen beschließen zu lassen.

Ideenwerkstatt Bildung

Diskurs über bestehende und neue Handlungsansätze der Integrationsarbeit im Bildungsbereich

Am 25.09.2018 trafen sich Expertinnen und Experten aus dem Bildungsbereich zu einem Diskuirs für die Herausforderungen im vorschulischen und schulischen Bildungsbereich. Die Hauptthemen umfassten Inputs zu
Elternbildung
Sprachbildung
Übergänge

Anschließend wurde in Gruppen an Word-Cafe-Tischen diskutiert unter den Fragestellungen:
Wo stehen wir? Was wollen wir in den nächsten Jahren erreichen?
Wer kann was dazu beitragen?

Die Ergebnisse können Sie in der Dokumentation der Ideenwerkstatt Bildung über einen Link auf der rechten seite nachlesen.

"ESSEN.Interkulturelle Stadt - Zusammenleben in Vielfalt"

Diskurs über bestehende und neue Handlungsansätze der interkulturellen Orientierung und Integrationsarbeit

Am 29.Juni 2018 kamen unter dem Motto „ESSEN.Interkulturelle Stadt – Zusammenleben in Vielfalt“ über 110 Akteure aus Politik,Verwaltung, Verbänden und Organisationen ins Gespräch, um die die bestehenden Handlungsansätze und Strategien der Integrationsarbeit zu diskutieren.

Die Dokumentation der Ideenwerkstatt finden über den Link auf der rechten Seite.

Auf der Ideenwerkstatt konnten die Teilnehmenden nach einer Einführung zum aktuellen Stand in vier Werkstätten zu Schwerpunkten diskutieren:
Werkstatt 1 Zusammenleben im Stadtteil
Werkstatt 2 Interkulturelle Öffnung
Werkstatt 3 Teilhabe und Mitwirkung
Werkstatt 4 Gesundheit und Altern in der Gesellschaft

Der Austausch orientierte sich an den Fragen:
Wo stehen wir?
Was wollen wir in den nächsten Jahren erreichen?
Wer kann was dazu beitragen?

Relevante Trends und Entwicklungen

Auszüge aus dem Monitoring-Bericht 2016

Vielfalt ist Normalität

Die Essener Bevölkerung ist in den letzten Jahren angewachsen, und mit ihr die Vielfältigkeit an Sprachen, ethnischer Herkunft, religiöser Zugehörigkeit, an Identitäten und Kulturen, an Lebensentwürfen, Potenzialen, Einstellungen und Unterschiedlichkeiten. Diversität ist in unserem Lebensalltag allgegenwärtig.

In Essen leben Ende 2016 insgesamt 589.145 Einwohnerinnen und Einwohner. Unter ihnen sind über 170 Nationalitäten vertreten. Mit 31,7% hat knapp ein Drittel der Bevölkerung einen Migrationshintergrund. Dabei variieren die Anteile je nach Altersgruppe und Stadtteil.

Bleiben auf Dauer

Nach der Auswertung des Ausländerzentralregisters verfügen rund 60% der über 85.000 Essener Personen ohne deutsche Staatsbürgerschaft nach dem Aufenthaltsgesetz über einen unbefristeten Aufenthalt. Annähernd 25% haben einen befristeten Aufenthalt in Form eines Visums, einer befristeten Aufenthaltserlaubnis oder einer Blauen Karte EU.

Migranten und Migrantinnen in der Verwaltung

Die Ausbildungsplatzanzahl hat sich erhöht. Waren 2013 insgesamt 356 Auszubildende bzw. Studierende in der Kernverwaltung beschäftigt, sind es im Jahr 2016 über 200 Personen mehr. Auch der Anteil junger Menschen mit Migrationshintergrund ist in 2016 mit 101 Personen auf 18,1% angestiegen. Eine Annäherung an die demografische Entwicklung ist (noch) nicht erkennbar.

