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Alte Synagoge Essen, Heft 13, Dezember 2018

Hugo Preuß (1860-1925) war Kind einer wohlhabenden Berliner jüdischen Familie. Er studierte Jura in Berlin sowie Heidelberg und befasste sich früh mit Fragen des öffentlichen Rechts. Der Bremer Staatsrechtler Dian Schefold analysiert die Entwicklung seiner rechtlichen Auffassungen, ordnet diese in die staatsrechtlichen Debatten des späten Kaiserreiches ein und geht auch auf die antisemitischen Anfeindungen ein, wie sie etwa vom "Kathedersozialisten" Gutsav von Schmoller gegen Preuß vorgebracht wurden. Als bekannter und fähiger Rechtsgelehrter wurde er von der sozialdemokratischen neuen Regierung Deutschlands im November 1918 gebeten, die Reichsverfassund zu entwerfen. Es war die erste demokratische Verfassung Deutschlands, die aber leider viele Feinde hatte. Deutsch-nationale völkische Kreise nutzen diese Tatsache, um die Weimarer Republik als "Judenrepublik" zu diffamieren. Schefold sieht in der Konzipierung dieser Verfassung einen wertvollen Beitrag des deutschen jüdischen Bürgertums zur deutschen Gesellschaft. Da die Weimarer Verfassung auch das Grundgesetz der Bundesrepublik stark beeinflusste, wirkt das Werk von Hugo Preuß bis heute fort, was wenig bekannt ist.

Prof. Dian Schefold studierte in Basel, Berlin und Rom. Er promovierte in Basel und habilitierte sich an der Freien Universität Berlin. Dort lehrte er von 1970 bis 1980 und von 1980 bis zu seiner Emeritierung 2001 an der Universität Bremen Öffentliches Recht. Daneben nahm er Gastprofessuren an zahlenreichen italienischen Universitäten sowie in Paris wahr.
Er ist Mitherausgeber von Band 2 und 3 der Gesammelten Schriften von Hugo Preuß, die, herausgegeben von Christoph Müller und Detlef Lehnert, in fünf Bänden zwischen 2007 und 2015 im Verlag Mohr Siebeck in Tübingen erschienen sind.

 
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