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Herkunft der Ortsnamen

Blick auf den Borbecker Marktplatz um 1915

Historische Postkarte: Blick auf den Borbecker Markt um 1915, im Hintergrund ein Kirchturm

Der Grendplatz in Steele um 1920

Historische Postkarte: Grendplatz in Steele mit Denkmal im Hintergrund (um 1920)

Die Oberstraße in Rellinghausen um 1920

Historische Postkarte: Die ungepflasterte Oberstraße in Rellinghausen mit Fachwerkhäusern und Bäumen am Straßenrand

Das Rathaus in Kray und seine Umgebung um 1915

Historische Postkarte: Blick auf das Krayer Rathaus und seine direkte Umgebung um das Jahr 1915

Kaiser-Wilhelm-Turm und Ehrenfriedhof auf dem Hallo in Stoppenberg um 1920

Historische Postkarte: Kaiser-Wilhelm-Turm auf dem Stoppenberger Hallo mit Ehrenfriedhof um 1920

Die Rüttenscheider Straße um 1920. Links das ehemalige Rüttenscheider Rathaus

Historische Postkarte: Rüttenscheider Straße um 1920, links das ehemalige Rüttenscheider Rathaus

Die Zweigertbrücke zwischen Altenessen und Karnap

Historische Postkarte: Blick auf die Zweigertbrücke aus Richtung Altenessen nach Karnap

Panorama-Ansicht der Stadt Werden an der Ruhr im 19. Jahrhundert

Historische Postkarte: Panoramaansicht der Werdener Innenstadt im 19. Jahrhundert

Blick von der Ruhrbrücke auf die Kettwiger Innenstadt

Historische Postkarte: Blick von der Ruhrbrücke auf die Kettwiger Innenstadt, links oben gelegen eine Kirche

Die Bredeneyer Straße um 1910

Historische Postkarte: Häuser- und Geschäftszeile auf der Bredeneyer Straße mit Fußgängern und Fuhrwerk

Panorama-Ansicht von Kupferdreh um 1905

Historische Postkarte: Blick auf die Wohnhäuser von Kupferdreh um 1905, im Vordergrund fährt eine Eisenbahn entlang

Häuserzeile an der Altenessener Straße um 1920

Historische Postkarte: Auf der rechten Seite eine Häuserzeile an der Altenessener Straße (um 1920)

Grußkarte aus Altendorf mit Motiv der Kruppschen Kolonie Alfredshof

Historische Postkarte: Gruß aus Altendorf mit Hintergrundmotiv Kolonie Alfredshof, im Vordergrund eine Kruppsche Kanone

Ansichtskarte aus dem alten Essen mit unterschiedlichen Motiven (um 1900)

Historische Postkarte: Gruß aus Essen mit Einzelbildern des Grillo-Theaters, des Stadtgartens, des alten Rathauses und der Villa Hügel

Wohnhäuser in der Kolonie Alfredshof in Essen-Holsterhausen

Historische Postkarte: Fachwerk-Reihenhäuser mit Satteldächern in der Kolonie Alfredshof

Im folgenden werden einige kurze historische und sprachliche Deutungen der Orts- und Siedlungsnamen der ehemaligen Bürgermeistereien gegeben. Die Angaben stammen aus dem Standardwerk von Paul Derks: Die Siedlungsnamen der Stadt Essen, in: Essener Beiträge 100 (1985).

Altendorf
Altenessen
Borbeck
Bredeney
Burgaltendorf
Essen
Heisingen
Karnap
Kettwig
Kray
Kupferdreh
Rellinghausen
Rüttenscheid
Steele
Stoppenberg
Überruhr
Werden

Altendorf

Eingemeindung: 01.08.1901

Ersterwähnung: ca. 1220 Aldendorpe

Bedeutung: dorp gehört zu den häufigsten Grundformen für Siedlungsnamen in Deutschland. Gemeint ist ein umzäunter Acker, eventuell auch ein herrschaftlicher Bezirk. In mittelniederdeutscher Zeit steht dorp im südlichen Westfalen für "eine ländliche Gruppensiedlung zwischen Einzelhof und Stadt." (Derks)

Altenessen

Eingemeindung: 01.04.1915

Ersterwähnung: ca. 1220 Alden Essende, Aldenessende

Bedeutung: Geht zurück auf den Siedlungsnamen Astnide, der seit etwa 870 die Existenz des Stiftes Essen bezeugt. Eine gesicherte Deutung des Ortsnamens Essen ist bis heute nicht gegeben.

