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Professor Dr. h.c. mult. Berthold Beitz (26.09.1913 - 30.07.2013)

Professor Dr. Berthold Beitz

Portraitfoto: Professor Berthold Beitz

Prof. Dr.h.c.mult.Berthold Beitz gehört zu den bedeutendsten Unternehmerpersönlichkeiten Deutschlands. Geboren wurde er 1913 in Zemmin/Vorpommern als Sohn eines Bankbeamten. Nach Abitur und einer Tätigkeit als stellvertretender Filialleiter einer Bank in Demmin, wechselte er 1939 zum Ölkonzern Shell.

Während des Zweiten Weltkrieges war er im ostpolnischen Galizien im Einsatz, wo er als Kaufmännischer Leiter den Abtransport vieler jüdischer Arbeiter verhinderte, indem er sie als "unabkömmlich" deklarierte. Für seine mutigen Rettungstaten ehrte ihn der Staat Israel 1973 als "Gerechter unter den Völkern".

Nach dem Krieg machte Berthold Beitz Karriere in der Versicherungsbranche. Er war Generaldirektor der Iduna-Germania Versicherungsgesellschaft in Hamburg, als er Alfried Krupp von Bohlen und Halbach kennen lernte, der ihn 1953 als seinen Generalbevollmächtigten nach Essen holte.

Seit mehr als 50 Jahre bestimmt Berthold Beitz die Geschicke der Friedrich Krupp AG und des Nachfolgekonzerns, der ThyssenKrupp AG, zunächst als Generalbevollmächtigter, dann als Vorsitzender des Aufsichtsrats und bis heute als Vorsitzender und geschäftsführendes Mitglied des Kuratoriums der gemeinnützigen Alfried Krupp von Bohlen und Halbach-Stiftung.

Mit dem Tod von Alfried Krupp wurde das gesamte Privat- und Firmenvermögen auf die Stiftung übertragen, die heute über 25 Prozent der Anteile am Unternehmen ThyssenKrupp hält.

Der Name Berthold Beitz ist nicht nur untrennbar verbunden mit der Geschichte des Hauses Krupp – nicht von ungefähr wird er als "der letzte Krupp" bezeichnet -, sondern auch mit der Entwicklung der Stadt Essen.

Als Vorsitzender der Stiftung engagierte sich Berthold Beitz u.a. für die neue Philharmonie im altehrwürdigen Saalbau und für das Alfried-Krupp-Schulmedienzentrum.

Weltweites Aufsehen erregte die Zusage, den Neubau des Museums Folkwang mit einer 50 Millionen-Spende allein zu finanzieren.

Wegen dieser hervorragenden Verdienste um das Wohl der Stadt verlieh Essen Berthold Beitz am 9. Mai 2007 das Ehrenbürgerrecht.

 

 
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