Für Schulklassen bietet die Alte Synagoge Lehrhäuser für Jugendliche an

Das Lehrhaus für Jugendliche richtet sich an Schüler_innen der Sekundarstufen I und II allgemeinbildender und berufsbildender Schulen sowie an Jugendliche und junge Erwachsene aus anderen Bereichen (Jugendorganisationen u.a.) im Alter von 13-18 Jahren. Es kann zwischen vier Themen gewählt werden.

1. Geschichte des Synagogengebäudes

Mit der Geschichte des Synagogengebäudes seit seiner Einweihung g im Jahr 1913 bis in die heutige Zeit ist die Geschichte seiner Erbauer verbunden, der jüdischen Gemeinde von Essen. Jedoch auch der Umgang mit dem Gebäude seit 1945 und die verschiedenen Formen des Gedenkens werden aufgezeigt und diskutiert. Die Jugendlichen erfahren die Alte Synagoge Essen als geschichtsträchtigen, daneben aber auch als einen kulturell lebendigen Ort, an dem sich Vergangenheit und Gegenwart begegnen.

2. Jüdische Feste: Pessach und Schabbat.

Die Jugendlichen lernen Inhalt, Symbolik und Ablauf dieser beiden Feste kennen und können von daher auf ihre grundlegende Bedeutung für das jüdische Volk schließen. Abhängigkeiten, Parallelen und Differenzen zu christlichen Festen werden aufgezeigt und diskutiert.

3. Judentum und Islam

Dass jüdische ältere Traditionen Einfluss auf Muhammad und den Koran ausübten ist offensichtlich aber wenig bekannt. Schüler lernen Basiswissen zu diesem Thema (Ruhetag, Speisegesetze, heilige Sprache, Kalender, Bilderverbot etc.) und zum meist friedlichen Nebeneinander von Juden und Muslimen im Osmanischen Reich als "Schutzverwandte". Diskutiert wird über die Rolle von Religionen im heutigen gesellschaftlichen Miteinander.

4. Jüdische Geschichte als Teil der türkischen Geschichte

Das Modul soll den SchülerInnen grundlegendes Wissen zur jüdischen Geschichte im Osmanischen Reich und der Türkischen Republik vermitteln. Hierbei soll das ambivalente Verhältnis zwischen jüdischer Minderheit und der türkisch-islamischen Mehrheitsgesellschaft nachgezeichnet werden. Unterschiede zwischen dem Leben jüdischer Gemeinschaften unter christlicher und islamischer Herrschaft sollen diskutiert, die gegenwärtige Situation der jüdischen Gemeinde in der Türkei problematisiert und der kulturelle/religiöse Austausch zwischen beiden Glaubensrichtungen dargestellt werden. Die SchülerInnen sollen kritisch über Integration von Minderheiten diskutieren.

5. Hohe Feiertage

Das Modul vermittelt Grundwissen über die beiden "Hohen Feiertage" Rosch ha-Schana (Jüdisches Neujahr) und Jom Kippur (Versöhnungstag), sowie die folgenden Festtage. Welche Bedeutung haben diese Feste innerhalb der jüdischen Religion? Ihre biblischen Ursprünge und die mit ihnen zusammenhängenden Bräuche und Traditionen werden erklärt. Ein besonderes Augenmerk soll zu Beginn auf den jüdischen Kalender gelegt werden, welcher ein gemeinsamer Rahmen für Juden in aller Welt ist. Am Ende wird diskutiert, ob es einmal im Jahr einen Tag der Versöhnung mit den Mitmenschen geben soll.

Weitere Themen sind in Vorbereitung.