Votivtafel von 1988

Denn ein Stein wird aus der Wand schreien (Habakuk 2,11)

"Diese Synagoge wurde 1913 von der Jüdischen Gemeinde Essen eingeweiht und bildete 25 Jahre, bis zur Pogromnacht im November 1938, ihr Zentrum. Die Essener Juden wurden schrittweise aus dem wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben der Stadt ausgegrenzt und schließlich in die Ghettos und Vernichtungslager verschleppt. Ausgrenzung und Verschleppung fanden vor den Augen der Essener Bevölkerung statt, wurden weithin mit Gleichgültigkeit hingenommen, teils gebilligt, teils aktiv unterstützt. Heute erinnern Grabsteine und dieses Haus an eine einst bedeutende Jüdische Gemeinde. Nach 1945 kehrten nur wenige Überlebende nach Essen zurück. Ihr Schicksal und das der Ermordeten mahnen uns, für eine Gesellschaft einzutreten, in der wir … den besseren Zustand denken als den, in dem man ohne Angst verschieden sein kann. (Th. W. Adorno)"November 1988