Interkulturelle Vermittlung gefragt

Mit über 9.500 Anfragen an den Vermittlungsservice Sprach- und Integrationsmittlung SprInt Essen in 2015 haben sich die Anfragen seit 2013 verzehnfacht. Mitte 2016 lag die Nachfrage bei über 24.900. Zu den Nutzergruppen gehören vielfach kommunale Fachdienste, Wohlfahrts- verbände, Bildungseinrichtungen sowie öffentliche wie private Anbieter aus dem Gesundheitswesen.

Ausbau Integrationskursangebot

Die Anzahl der Neuzulassungen bzw. der Verpflichtungen von Personen zum Integrationskurs hat sich seit 2013 von 1.442 auf 5.000 Personen in 2016 mehr als verdreifacht. Über die vom Bundesamt für Migration und Flüchtlinge anerkannten Kursträger wurde das Kursangebot am Standort Essen in den letzten Jahren kontinuierlich ausgebaut. So konnten in 2016 mit über 3.300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gesamt 206 Integrationskurse neu gestartet werden.

Sie interessieren sich für mehr Informationen? Dann schauen Sie einfach in den neuesten Monitoring Bericht 2016. Sie finden diesen auf der rechten Seite.

Unser Leitbild

Vielfalt als Chance und Zusammenwachsen in gemeinsamer Verantwortung

Essen ist eine weltoffene Stadt mit einer langen Tradition des Zusammenlebens von Menschen unterschiedlicher Herkunft, Kulturen und Lebensstile. Kulturelle Vielfalt gehört zu unserem Lebensalltag. Die Zukunft in dieser Vielfalt zu gestalten und die zunehmende Internationalisierung und die demografische Entwicklung mit Aspekten gelingender Integration und Potenzialnutzung zu verbinden, ist eine Aufgabe aller in gemeinsamer Verantwortung. Mit dem Ausbau der interkulturellen Orientierung stellen wir uns dieser Herausforderung auf dem Weg zu einer Stadt, in der kulturelle Vielfalt als Chance wahrgenommen wird. Damit verbunden sind das Erkennen vorhandener Potenziale, die Herstellung von Teilhabegerechtigkeit und die Schaffung einer Willkommenskultur, die Menschen für die Stadt gewinnt.

Ziel ist die Sicherung des Wirtschafts-, Bildungs-, und Kulturstandortes Essen und der Erhalt des sozialen Friedens.

Dabei ist das Zusammenwachsen zu einer Gesellschaft in Vielfalt ein wechselseitiger Prozess. Offenheit und gegenseitiger Respekt, die Achtung des Grundgesetzes und der Rechtstaatlichkeit, eine Gleichbehandlung und die Abwehr von Diskriminierung sind zentrale Voraussetzungen, damit dieser Prozess gelingt. Alle Stadtbewohner und Stadtbewohnerinnen jeglicher Herkunft sind aufgefordert, sich aktiv zu beteiligen.

Ein Blick zurück

"Konzept für die interkulturelle Arbeit in der Stadt Essen" (IKK)

Im Jahr 1999 fasste der Rat der Stadt Essen einstimmig den Beschluss zur Umsetzung des "Konzeptes für die interkulturelle Arbeit in der Stadt Essen" – kurz: Interkulturelles Konzept oder IKK. Damit stellte sich die gesamte Stadtpolitik den veränderten Anforderungen an den Zuwanderungsstandort Essen und den Herausforderungen für einen Ausbau der interkulturellen Orientierung.

Der damit vollzogene Perspektivenwechsel von der traditionellen Ausländerarbeit hin zur interkulturellen Orientierung und von der traditionellen Verwaltungssteuerung hin zur Neuen Verwaltungssteuerung stellt seit vielen Jahren die Grundlage für die Entwicklung und Umsetzung innovativer Handlungsansätze dar.

Im November 2009 wurde mit einem Festakt und einer Fachtagung unter dem Titel: "Kontinuität und Wandel auf dem Weg zur Metropole Ruhr" das 10-jährige Bestehen des Essener Konzepts gefeiert. Die Dokumentation finden Sie rechts zum Herunterladen.

 
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