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Der Essener Stadtgarten in alten Ansichten

Rückseite des alten Saalbaus und Musikpavillon

Historische Postkarte: Ansicht des Stadtgartens, rechts die Rückseite des Saalbaus, links der Musikpavillon

Familienausflug im Stadtgarten

Historische Postkarte: Blick auf Teich im Stadtgarten, im Vordergrund eine Familie mit Kindern

Grusskarte aus dem Stadtgarten

Historische Postkarte: Gruss aus dem Stadtgarten mit Abbildungen des Teiches und des alten Saalbaus

Terrasse am Saalbau mit Musikpavillon

Historische Postkarte: Blick auf die Terrasse am alten Saalbau, rechts davon der Musikpavillon

Die Teichanlage mit Springbrunnen

Historische Postkarte: Blick auf die Teichanlage im Stadtgarten, im hinteren Bereich befindet sich ein Springbrunnen

Erkennen Sie den Stadtgarten auf diesen historischen Aufnahmen wieder? Viel haben heutiger und damaliger Garten nämlich nicht mehr gemeinsam.


Wie die historischen Postkarten zeigen, verfügte die "grüne Lunge" über vielbesuchte Anziehungspunkte für die städtische Bevölkerung. So gab es neben dem Festsaal mit Terrasse einen Musikpavillon, ein Alpinum, einen Rosengarten und sogar eine kleine "Molkerei" mit Milchausschank.

Die Anfänge des Stadtgartens

Begonnen hatte alles mit der Gründung der "Essener Gemeinnützigen Aktiengesellschaft" im Jahre 1863, die vom Essener Wirtschaftsbürgertum ins Leben gerufen wurde. Ziel der Aktionäre war die Errichtung eines repräsentativen Versammlungsraumes (des späteren Saalbaus) in einem entsprechend großzügig gestalteten Volksgarten. Diese Idee entsprang dem Bedürfnis des aufstrebenden Großbürgertums, seinen wirtschaftlichen Wohlstand zu demonstrieren und gesellschaftliches Ansehen zu erlangen - eine für diese Zeit typische Erscheinung.

Bereits 1864 konnte der Grundstein für Saalbau und Stadtgarten gelegt werden.
Das für den Park vorgesehene Gelände lag südlich des Kettwiger Tores. Auf der bis dahin landwirtschaftlich genutzten Fläche befand sich auch der alte Steinbruch, aus dem die Stadtmauer errichtet worden war und der sich inzwischen mit Wasser gefüllt hatte. Mit der Gestaltung der Gartenanlage wurde der in Hannover tätige Hofgarteninspektor Christian Schaumburg beauftragt, nachdem der Königliche Generalgartendirektor Peter Joseph Lenné abgelehnt hatte. Schaumburgs Entwurf führte der Essener Kunstgärtner Böhnert aus.

Die Stadt als Eigentümerin

1877 ging die Gartenanlage in das Eigentum der Stadt Essen über, da die Aktiengesellschaft ihre finanziellen Probleme nicht mehr in den Griff bekam. Seit 1881 gab es die offizielle Bezeichnung "Stadtgarten", der für die Bevölkerung kostenfrei zugänglich war. Allerdings wurde bei Veranstaltungen im Stadtgartensaal ein Teil der Anlage gesperrt und ein Eintrittsgeld von 20 Pfennig erhoben. Eine umfangreiche Erweiterung des 2,7 Hektar umfassenden Geländes, das die zunehmenden Besuchermassen nicht mehr fassen konnte, fand ab 1888 statt. Diese Arbeiten gingen auf die Pläne des Essener Stadtgärtners Heinrich Stefen zurück, der auch die Oberbauleitung innehatte.

Die Entwicklung im 20. Jahrhundert

Eine weitere Bereicherung erfuhr die Parkanlage durch den Neubau des städtischen Saalbaus, der im September 1904 feierlich eingeweiht wurde.
Während der 1920er Jahre blieb der inzwischen auf eine Fläche von zwölf Hektar vergrößerte Stadtgarten die wichtigste Grünanlage in Essen, bis der Botanische Garten und der Gruga-Park für starke Konkurrenz sorgten. Im Zweiten Weltkrieg richteten die Luftangriffe verheerende Schäden im Stadtpark an. So wurde der alte Baumbestand völlig vernichtet. In den Jahren nach 1945 mussten deshalb umfangreiche Aufräumarbeiten und Wiederherstellungsmaßnahmen geleistet werden. Durch den Bau des Sheraton-Hotels und des Aalto-Theaters in den 1980er Jahren wurde die Fläche des nördlichen Teils beträchtlich reduziert. Im südlichen Teil, in dem sich noch ein Teich befindet, hat sich der Charakter einer repräsentativen Gartenanlage dagegen besser erhalten. Zudem setzt der Umbau des ehemaligen Saalbaus zur 2004 eröffneten Philharmonie Essen die Entwicklung eines traditionsreichen Ortes innerhalb des Stadtgartens konsequent fort.
Literatur: - Christiane Horst, Entwicklungskonzept für den Stadtgarten Essen unter besonderer Berücksichtigung des historischen Werdeganges, Essen 1994, 92 S. (Diplomarbeit)
- Wolfgang Gaida, Helmut Grothe, Vom Kaisergarten zum Revierpark, Bottrop/Essen 1997, S. 93-96

Historische Ansichtskarten im Stadtarchiv

In unserer Postkartensammlung befinden sich an die 1300 Einzelstücke mit den unterschiedlichsten Motiven, wie zum Beispiel Stadtansichten, Aufnahmen von öffentlichen Gebäuden, Grünanlagen, Denkmälern, Siedlungen und vieles mehr. Auch die einzelnen Stadtteile werden berücksichtigt. Der Großteil der Aufnahmen stammt aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg. Sie zeigen nicht nur das alte, unzerstörte Essen, sondern auch das Selbstverständnis der Stadt und die beabsichtigte Wirkung auf ihre Besucher. Die Postkarten sind computermäßig erfasst und können gerne von allen Interessierten im Lesesaal des Stadtarchivs eingesehen werden.



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