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SNB hebt Mindestkurs auf und senkt Zins auf -0,75 %

Diagramm: Zinssatz 3M-Euribor (oben) und 3M-CHF-Libor (unten)
Zinssatz 3M-Euribor (oben) und 3M-CHF-Libor (unten)
Diagramm: Kursentwicklung des Schweizer Franken während der letzten fünf Jahre
Kursentwicklung des Schweizer Franken während der letzten fünf Jahre

Häufig gestellte Fragen zum Thema

Die Schweizer Nationalbank hat den Mindestkurs am 15.01.2015 von 1,20 Franken pro Euro aufgehoben und den Zins für Guthaben auf Girokonten, die einen bestimmten Freibetrag übersteigen, um 0,5 Prozentpunkte auf -0,75 % gesenkt.

1. Was bedeutet das für die Stadt Essen?

Zuerst einmal hat das im Augenblick noch keine finanziellen Auswirkungen. Gegenüber dem letzten Bilanzstichtag ergibt sich heute eine rechnerische Erhöhung der Schweizer Franken-Verbindlichkeit in Höhe von rd. 75 Mio. Euro. Finanzielle Auswirkungen würden sich erst ergeben, wenn der Kredit zurückgezahlt werden müsste. Das ist derzeit kein Thema. Aber finanzielle Vorteile ergeben sich aus der angekündigten Zinssenkung bereits im Februar, Juli und Oktober des Jahres, wenn bestehende Kredite verlängert werden.

2. Warum hat die Stadt Essen überhaupt Fremdwährungskredite aufgenommen?

Bei einem Schuldenstand von rd. 3,3 Mrd. Euro ist eine gewisse Streuung der Kreditaufnahmen sowie eine Verbreiterung der Investorenbasis notwendig. Hierzu gehört auch die Beimischung von Fremdwährungen, die mit 450 Mio. Schweizer Franken seit 2002 die ohnehin angespannte Kreditaufnahme in Euro entlasten.

Im Jahr 2002 lag der Zinsvorteil der Finanzierung in Schweizer Franken um mehr als zwei Prozentpunkte unter einer vergleichbaren Euro-Finanzierung. Dieser Zinsvorteil hat sich im Lauf der Zeit verändert und ist durch die aktuelle Entscheidung der SNB wieder erhöht worden.

3. Warum hat die Stadt das Wechselkursrisiko nicht abgesichert?

Schon im Jahr 2002 war das Wechselkursrisiko bekannt. Eine Wechselkursabsicherung hätte die Erzielung des Zinsvorteils zunichte gemacht. Daher sollten die Schweizer Franken-Kredite dauerhaft im Schuldenbestand verbleiben, um etwaige Kursveränderungen "aussitzen" zu können. Folglich wurden Kredite nur als revolvierende Kredite aufgenommen, um eine zwingende Rückzahlung mit Wechselkursverlusten zu vermeiden. So ist auch der Kurseinbruch im Jahr 2011 ohne liquiditätsmäßige Belastungen für den Haushalt überstanden worden. Die dauerhafte Beibehaltung von Schweizer Franken-Krediten zur Diversifizierung und Zinskostenersparnis unabhängig von der Kursentwicklung ist daher schon erklärtes Ziel im Jahr 2002 gewesen.

In den letzten drei Jahren hat die SNB den Wechselkurs auf einem Niveau von 1,20 Schweizer Franken je Euro gehalten. Eine zusätzliche Wechselkursabsicherung hätte die Stadt Millionen gekostet, was bei der dauerhaften Bekräftigung der SNB zur Kursstabilisierung eine kaum zu rechtfertigende Ausgabe gewesen wäre. Aber: hinterher ist man immer schlauer.

4. Was gedenkt die Stadt Essen zu tun?

Der Finanzausschuss der Stadt Essen hat am 20. Januar 2015 mehrheitlich beschlossen, die Entscheidung über die Zukunft der Kredite in Schweizer Franken auf der Grundlage von Entscheidungsalternativen und deren vollständiger Darstellung der finanziellen Auswirkungen für die Stadt Essen im März 2015 zu treffen.

 
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