Borbeck

Eingemeindung: 01.04.1915

Ersterwähnung: vor a. 869 Borthbeki, Abschrift 10. Jahrhundert

Bedeutung: Borthbeki : "Bach der Boruktuarer", ein Bach, der durch ein zinspflichtiges Gebiet fließt. 1938 korrigierte Robert Jahn die Form Borhtbeki in den Text des ältestens Essener Einkünfteverzeichnis hinein. In der lokalen und wissenschaftlichen Deutung hat sie sich seitdem durchgesetzt.

Bredeney

Eingemeindung: 01.04.1915

Ersterwähnung: a. 875 Bredanaia, Abschrift 10. Jahrhundert

Bedeutung: Der Ortsname kommt aus dem altsächsischen bred bzw. aus dem althochdeutschen breit, preit: "zur breiten, breit hingelagerten Aue" (Derks).

Burgaltendorf

Eingemeindung: 01.01.1970

Erste gesicherte Erwähnung: 1166 Aldonthorpa

Bedeutung: Ursprünglich ist der Name als "Dublettbildung" (Derks) zum Stift-Essener Altendorf zu sehen. Der Zusatz "Burg" wurde mit der Eingemeindung in die Stadt Essen notwendig. Die Ruine der Burganlage der ehemaligen Ministerialien von Altendorf war für die Namensgebung ausschlaggebend.

Essen

Ersterwähnung: im 9. Jahrhundert Astnide (die älteste Namensschreibweise des heutigen Essen)

Bedeutung: Obwohl viele Namensforscher versucht haben, den Namen zu erklären, ist eine überzeugende Deutung bisher nicht gefunden worden. Rückführungen auf "Esche" oder auf "Esse" = Schmelzofen sind zu recht verworfen worden. Zuletzt hat Prof. Dr. Derks, der wohl beste Kenner der Materie, die Deutung "Gegend nach Osten" vorgeschlagen, wobei das quellenmäßig bezeugte "Westerdorp" den Gegenpol bildete.

Literaturhinweis: Paul Derks, Der Ortsname Essen, in: Essener Beiträge 103 (1989/90), Seiten 27 – 51

Heisingen

Eingemeindung: 01.08.1929

Ersterwähnung: a. 834 Hesingi

Bedeutung: Nahe Hesingi nördlich des Ruhrufers gelegener ältester Platzname des Groß-Essener Raumes. Zu Grunde liegt die Bedeutung von Holzgewinnung, Zaun, umzäunter Wald, Busch

Karnap

Eingemeindung: 01.08.1929

Ersterwähnung: a. 1302 Carnappe, a. 1332 Carnape

Bedeutung: Die Bedeutung des Wortes Karnap ist sehr schwierig. Derks deutet den Namen im Sinne von "Wasser, das Schmutz, Schlamm mit sich führt" und verweist auf die Verlandung und Versumpfung des Flusses Emscher.

Kettwig

Eingemeindung: 01.01.1975

Ersterwähnung: a. 1052 Katuuik

Bedeutung: -wik Ortsnamen sind häufig mit Tiernamen verbunden, so auch im Falle Kettwigs. Das Beiwort stammt aus dem mittelniederdeutschen katte = Katze. Kettwig ist seit 1052 durchgehend zweisilbig überliefert.

Kray

Eingemeindung: 01.08.1929

Ersterwähnung: 10. Jahrhundert prope Creia

Bedeutung: Das Beiwort Creia stammt aus dem altsächsischen (= Krähe) und meint in Verbindung mit prope Krähenbach.

