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HIV-Test und HIV-Test-Beratung im Gesundheitsamt Essen

Der HIV-Test ist ein Antikörpertest. Das Blut wird dabei auf HIV-Antikörper, die sich bis 3 Monate nach einer Ansteckung bilden, untersucht. Es handelt sich also nicht um einen - wie er umgangssprachlich oft bezeichnet wird - "Aids-Test".

Über die nebenstehenden Links können Sie sich umfassend über den HIV-Test informieren. An dieser Stelle möchten wir die Angebote und das Verfahren zur Beratung und Testung/Untersuchung in unserer Beratungsstelle vorstellen. Das gilt ähnlich auch für Beratung und Untersuchung zu anderen sexuell übertragbaren Krankheiten (STD).

Zu Beratung und Test können Sie jederzeit ohne Anmeldung zu unseren Öffnungszeiten kommen. Die HIV-Beratung und der Test sind grundsätzlich anonym und kostenlos. Personalausweis, Impfbuch oder ähnliche Papiere müssen Sie nicht mitbringen. Aber beachten Sie bitte, dass das Risiko, das Sie abklären wollen, drei Monate zurückliegt (diagnostische Lücke); ansonsten ist das Ergebnis nicht zuverlässig.

Ihre Überlegungen oder Ihr Wunsch, diesen Test zu machen, werden immer in eine vorhergehende Beratung eingebunden. Dabei wird mit Ihnen das mögliche Infektionsrisiko, der Ablauf, die möglichen Folgen, usw. eines Tests sowie Schutzmöglichkeiten besprochen. Bei Bedarf und nach gemeinsamer Abschätzung von Risiken wird Ihre Beraterin Sie auch zu anderen STD informieren und ggfs. auch dazu Test- und Untersuchungsmöglichkeiten aufzeigen - auch durch unsere Fachärztin im Haus. (Eine bloße Blutabnahme für einen Test mit dermaßen weit reichenden Folgen ist fachlich und menschlich nicht zu verantworten und wird darum von uns auch so nicht angeboten.) Nach diesem Gespräch entscheiden Sie, ob und welchen Test Sie machen wollen.

Da es hier häufig um ganz persönliche, intime, teilweise mit Tabus, Ängsten und Sanktionen belastete Themen geht, haben Sie sicher Verständnis dafür, dass wir ein solches Gespräch grundsätzlich  mit allen nur persönlich und allein führen. Selbstverständlich können Sie im Anschluss daran Ihren Partner oder Ihre Partnerin zu diesem oder zu weiteren Gesprächen hinzuziehen.

Die Blutabnahme erfolgt im Labor des Gesundheitsamtes. Sie müssen dazu nicht nüchtern sein.
Der Bluttest ist ein Antikörpertest. Er besteht aus einem Suchtest ("ELISA"), und wenn dieser reagiert, wird sofort ein sogenannter Bestätigungstest ("Western Blot") mit derselben Blutprobe durchgeführt. Das Testverfahren entspricht dem aktuellsten wissenschaftlichen Stand.
Das Ergebnis liegt uns nach etwa einer Woche vor. Es wird Ihnen ausschließlich persönlich (nicht telefonisch oder schriftlich) im Gesundheitsamt von Ihrer Beraterin mitgeteilt. Auch diese Befundmitteilung erfolgt - unabhängig davon, ob der Befund positiv oder negativ ist - nur im "Vieraugengespräch". Jeder Mensch hat das Recht, solche äußerst persönlichen Daten, solche weitreichenden gesundheitlichen Befunde nicht "öffentlich" zu machen. Als Beratungsstelle müssen wir allen die Chance geben, für sich zu entscheiden, wem und wann man diese Befunde mitteilen will. Einen möglicherweise positiven Befund  (das heißt eine HIV-Infektion) muss ein Betroffener niemandem mitteilen. Natürlich führen wir im Anschluss daran auch gern ein gemeinsames Gespräch mit einer Person Ihres Vertrauens; dies ist dann aber Ihre Entscheidung.


Zum Schluss ein Wort zum " Heimtest":
Er wird insbesondere über das Internet intensiv beworben und vertrieben. Gemeinsam mit den HIV/AIDS Fachverbänden und Institutionen raten wir dringend von diesem Heimtest ab. "HIV-Heimtests" sind in Deutschland nicht zugelassen. Ein Ablehnungsgrund ist unter anderem ihre fragliche Anwendungs-Sicherheit. Von besonderen Bedeutung ist auch die Tatsache, dass im Falle eines "positiven" Testergebnisses, der Nutzer zu Hause damit allein gelassen ist. Es findet kein Bestätigungstest statt; dazu müssen Sie sich erst zu einem Arzt oder zum Gesundheitsamt begeben. Niemand kann Ihnen die Bedeutung dieses "Befundes" erklären und ob er "vertrauenswürdig" ist; es findet keine Beratung statt, wie es weitergehen sollte oder könnte. Das Risiko der diagnostischen Lücke kann dabei nur allzu leicht übersehen werden (verlässlicher Befund erst 3 Monate nach einem möglichen Risiko).

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