Fortschreibung des Basis-Lärmaktionsplans

Empfehlung im Ausschuss für Umwelt, Klima- und Verbraucherschutz

08.10.2026

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Lärmaktionsplan wird fortgeschrieben: Die Stadt Essen aktualisiert den Basis-Lärmaktionsplan von 2024 mit genaueren kommunalen Daten.
  • Straßenverkehr ist größte Lärmquelle: Besonders stark belastet sind Bereiche entlang der A40 und wichtiger Hauptverkehrsachsen
  • Lärmminderung mit verschiedenen Maßnahmen: Geplant sind unter anderem lärmarme Fahrbahnbeläge, mehr ÖPNV sowie Rad- und Fußverkehr.

Die Stadt Essen schreibt ihren Basis-Lärmaktionsplan aus dem Jahr 2024 fort. Der Ausschuss für Umwelt, Klima- und Verbraucherschutz hat die Fortschreibung in seiner vergangenen Sitzung am Dienstag, 6. Oktober, empfohlen.

Der Lärmaktionsplan zeigt, wo die Menschen in Essen besonders stark durch Umgebungslärm belastet sind. Er betrachtet verschiedene Lärmquellen. Dazu gehören Straßen- und Schienenverkehr, Flugverkehr sowie Industrie- und Gewerbe. Zusätzlich zeigt der Plan, wie viele Menschen, Wohnungen, Schul- und Krankenhausgebäude von den jeweiligen Lärmarten betroffen sind. Auch mögliche gesundheitliche Auswirkungen wurden statistisch ausgewertet. Auf dieser Grundlage können Maßnahmen zur Lärmminderung gezielt geplant und priorisiert werden.

Was ist bei der Fortschreibung neu?

Für den Basis-Lärmaktionsplan stellte das Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK NRW) zunächst eine Umgebungslärmkartierung auf Grundlage pauschalisierter Werte bereit. Die Stadt Essen hatte deshalb bereits 2024 eine Neuberechnung mit kommunalen Daten angekündigt. Diese bildet nun die Grundlage für die Fortschreibung. So lässt sich die Lärmbelastung in Essen genauer darstellen. Auch die Zahl der betroffenen Menschen kann präziser ermittelt werden. Die Stadt kann dadurch Maßnahmen zur Lärmminderung besser priorisieren. Auch die sogenannten Ruhigen Gebiete wurden überprüft und aktualisiert. Teilweise wurden neue Gebiete ausgewiesen. Sie sollen wichtige Erholungsräume vor einer zunehmenden Lärmbelastung schützen.

Wo ist die Lärmbelastung besonders hoch?

In Essen sind viele Menschen insbesondere durch Straßenverkehrslärm belastet. Es folgen die Belastungen durch den Schienenverkehr. Dazu zählen sowohl Eisenbahnstrecken als auch Stadt- und Straßenbahnen. Die Auswertungen zeigen, dass der Straßenverkehr bei vielen Betroffenen besonders hohe Lärmpegel verursacht. Flug- und Gewerbelärm liegen dagegen tendenziell niedriger. Für den Straßenverkehr wurden 13 Straßenabschnitte als Belastungsschwerpunkte mit höchster Priorität ermittelt. Weitere 29 Straßenabschnitte haben eine hohe Priorität. Die Belastungsschwerpunkte liegen unter anderem entlang der A40 und an wichtigen Hauptverkehrsachsen. Darüber hinaus hat die Stadt untersucht, wo mehrere Lärmquellen gleichzeitig auf Menschen einwirken. Mehrfachbelastungen mit Lärmpegeln über 60 dB(A) treten insbesondere an Stadt- und Straßenbahnstrecken entlang von Hauptverkehrsstraßen auf.

Welche Maßnahmen können den Lärm reduzieren?

Die Stadt Essen setzt bei der Lärmminderung auf verschiedene Maßnahmen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Sanierung von Straßen mit lärmmindernden Fahrbahnbelägen. Auch der Umweltverbund soll weiter gestärkt werden. Dazu gehören insbesondere der öffentliche Personennahverkehr sowie der Fuß- und Radverkehr.

Auch an Stadt- und Straßenbahnstrecken werden Lärmminderungsmaßnahmen umgesetzt. Die Ruhrbahn GmbH setzt dort vor allem auf technische Lösungen zur Lärmminderung. An Autobahnen und Eisenbahnstrecken im Schienennetz des Bundes werden unter anderem Schallschutzbauwerke saniert und ergänzt. Auch die Flughäfen setzen Maßnahmen zum Lärmschutz um.

Welche Rolle spielen Geschwindigkeitsreduzierungen?

Geschwindigkeitsreduzierungen sind eine vergleichsweise kostengünstige und einfach umzusetzende Maßnahme und können ebenfalls zur Lärmminderung beitragen. Eine fachbereichsübergreifende Arbeitsgruppe der Stadt Essen prüft deshalb die Möglichkeiten entsprechender Anordnungen umzusetzen. Dabei hat die Arbeitsgruppe einen internen Handlungsleitfaden entwickelt. Er berücksichtigt die aktuelle Rechtslage und soll bei der Prüfung möglicher Geschwindigkeitsreduzierungen unterstützen.

Wie geht es mit der Lärmaktionsplanung weiter?

Der Rat der Stadt Essen soll die Fortschreibung des Basis-Lärmaktionsplans im Oktober 2026 beschließen. Parallel bereitet die Stadt bereits die fünfte Runde der Umgebungslärmkartierung vor. Die neue Kartierung muss bis Juni 2027 beim LANUK NRW eingereicht werden. Auf Grundlage der neuen Lärmkartierung erstellt die Stadt anschließend bis Juni 2029 den Lärmaktionsplan der fünften Runde. Weitere Informationen finden Interessierte im Vorgang 1304/2026/6 .

Zum Hintergrund

Die EU-Umgebungslärmrichtlinie verpflichtet Städte und Gemeinden dazu, die Lärmbelastung regelmäßig zu erfassen und zu reduzieren. Als Ballungsraum muss die Stadt Essen ihre Umgebungslärmkartierung alle fünf Jahre aktualisieren. Außerdem überprüft und überarbeitet sie ihren Lärmaktionsplan bei Bedarf.

Die Stadt Essen hat den Basis-Lärmaktionsplan der vierten Runde im Jahr 2024 erstellt. Der Rat verabschiedete ihn am 25. September 2024. Anschließend legte die Stadt den Plan fristgerecht dem Landesamt für Natur, Umwelt und Klima Nordrhein-Westfalen (LANUK NRW) vor.

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