Kupferdreh

Eingemeindung: 01.08.1929

Ersterwähnung: a. 1813 Kupperdreh

Bedeutung: Die älteste Bezeugung des niederdeutschen Namens Kupperdreh stammt aus dem Jahre 1813 und benennt eine Serpentine an der Mündung des Deilbachs in die Ruhr. 1819 findet sich zum ersten Mal der Name Kupperdrehe auf einer handschriftlichen Karte, 1844 in einer gedruckten Karte der heutige Name Kupferdreh. Seit 1875, als die preußische Regierung die Gemeinden Rodberg und Hinsbeck zusammenlegte, trägt die neue Gemeinde den heutigen Namen. Diese Entdeckungen ermöglichten eine neue, auf die Schiffersprache zurückgehende Deutung des Namens Kupferdreh. Die gefährlichste Biegung auf der Ruhr, die Kopperdrai, wurde von den Schiffern gefürchtet und erhielt auf Grund der Schifferrufe koppdraien ( = Richtungsänderung des Bugs) im Laufe der Zeit ihren Namen. Andere sehen einen Zusammenhang mit dem Kupferhammer am Deilbach, der Mitte des 16. Jahrhunderts erbaut worden sein soll. Auf einer Karte aus dem Jahre 1582 findet sich das Wort kopper hutte. Der Kupferhammer erhielt die Kupfererze von einem Lagerplatz an der scharfen Ruhrbiege zur Weiterverarbeitung. Später, 1805, erscheint der Name Kupferh(amme)r.

Rellinghausen

Eingemeindung: 01.04.1910

Ersterwähnung: a. 943 Rolinghuson, (Abschrift 13. Jahrhundert), Ruoldinghu a. 947 (Original) a. 1332 / 15. Jahrhundert Rellinchusen.

Bedeutung: Der Name deutet auf den Personennamen Ruold, der um 750 lebte und mit dem Werdener Friesen Liudger und dem Essener Sachsen Altfried verwandt gewesen sein soll.

Rüttenscheid

Eingemeindung: 01.07.1905

Ersterwähnung: Mitte 12. Jh. Riudenscethe

Bedeutung: Der Name entwickelte sich aus dem mittelalterlichen Riudenscethe, das an das altsächsische hriad, hriudi = Riedgras anknüpft. Es verweist auf einen Siedlungsort, der durch Absichelung von Riedgras entstanden ist.

Steele

Eingemeindung: 01.08.1929

Ersterwähnung: a. 938 Stela

Bedeutung: Bereits in ottonischer Zeit im ersten Jahrtausend ist eine Siedlung nachgewiesen. Das Wort Stela ist aus dem Mittelniederdeutschen steil, steilicheit überliefert. Diese Deutung wird durch die an hervorgehobener "steiler" Stelle errichtete St.-Laurentius-Kirche gestützt.

Stoppenberg

Eingemeindung: 01.08.1929

Ersterwähnung: a. 1073 Stophenberch

Bedeutung: Die sprachliche Deutung des Namens ist ungeklärt. Sowohl die Herleitung von stop, stopa, ( = Becher) als auch stope ( = Stufe) findet in der Literatur ihren Niederschlag. Auf Grund der geographischen Lage ist die Entscheidung für Stufenberg die wahrscheinlichste.

Überruhr

Eingemeindung: 01.08.1929

Ersterwähnung: um 1430 over Rore

Bedeutung: Bezeichnung eines Wohnplatzes durch die Nähe zum Fluss (Ruhr). In Quellen wird die Siedlung, die zum Stift Rellinghausen gehörte, Overruhr genannt.

Werden

Eingemeindung: 01.08.1929

Ersterwähnung: a. 799 Uuerethinum Diapanbeci siue Uuerithina

Bedeutung: Sowohl im Althochdeutschen als auch im Mittelniederdeutschen ist werd als Ufer, Insel, hochwasserfreier Ort zu verstehen. Bereits im Jahr 799 hat Werden die Bedeutung einer Örtlichkeit an einem "(Bach entlang einer) erhöhten, geschützten Stelle" (Derks) erlangt.