Gesundheitswegweiser Essener Norden

Die medizinische Versorgung im Essener Norden

Ausgangslage

Ende 2020 wurden sowohl das Marienhospital in Altenessen als auch das St. Vincenz Krankenhaus in Stoppenberg geschlossen. Parallel soll das Philippusstift in Essen Borbeck innerhalb der nächsten Jahre ausgeweitet werden und einige der medizinischen Fachabteilungen der beiden Krankenhäuser aufnehmen.
Die Stadt Essen arbeitet an Lösungen, wie die Versorgung der Bevölkerung sichergestellt ist.

Um diese Stadtteile geht es

Betroffen sind vorwiegend Einwohner*innen der Stadtteile:
Bezirk IV
(Schönebeck, Bedingrade, Frintrop, Dellwig, Gerschede, Borbeck-Mitte, Bochold, Bergeborbeck)
Bezirk V
(Altenessen-Nord, Altenessen-Süd, Karnap, Vogelheim)
Bezirk VI
(Schonnebeck, Stoppenberg, Katernberg)

Aktuelle Situation – Die Versorgung ist sichergestellt!

Auf einen Klick – Die Versorgung im Essener Norden
Ein Stadtplan zeigt alle zentralen Notfalldienstleistungen in den Stadtbezirken IV, V und VI und liefert einen Überblick über die Versorgung in den Stadtteilen.
Zum Stadtplan

Notfallversorgung – unverändert gut
Die Anzahl der verfügbaren Rettungswagen und Notfalleinsatzfahrtzeuge für den Essener Norden am Standort St. Vincenz Krankenhaus und am Philippusstift Borbeck ist auch nach den Krankenhausschließungen unverändert. Die vorgeschriebenen Einsatzzeiten in Form der sogenannten "Hilfsfrist", dem Zeitraum zwischen Notrufbeginn und dem Eintreffen der alarmierten Kräfte an der Einsatzstelle, haben sich nicht verändert. Die Einhaltung der Hilfsfrist unterliegt einer ständigen Kontrolle durch die Feuerwehr.

Wenn zusätzliche Notarzt-Kapazitäten benötigt werden oder die vorhandenen Notarzteinsatzfahrzeuge bereits im Einsatz sind, stehen weitere Notarzteinsatzfahrzeuge im Stadtgebiet zur Verfügung und werden alarmiert.
Geprüft wird immer zeitgleich, ob ein Notarzt aus einer Nachbarkommune verfügbar ist und schneller am Einsatzort zur Verfügung steht. Auch der Einsatz eines Rettungshubschraubers wird stets geprüft.

Ein Rettungswagen mehr am St. Vincenz Krankenhaus
Wegen umfangreicher Säuberungs- und Desinfektionsmaßnahmen nach COVID-Transporten hat sich die durchschnittliche Dauer eines Einsatzes aktuell verlängert. Durch die längeren Fahrzeiten hat sich die Verfügbarkeit von Einsatzmitteln verändert, deshalb wurde der Standort St. Vincenz durch einen Rettungstransportwagen (RTW) ergänzt.

In der Notaufnahme des Philippusstift kommt es in Einzelfällen vor, dass Patienten, die durch den Rettungsdienst zugeführt werden, aufgrund der Vielzahl der Zugänge nicht aufgenommen werden können und einem anderen Krankenhaus zugeführt werden müssen. Diesen Umstand gab es allerdings auch schon vor den Krankenhausschließungen. Die Notfallversorgung durch die Essener Krankenhäuser ist also sichergestellt.

Planungen

Fachärzte
Ziel muss eine gute Versorgung mit Fachärzt*innen in den Stadtteilen und Stärkung der wohnortnahen medizinischen Behandlung und Diagnostik sein.
Nach Einschätzung der Verwaltung soll die Ansiedlung weiterer Fachdisziplinen vorangetrieben werden aus den Bereichen Onkologische Ambulanz, Urologie, Neurologie, Orthopädie, Kardiologie, Pädiatrie, Gynäkologie, Inneres und Geriatrie.

Gesundheitskioske

Nach Hamburger Vorbild sollen zwei Gesundheitskioske in der „Alten Badeanstalt“ in Altenessen und an einem Standort in Stoppenberg entstehen.
Das bieten die Gesundheitskioske:
Unsere Kioske werden von einem Team medizinisch ausgebildeten Fachpersonals mit umfangreichen Erfahrungen in der Krankenpflege geführt.

