Gerade in Zeiten des Coronavirus und den damit einhergehenden Kontaktbeschränkungen ist es umso wichtiger, die internationalen Beziehungen zu stärken und zu pflegen. Die Stadt Essen steht mit ihren sieben Partnerstädten nach wie vor in engem Kontakt und tauscht sich fortlaufend über die Situation sowie die getroffenen Maßnahmen in den einzelnen Städten aus. Was alle vereint, ist die Sorge um die Auswirkungen der Pandemie, auf die niemand vorbereitet war. Auch Oberbürgermeister Thomas Kufen ist in persönlichem Austausch mit den Oberhäuptern, vor allem in den Partnerstädten, und wandte sich mit einem Schreiben an seine Amtskolleginnen und Amtskollegen.

In der jetzigen Zeit ist solidarisches Handeln wichtiger denn je. So dankte auch Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet dem Team um Prof. Werner vom Universitätsklinikum Essen für die Unterstützung und das Engagement in der Behandlung französischer Patientinnen und Patienten, die an einer Covid-19-Erkrankung leiden. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter setzen sich sowohl für Essenerinnen und Essener als auch für die französischen Nachbarn im Kampf gegen das Virus ein.


Sunderland

Im englischen Sunderland wandte sich Stadtoberhaupt Councillor Graeme Miller vor Ostern per Videobotschaft an die Öffentlichkeit und rief zum Social Distancing auf: "Durch unseren Verzicht können wir alle wirklich am besten die Liebe zu unserer Familie beweisen [...], und die zu den Familien anderer Menschen, denen wir schaden könnten, wenn wir die Regeln nicht einhalten." (“The sacrifice we are all making is genuinely the greatest possible demonstration of our love for our family […] and other people’s families who could be harmed if we do not maintain distance.”)


Tampere

Die Stadt Tampere ruft Bürgerinnen und Bürger dazu auf, Ideen zur Vermeidung von Einsamkeit einzusenden und so den Gemeinschaftssinn zu stärken. Die Einwohnerinnen und Einwohner Tamperes können online Vorschläge einsenden. Für die Projektvorschläge stehen Fördergelder in einer Gesamthöhe von 100.000 Euro zur Verfügung.


Grenoble

Grenoble rief die Nachbarschaftsplattform "Grenoble Voisins Voisines" ins Leben, auf der sich Nachbarinnen und Nachbarn im Alltag unterstützen, um hilfsbedürftige Personen kümmern sowie Ratschläge austauschen können.


Tel Aviv-Yafo

Tel Aviv-Yafo veröffentlichte in einem Bericht alle dort ergriffenen Maßnahmen. Auch dort setzen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auf Videokonferenzen und Homeoffice. Für die Stadtverwaltung wurde eigens eine Facebook-Seite eingerichtet, auf der täglich aufgenommene Videoansprachen des Bürgermeisters für die 10.000 Kolleginnen und Kollegen hochgeladen werden. Zudem gibt es in der Stadt mit den meisten Start-up-Unternehmen je Einwohner verschiedene Apps, mit denen die Bürgerinnen und Bürger mit der Stadt Tel Aviv-Yafo in Kontakt treten können, sowie Apps für Freiwilligenarbeit. Die Stadt organisiert des Weiteren unter anderem Essensausgabestellen, kostenlose Online-Angebote und Podcasts.


Nischni Nowgorod

Gemeinsam mit der russischen Partnerstadt Nischni Nowgorod waren am 8. und 9. Mai in beiden Städten ursprünglich Veranstaltungen rund um den 75. Jahrestag zum Ende des II. Weltkrieges geplant. Diese müssen aufgrund der Pandemie entfallen. Trotz allem will Essen Nischni Nowgorod seine Solidarität erklären: Oberbürgermeister Kufen nahm daher eigens für die Bürgerinnen und Bürger der Partnerstadt eine Videobotschaft auf, um sich persönlich zu diesem historischen Ereignis zu äußern.

Zudem hat Nischni Nowgorod einen internationalen Online-Flasmob für Schulkinder weiterführender Schulen aus der eigenen Stadt und aus Partnerstädten ins Leben gerufen – unter dem Motto „Pandemic lifehack: positive about isolation“ (Pandemischer Lifehack: positiv in der Selbstisolation). Sie können kurze Videoclips, Poster, Zeichnungen oder Comics in englischer Sprache einreichen, die den Umgang mit Selbstisolation auf kreative Weise zeigen: bis 8. Mai 2020 per E-Mail an das Department of Investment Policy and Foreign Economic Relations der Stadtverwaltung (invest@admgor.nnov.ru) und unter Angabe des Namens, der Schule, Klasse und Stadt. Die Arbeiten der Teilnehmerinnen und Teilnehmer aller Städte werden auf den offiziellen Social Media-Seiten auf Facebook und Vkontakte präsentiert.


Changzhou

Die Städte stehen sich gegenseitig bei. So hat die chinesische Partnerstadt Changzhou beispielsweise der Stadt Essen 20.000 Mund-Nasen-Schutzmasken gespendet.

Foto: Zwei Feuerwehrmänner, zwischen sich Kartons mit Mund-Nasenschutzmasken aus Changzhou

Zabrze

In Zabrze werden Lebensmittelpakete an Personen in Quarantäne geliefert, damit diese ihr Haus nicht verlassen müssen. Zabrze hat außerdem im Schlesischen Park für Medizintechnik eigens für die Pandemie ein Covid-19-Labor eingerichtet, um mehr Menschen testen zu können. Auch in der polnischen Partnerstadt setzt man, wie in Essen, auf dezentrale Testungen, um eine weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen.


Kōriyama

Essen hat nicht nur Partnerstädte, die Stadt pflegt auch projektorientierte Städtefreundschaften in aller Welt, unter anderem mit der japanischen Stadt Kōriyama in der Präfektur Fukushima. Auch hier haben Musikerinnen und Musiker gemeinsam musiziert und die Ode an die Freude aufgenommen.


World Choir for Peace

Der Weltfriedenschor (World Choir for Peace) hat mit Sängerinnen und Sängern aus insgesamt 28 Ländern das Stück "I hope" aufgenommen. Dieses ist als ein Zeichen der Zuversicht in der Corona-Krise zu verstehen und soll zeigen, dass es möglich ist, trotz Corona gemeinsam zu musizieren und so ein Zeichen der Hoffnung und des Friedens zu setzen.
 
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