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(Post)Koloniale Spurensuche vor Ort

Foto: Display eines Smartphones mit der AUDIOWALK-App

Display eines Smartphones mit der AUDIOWALK-App

Vortrag von Frau Professorin Marianne Bechhaus-Gerst am 8. November 2019 im Haus der Essener Geschichte/Stadtarchiv

Der deutsche Kolonialismus hat tiefe Spuren in den städtischen Räumen hinterlassen. Denkmäler, Straßennamen, Gebäude und Institutionen sind Teil der kolonialen Topografie der Städte. Die kolonialen Bezüge sind nur manchmal noch sichtbar, zum Beispiel bei Denkmälern oder Straßennamen. Häufiger sind sie unsichtbar, teils, weil der Krieg ihre materiellen Manifestationen zerstört hat, teils, weil ihr kolonialer Ursprung oder Zusammenhang vergessen, ignoriert oder von anderen, nachkolonialen Erzählungen und Zuordnungen überlagert wurde. Die Frage des Umgangs mit diesen Spuren wird vielerorts kontrovers diskutiert.

Der "Kolonialismus vor Ort", das heißt die Beschäftigung mit der lokalen Verankerung und Verortung von Kolonialismus, war von Beginn an vor allem von zivilgesellschaftlichen und politischen Zielsetzungen geprägt. Er bleibt deshalb nicht beim Vergangenen stehen, sondern zeigt mit Themen wie Rassismus, Migration oder globale Wirtschaft Bezüge und Kontinuitäten von der Kolonialzeit bis heute auf. Der deutsche Kolonialismus hat bei uns unzweifelhaft nicht nur Spuren in den städtischen Räumen hinterlassen, sondern auch und vor allem in unseren Köpfen. Es gilt also, nicht nur den Stadtraum zu dekolonisieren, sondern auch das Denken.

Termin: Freitag, 8. November 2019, um 17:00 Uhr

Veranstaltungsort: Haus der Essener Geschichte / Stadtarchiv, Ernst-Schmidt-Platz 1, 45128 Essen

In diesem Zusammenhang möchten wir gerne auf die bald verfügbare AUDIOWALK-App der Non-Profit-Agentur EXILE Kulturkoordination für einen interaktiven Stadtrundgrang durch die Essener City hinweisen. Spannende und informative Audioerzählungen beleuchten an sechs ausgewählten Stationen in der Essener City die kolonialgeschichtlichen Aspekte dieser Orte und verdeutlichen ihre Nachwirkungen bis heute. Die App kann ab Ende Oktober kostenlos auf www.essen.colonialtracks.de heruntergeladen werden.

Passend dazu findet am Samstag, 23. November 2019 von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr ein kostenloser Stadtrundgang statt, der sich an sechs ausgewählten Orten kritisch mit der kolonialen Vergangenheit der Stadt Essen auseinandersetzt.
Der Stadtrundgang beginnt am Haus der Essener Geschichte / Stadtarchiv, Ernst-Schmidt-Platz 1, 45128 Essen.

 
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