Die Topp-Stiftung

Am 19.04.2004 wurde die Topp-Stiftung für Kinder und Kultur unter der Stiftungsverwaltung der Stadt Essen gegründet.

„Wir haben keine Kinder und haben uns schon früh überlegt, unser Vermögen nach unserem Ableben einer gemeinnützigen Organisation zu spenden. Durch einen Zeitungsartikel haben wir erfahren, dass bei der Stadt Essen die Möglichkeit bestünde eine Stiftung zu gründen. Wir waren uns schnell darüber einig dieses zu tun. Dabei sollte die Hälfte der Erträge an den Kinderschutzbund Essen und je fünfundzwanzig Prozent an den Folkwang-Museumsverein und den Freundeskreis Theater und Philharmonie gespendet werden.“ So äußert sich das Ehepaar Topp, wenn sie nach den Beweggründen für die Gründung einer Stiftung gefragt werden.

Johanna Topp wurde 1925 in Essen geboren. Sie ist in Essen aufgewachsen und besuchte die Maria-Wächtler-Schule. Wie so viele andere Jungen und Mädchen in dieser Zeit wurde sie 1943 im Rahmen der Kinderlandverschickung nach Böhmen evakuiert. Nach dem dort abgelegten Abitur wurde sie zum Arbeitsdienst eingezogen. Im anschließenden Kriegshilfsdienst war sie bis Kriegsende in einem Lazarett und einem Krankenhaus in Brünn/Mähren tätig. Nach dem Krieg folgte 1947 ein Studium in den Fächern Deutsch und Englisch an der Universität in Köln. Hier haben sich die Beiden dann auch kennengelernt. Frau Topp unterrichtete nach ihrem Studium einige Zeit in Duisburg und schließlich auch bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 1987 auf der Maria-Wächtler-Schule. Sie starb am 10.05.2014.

Dr. Josef Topp wurde 1921 in Duisburg-Homberg geboren, wuchs aber seit seinem zweiten Lebensjahr in Essen auf. Nach abgelegter Reifeprüfung wurde er 1942 Soldat und geriet bereits 1943 bei der Kapitulation des Afrikakorps in Kriegsgefangenschaft. Im Juli 1947 wurde er aus der Kriegsgefangenschaft entlassen und begann 1948 in Köln sein Studium der Rechts-Volks- und Wirtschaftswissenschaften. Er promovierte im Jahre 1953. Herr Topp war nach kurzer Beschäftigung in der Industrie viele Jahrzehnte bis zum Ruhestand bei einer großen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft tätig. Er wurde 99 Jahre alt und starb am 04.07.2020.

Dr. Topp an seinem 99. Geburtstag im Februar 2020.

Beide waren kulturell sehr interessiert. Frau Topp spielte viele Jahre Klavier. Herr Topp unterstützte mit seinen Erfahrungen die historische Aufbereitung von Kriegsgefangenschaften im zweiten Weltkrieg.

Die Erträge aus dem Stiftungsvermögen werden für die unterschiedlichsten Projekte verwendet.

So wurden beispielsweise die im Jahr 2011 ausgezahlten Zuwendungen vom Freundeskreis Theater und Philharmonie direkt der Theater und Philharmonie Essen gespendet, die Mittel des Folkwang-Museumsvereins wurden für Angebote zugunsten von Kindern und Jugendlichen im Bereich der Bildung und Vermittlung des Museum Folkwang verwendet. Die Geldzuwendung an den Deutschen Kinderschutzbund Ortsverband Essen trägt wesentlich zur Arbeit des Kinderschutz-Zentrums in der Essener Stadtmitte bei. Das Kinderschutz-Zentrum Essen ist der fachliche Zusammenschluss von vier Einrichtungen des Essener Kinderschutzbundes, die in den Bereichen Krisenintervention, Beratung und Prävention unterschiedliche Angebote vorhalten und den gemeinsamen Auftrag haben, "Kinder zu schützen" und "Familien zu stärken". Im Mittelpunkt dieser Arbeit steht der Schutz von Kindern und Jugendlichen, die in ihrer Familie oder in ihrem Umfeld von Gewalt betroffen oder bedroht sind. Aber auch die Stärkung der Erziehungsverantwortung, der Beziehungs- und Konfliktfähigkeit und die allgemeine Verbesserung der Lebensbedingungen von Familien sind Grundlagen der Arbeit.

© 2020 Stadt Essen