Folgende Angebote sind geplant:
Beratung in allen Fragen zur Gesundheit und Gesundheitsförderung
Beratung nach Möglichkeit in der Muttersprache
Beratung und Unterstützung bei der Suche von Haus- und Fachärzt*innen
Verabredung von Terminen mit den Ärzt*innen für Sie
Ausführliche Besprechung der Diagnose, Ihrer Symptome, der verordnetenTherapie und der Nachsorge nach einem Arztbesuch
Beratung rund um Schwangerschaft, Mutterschaft, Vorsorgeuntersuchungen
Hilfe bei der Beantragung von z.B. Kur- oder Reha-Maßnahmen
Klärung Ihrer Leistungsansprüche
Prävention und Unterstützung bei Fragen rund um Ernährung, Vermittlung von Gesundheitskursen
Die Gesundheitskioske sind gut vernetzt im Stadtteil und kooperieren mit Ärzt*innen, Krankenhäusern, Sport- und Gesundheitsverbänden sowie auch mit den Krankenkassen.

Gesundheitszentrum

Ein weiteres Ziel ist die Etablierung eines wohnortnahen „integrierten sektorenübergreifenden Gesundheitszentrums“.
Die Verwaltung hat nach intensivem Austausch mit Betroffenen und Expert*innen entschieden, den Aufbau eines innovativen Versorgungsangebots im Essener Norden zu initiieren. Dieses soll dem sich ändernden Versorgungsbedarf aufgrund von demografischen und medizinischen Entwicklungen, aber auch neuen Gestaltungsmöglichkeiten durch Prävention, ambulante Versorgung und Digitalisierung Rechnung tragen.
Erste Gespräche über externe Beteiligungen und Umsetzungsmöglichkeiten wurden bereits geführt. Ein umsetzungsreifes Konzept soll Ende des Jahres 2021 stehen.

Gesundheitsversorgung im Essener Norden sicherstellen

Ziel ist, die Gesundheitsversorgung im Essener Norden sicherzustellen und weiterzuentwickeln.

Das Gesamtprojekt „Gesundheitsversorgung im Essener Norden“ ist in sieben Teilprojekte gegliedert.

  • Teilprojekt 1:
    Erstellung eines Fachplans Gesundheit, schwerpunktmäßig für die Bezirke V und VI
  • Teilprojekt 2:
    Eröffnung und Gestaltung eines Gesundheitszentrums mit weitreichenden Angeboten
  • Teilprojekt 3:
    Eröffnung und Gestaltung zweier Gesundheitskioske
  • Teilprojekt 4:
    Entwicklung von Angeboten für Kinder, Jugendliche und Familien für die Zeit nach der Pandemie
  • Teilprojekt 5:
    Entwicklung eines virtuellen „Kindergesundheitszentrums“
  • Teilprojekt 6:
    Auswertung der ambulanten Notfallversorgung für die Stadtteile der Bezirke V und VI
  • Teilprojekt 7:
    Entwicklung von Informationsmaterialien (Flyer, Plakate und Website) für Bürger*innen

Gesundheitsstandort Essen

Essen ist einer der bedeutendsten Medizin- und Gesundheitsstandorte in Deutschland und Versorgungsstandort Nr. 1 in der Region. In keiner anderen Stadt des Ruhrgebiets werden mehr Patient*innen behandelt, gibt es mehr Ärzt*innen und Krankenbetten und sind mehr Menschen in der Gesundheitswirtschaft beschäftigt als in Essen. Jährlich werden rund 750.000 Patient*innen aus dem In- und Ausland ambulant und stationär behandelt.

Auch auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung ist Essen hervorragend aufgestellt. Insbesondere in den Bereichen Herz-Kreislauf, Onkologie und Transplantation forscht Essen auf internationalem Spitzenniveau. Beim Thema “Künstliche Intelligenz” nimmt der Gesundheitsstandort Essen mit dem KI-Institut der Universitätsmedizin Essen und der Medizinischen Fakultät der Universität Duisburg-Essen eine zentrale Rolle hinsichtlich zukunftsweisender Methoden in Diagnostik, Prävention und Behandlung ein.

Für den Notfall: wichtige Telefonnummern

Feuerwehr / Rettungsdienst
112
Polizei
110
Notruf-Fax für Gehörlose
1 23 78 90
Notruf-Schreibtelefon
1 23 78 33
Krankentransport
1 92 22
Ärztlicher Notdienst
116 117
Zahnärztlicher Notdienst
01805 - 98 67 00
Giftnotrufzentrale
0228 - 2 87 32 11
Kinder-Notfallpraxis im Ärzte-Haus Ruhrallee 81
0201 - 2 79 90 96
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