Haus Scheppen: Aufwertung wird unabhängig von der IGA weiterverfolgt

Stadt Essen setzt Planung für die langfristige Entwicklung fort – erste Maßnahmen sollen 2027 starten

06.10.2026

Die geplante Aufwertung des Bereichs rund um Haus Scheppen am Baldeneysee wird weiterverfolgt – allerdings nicht mehr als Projekt der Internationalen Gartenausstellung (IGA) 2027. Der Ausschuss für Umwelt, Klima und Verbraucherschutz hat am heutigen Dienstag (06.10.) den aktuellen Sachstand zur Kenntnis genommen. Es ist vorgesehen, die planerische Weiterentwicklung des Projekts unabhängig von der IGA fortzuführen und kurzfristig umsetzbare verkehrsstrukturelle Maßnahmen auf den Weg zu bringen.

Damit bleibt das Ziel bestehen, Haus Scheppen langfristig aufzuwerten und die Aufenthalts- und Verkehrsqualität an dem beliebten Naherholungsstandort zu verbessern. Für den Doppelhaushalt 2027/2028 sollen zudem Haushaltsmittel für die im Beteiligungsprozess festgelegten prioritären Infrastrukturmaßnahmen angemeldet werden. Die Verwaltung prüft darüber hinaus fortlaufend weitere Fördermöglichkeiten.

"Der Bereich Haus Scheppen zieht Menschen seit Generationen an und besitzt eine unverwechselbare Atmosphäre. Genau diese Qualitäten sollen erhalten bleiben und zugleich gestärkt werden. Deshalb führen wir die Planungen unabhängig von der IGA weiter und setzen erste Maßnahmen bereits 2027 um", so Simone Raskob, Geschäftsbereichsvorständin für Umwelt, Verkehr und Sport.

Wie geht es weiter?

Noch im Jahr 2027 sollen erste verkehrsorganisatorische Maßnahmen umgesetzt werden. Dazu gehören eine Neuordnung der Parkplatzsituation, die Sicherstellung von Rettungswegen und Zufahrten sowie eine Optimierung der Verkehrsführung im gesamten Bereich. Damit sollen zunächst die drängendsten Probleme am Standort angegangen werden.

Parallel dazu wird die Planung für die umfassendere Aufwertung weitergeführt. Grundlage ist das bereits entwickelte integrierte Gesamtkonzept mit einem Investitionsvolumen von rund 8 Millionen Euro. Die Umsetzung soll schrittweise und unabhängig vom Zeitplan der IGA erfolgen.

Warum ist Haus Scheppen kein IGA-Projekt mehr?

Ursprünglich war die Umfeldaufwertung Haus Scheppen als Beitrag zur IGA 2027 vorgesehen. Im Verlauf der Planungen wurde jedoch deutlich, dass eine nachhaltige Entwicklung des Standorts mehr erfordert als einzelne Maßnahmen. Entstanden ist das Gesamtkonzept. Eine vollständige Umsetzung bis zur Eröffnung der IGA im April 2027 ist in diesem zeitlichen Rahmen nicht möglich. Zudem wurde eine beantragte Förderung über die Regionale Wirtschaftsförderung des Landes NRW nicht bewilligt. Das Förderprogramm ist vorrangig auf neue touristische Leuchtturmprojekte ausgerichtet.

Die Herausnahme aus dem IGA-Kontext bedeutet daher keine Abkehr von den bisherigen Planungszielen. Die Umfeldaufwertung wird als eigenständiges, langfristiges Stadtentwicklungsprojekt weitergeführt. Dabei sollen verkehrliche, freiraumplanerische und infrastrukturelle Maßnahmen aufeinander abgestimmt und schrittweise umgesetzt werden. Der Ansatz ist Teil der integrierten Entwicklung des Baldeneysees im Sinne der Strategie "Baldeneysee 360°".

Was ist bisher passiert?

Die bisherigen Planungen für die Umfeldaufwertung Haus Scheppen basieren auf einem intensiven Beteiligungsprozess. In vier Anrainer-Workshops, einer Online-Umfrage mit rund 1.600 Teilnehmenden, öffentlichen Diskussionen und Thementischen konnten Bürger*innen und weitere Nutzer*innen ihre Vorstellungen einbringen.

Dabei wurden unter anderem folgende Anforderungen für die weitere Entwicklung festgelegt:

  • Erhalt des Motorradtreffs als identitätsstiftender Bestandteil des Standortes
  • Sicherung und Weiterentwicklung der bestehenden Buden- und Trinkhallenkultur
  • Erhalt der besonderen Nutzungsmischung aus Treffpunkt, Aufenthaltsort am Wasser sowie Standort für Freizeit- und Wassersport
  • Verbesserung und Neuordnung der Parkplatzsituation
  • Freihaltung von Rettungswegen, Zufahrten und Erschließungsflächen
  • Reduzierung subjektiv wahrgenommener Gefahrenlagen im Verkehr
  • Verbesserung der allgemeinen Verkehrssicherheit
  • Schaffung zusätzlicher Aufenthalts- und Freizeitangebote, insbesondere für Familien
  • Verbesserung der Aufenthaltsqualität und Zugänglichkeit am Wasser
  • Modernisierung und funktionale Aufwertung der bestehenden Infrastruktur, insbesondere der sanitären Anlagen

Diese Anforderungen bleiben auch Grundlage für die weitere Planung.

Essen bei der IGA 2027: 3 Parks, eine Vision

Anstelle von Haus Scheppen wird der Grugapark Essen im Rahmen der IGA 2027 einen Schwerpunkt bilden. Geplant sind unter anderem eine Schaubaustelle zum nachhaltigen Bauen am heutigen Standort der Orangerie, ein Veranstaltungsprogramm zum 100. Geburtstag des Botanischen Gartens sowie die Umgestaltung der ehemaligen Mustergartenanlage zu einem Erlebnis- und Lernort rund um Nachhaltigkeit und Klimaschutz. Damit ist Essen bei der IGA 2027 auf der Ebene "Unsere Gärten" mit drei unterschiedlichen Projekten vertreten: dem Grugapark, dem Emscherpark und dem Kanaluferpark.

Weitere Informationen zur Umfeldaufwertung Haus Scheppen finden Interessierte in der Vorlage 0911/2026/6 .

Weitere Informationen zur IGA 2027 finden Interessierte unter www.essen.de/iga2027.

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Stadt Essen
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