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FSC®-Zertifizierung im städtischen Wald Essen

FSC-Aktionslogo "Wälder für immer - für Alle"

Logo des Forest Stewardship Council® (FSC®)

Foto: Waldweg im Herbst

Der städtische Wald ist zertifiziert!

Der städtische Wald in Essen ist seit 2002 zertifiziert durch den Forest Stewardship Council® (Lizenz Code FSC®-C014716). Der FSC® ist ein System zur Zertifizierung nachhaltiger Forstwirtschaft nicht nur in Deutschland, sondern weltweit.

Der im allgemeinen Sprachgebrauch mittlerweile oft verwendete Begriff "Nachhaltigkeit" stammt ursprünglich aus der Waldbewirtschaftung. Er meint den pfleglichen Umgang mit einer Ressource, die nur dann nachhaltig genutzt wird, wenn sie durch die Nutzung nicht verbraucht wird. Für den Wald bedeutet das, dass man nur so viel Holz ernten darf, wie auch kontinuierlich nachwächst.

Wesentliche Stützen der FSC®- Zertifizierung sind in Deutschland die Umweltverbände, Vertreter der Gewerkschaften und der Wirtschaft. Hierauf fußt das drei-Kammer-Prinzip, indem jede Kammer (Ökologie – Soziales – Ökonomie) mit gleicher Gewichtung seine Interessen vertritt.

Hieraus entstanden ist das Ziel einer ökologischen, sozialgerechten und ökonomischen Bewirtschaftung der Wälder unter Einbindung gesellschaftlicher Interessensgruppen.

Daraus entstand der FSC®-Standard, ein Regelwerk für die Bewirtschaftung von Wäldern, das auch international Anwendung findet.

Der FSC®- Standard besteht aus 10 Prinzipien

  • Einhaltung der Gesetze
  • Besitzansprüche/Landnutzungsrechte
  • Rechte indigener Völker
  • Beziehung zur lokalen Bevölkerung
  • Nutzen aus dem Walde
  • Auswirkungen auf die Umwelt
  • Bewirtschaftungsplan
  • Kontrolle und Bewertung
  • Erhaltung von Wäldern mit hohem Schutzwert
  • Umgang mit Plantagen

Aus den Prinzipien wurden konkrete Regeln abgeleitet, die für alle zertifizierten Forstbetriebe verbindlich sind und über akkreditierte Zertifizierungsgesellschaften jährlich überprüft werden.

  • Einhaltung der Unfallverhütungsvorschriften
  • 5 % unbewirtschaftete Waldflächen (Referenzflächen)
  • Verbot von Pestizideinsatz
  • Keine Kahlschläge von mehr als 0,3 Hektar
  • Keine maschinelle Freilegung des Mineralbodens
  • Betriebliches Alt- u. Totholzkonzept
  • Beschränkung des Anbaus fremdländischer Bäume
  • Regulierung der Wildbestände
  • Belassen von Kronenresten im Wald
  • Bewirtschaftungsplan (Forstbetriebswerk)
  • Einbindung von Interessenvertretern (Stakeholder)
  • Tarifliche Entlohnung
  • Sukzessive Auswahl von Biotopbäumen

Die Auswirkungen einer FSC®-Zertifizierung gehen sogar noch weiter. Dadurch, dass die gesamte Verarbeitungskette des Holzes zertifiziert werden soll, kann der Käufer eines Holzproduktes idealerweise erkennen, ob dieses Produkt aus FSC®-konformer Waldwirtschaft stammt. Nur dann darf es das FSC®-Siegel tragen.

Woran erkennt man nun die FSC®-Zertifizierung im städtischen Wald?

Die Einhaltung der Prinzipien und Standards werden jährlich von einem unabhängigen Prüfer (in Essen: GFA Certification Group) überprüft und der Forstbetrieb bei Verstößen angemahnt. Bei groben Verstößen droht der Entzug der Zertifizierung. Das Ergebnis dieses Audits wird jährlich in einem Auditbericht bekanntgegeben und auf der auf der Homepage veröffentlicht.

Generell sind durch die Zertifizierung strengere Maßstäbe hinsichtlich des Umgangs mit dem Wald anzulegen, als sie beispielsweise die nationalen Wald- oder Naturschutzgesetze fordern Die Waldpflege gemäß FSC®-Standard orientiert sich streng an anerkannten und messbaren Regeln, die jährlich von unabhängigen Prüfern kontrolliert werden. Die Waldpflege ist nachvollziehbar in einem Forstbetriebswerk (Forsteinrichtung) geregelt und durch politische Entscheidungsträger für einen Zeitraum von 10 Jahren verabschiedet worden.

Belange des Natur- und Artenschutzes werden in besonderem Maße berücksichtigt. Beispielsweise zeigt sich dies in der dauerhaften Ausweisung von einzelnen Altbäumen (Habitatbäume) und gänzlich stillgelegten Waldflächen (Referenzflächen) in den städtischen Waldungen. Diese der natürlichen Entwicklung überlassenen Waldflächen sind von einer Betretung ausgeschlossen. Das dient einerseits dem Schutz der dort lebenden Tier- und Pflanzenarten, andererseits jedoch auch dem Schutz des Waldbesuchers, da dort durch die fehlende Waldpflege und dem dadurch höheren Anteil von Totholz mit waldtypischen Gefahren häufiger zu rechnen ist, als auf den übrigen Flächen. Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Wald bedeutet auch den selbstverständlichen Verzicht auf Kahlschläge und Chemieeinsatz.

Auch werden soziale Faktoren immer berücksichtigt. Der tariflichen Entlohnung aller im Wald beschäftigten Personen gilt ebenso ein Augenmerk, wie der Arbeitssicherheit und der Durchführung partizipativer Prozesse, mithin der Beachtung der lokalen Interessen der Bürgerinnen und Bürger.

Die Zertifizierung nach FSC®-Regeln garantiert somit einen verantwortungsvollen Umgang mit dem Lebensraum Wald und die bestmögliche Erhaltung seiner wichtigen Funktionen.

Das nächste Überwachungsaudit wird voraussichtlich im Mai 2019 stattfinden. Weitere Informationen: www.gfa-cert.com und info@gfa-cert.com

 
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