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Wässern von Straßenbäumen bei Trockenheit

Regelmäßig erreichen Grün und Gruga während des Sommers Anfragen von Bürgern, die sich in Trockenperioden um die Straßenbäume vor ihrer Haustüre Sorgen machen und durch Wässern helfen möchten. Gerne können Bäume in Trockenperioden gewässert werden. Doch Wasser ist auch kostbar. Deshalb soll an dieser Stelle erklärt werden, wo bei Trockenheit zusätzliches Gießen sinnvoll ist und den Bäumen tatsächlich Entlastung bringen kann.

  • Das Wässern ist besonders sinnvoll und hilfreich in den ersten drei Jahren nach der Pflanzung. Im Zeitraum 2015 bis zum Jahreswechsel 2018 wurden übrigens in Essen rund 2.300 Straßenbäume gepflanzt. Diese Bäume sind im Lageplan verzeichnet, der über den Link in der rechten Spalte dieser Seite erreicht werden kann. Hier kann sich jeder informieren, ob sich in der Nähe seiner Wohnung ein junger Straßenbaum befindet, bei dem das Wässern besonders sinnvoll ist. Der Lageplan wird aktualisiert.
  • Das Wässern von Jungbäumen ist besonders hilfreich ab dem zehnten Tag einer Trockenperiode.
  • Zum Wässern wird entweder sauberes Leitungswasser oder aufgefangenes Regenwasser verwendet.
  • Es ist vorteilhaft, möglichst spät am Tag zu wässern.
  • Das Wasser sollte im Baumbeet gleichmäßig verteilt werden. In den ersten beiden Jahren nach der Pflanzung wird meist ein sogenannter Gießrand aus Erdreich vorhanden sein, der beim Wässern hilfreich ist, weil er verhindert, dass Wasser seitlich abfließt.

Übrigens

Bäume in Parkanlagen haben in der Regel wesentlich mehr Wurzelraum zur Verfügung als Bäume im Straßenraum. Auch ist der Boden meist natürlich gelagert und damit besser als Standort geeignet. Deswegen ist besonders im Straßenraum das Wässern von Jungbäumen hilfreich, um ihnen einen guten Start zu ermöglichen.

Schon bei der Pflanzung des Baumes wird das Mögliche getan, um den Boden optimal vorzubereiten und zu verbessern. Die Vorbereitung des Baumbeets und die Pflanzung erfolgt meist durch Firmen. Mit der Pflanzung wird im Regelfall auch eine sogenannte Anwuchspflege beauftragt, die eine Bewässerung und eine Gewährleistung einschließt. Auf diese Weise werden neu gepflanzte Bäume innerhalb der ersten zwei Jahre 15 Mal pro Jahr gewässert. Die Wässerungsgänge werden auf den Witterungsverlauf abgestimmt. Auf diese Weise können Ausfälle erfolgreich auf ein Minimum reduziert werden.

Bei jedem Bewässerungsgang werden pro Baum 75 Liter Wasser ausgebracht. Ein Beispiel: Durch die 15 Bewässerungsgänge ergeben sich bei insgesamt ca. 1.560 Jungbäumen, die sich 2018 in der Gewährleistungspflege befinden, rund 1,75 Millionen Liter Wasser, die pro Jahr in Essen für die Bewässerung im Rahmen der Anwuchspflege bei Straßenbäumen ausgebracht werden.

Im Zeitraum 2015 bis zum Jahreswechsel 2018 wurden in Essen rund 2.300 Straßenbäume gepflanzt. Am 9. Juni 2014 hat der Gewittersturm "Ela" unzählige Straßenbäume geschädigt, gebrochen oder entwurzelt. Bis heute müssen immer noch geschädigte Bäume ersetzt werden. Trotzdem ist nicht damit zu rechnen, dass die hohe Anzahl neu gepflanzter Bäume in den nächsten Jahren stark zurückgehen wird. Straßenbäume haben auf Grund der besonderen Wuchsbedingungen im Verkehrsraum eine kürzere Lebenserwartung als Park- und Waldbäume.

Baumpflanzungen erfordern eine sorgfältige Planung. Sie können nur im Zeitraum von Herbst bis zum zeitigen Frühjahr in frostfreien Perioden erfolgen.

Neu: Einsatz des Treegator-Bewässerungssystems

Ergänzend zu dem beschriebenen Bewässerungsverfahren wird ab sofort (Juli 2018) an besonders hitzebelasteten Standorten zusätzlich das Treegator-Bewässerungssystem eingesetzt. Dieses System erlaubt es, Bäume besonders effizient und pflanzenverfügbar zu wässern, indem ein Bewässerungssack mit einem Inhalt von 75 Litern am Baum platziert wird. Das Wasser wird nur langsam über einen Zeitraum von mehreren Stunden direkt in den Wurzelbereich abgegeben. Der Sack verhindert gleichzeitig die Wiederverdunstung im Bereich des Gießrandes.