Mähroboter nachts und in der Dämmerung vermeiden
Stadt Essen warnt vor Gefahr für Igel und Wildtiere
09.10.2026
Mähroboter, die in der Dämmerung oder nachts durch den Garten fahren, stellen eine erhebliche Gefahr für Igel und andere Wildtiere dar. Darauf weist das Umweltamt der Stadt Essen anlässlich des Herbstbeginns hin. Betroffene Tiere werden von den Geräten oft überrascht, können nicht rechtzeitig ausweichen und werden schwer verletzt oder getötet. Ein Verletzen oder Töten wild lebender Tiere verstößt gegen geltendes Artenschutzrecht.
Problemzone Dämmerung und Nacht
Viele Kleintiere, die in unseren Gärten leben, sind dämmerungs- oder nachtaktiv. Dazu zählen unter anderem Igel, Amphibien und Reptilien. Sie suchen in dieser Zeit nach Nahrung wie Insekten und Würmern. Wird ein Mähroboter in diesen Phasen betrieben, können die Tiere dem Gerät kaum ausweichen. Der Igel verharrt beispielsweise bei drohender Gefahr an Ort und Stelle. Um nicht auf einen Mähroboter verzichten zu müssen, empfiehlt die Stadt Essen, diesen frühestens eine halbe Stunde nach Sonnenaufgang sowie bis spätestens eine halbe Stunde vor Sonnenuntergang zu betreiben. Die meisten gefährdeten Tiere sind tagsüber in ihren Verstecken. Viele Mähroboter verfügen bereits über eine Zeitschaltfunktion, sodass sich die Änderung ohne größeren Aufwand umsetzen lässt.
Appell an die Hersteller*innen und pflegeleichte Alternativen
"Es wäre gut, wenn die Hersteller mehr in die Pflicht genommen würden, damit trotz Einsatz dieser Geräte die Natur nicht darunter leidet", appelliert Simone Raskob, Geschäftsbereichsvorständin für die Bereiche Umwelt, Verkehr und Sport der Stadt Essen. "Beispielsweise, indem die Geräte ab Werk so programmiert werden, dass ein Einsatz in der Nacht gar nicht erst möglich ist." Einzelne große Hersteller*innen gehen diesen Weg bereits. Berichte aus Igelauffangstationen zeigen, dass mit der Zahl der Mähroboter in den Gärten auch die Anzahl verletzter Wildtiere, insbesondere Igel, gestiegen ist.
Wer andere Optionen sucht, kann Rasenflächen ganz oder teilweise in eine Wildblumenwiese umwandeln. Diese muss nur ein- bis zweimal im Jahr gemäht werden und stellt eine pflegeleichte Gestaltung des Gartens dar. Zugleich leistet sie einen wichtigen Beitrag für den Artenschutz, indem sie einen wertvollen Lebensraum für Insekten, Vögel und Igel schafft.
Auch Staudenbeete und Sträucher mit unbefestigten Wegen oder Trittsteinen sind eine gute Alternative zum reinen Rasen. Bei der Neuanlage ist dies zunächst aufwendiger. In der dauerhaften Pflege jedoch sogar weniger aufwendig als eine Rasenfläche. Zudem bieten Staudenbeete und Sträucher, besonders wenn essbare Pflanzen integriert sind und auf heimische Arten geachtet wird, deutlich mehr Nahrung für Tiere. Mit Stauden- und Sträuchern begrünte Flächen sind im Sommer auch deutlich kühler. Rasen muss häufig gegossen werden, damit er nicht unansehnlich wird. Damit leisten Stauden und Sträucher auch einen größeren Beitrag zur Klimaanpassung.
"Naturschutz beginnt nicht erst im Naturschutzgebiet. Gerade unsere privaten Gärten können für viele Tiere wichtige Lebensräume sein", betont Simone Raskob. "Schon kleine Veränderungen im Alltag können dazu beitragen, diese Lebensräume zu verbessern und zugleich einen Beitrag zum Hitzeschutz und zur Klimaanpassung zu leisten."
Weitere Informationen zum Thema Artenschutz finden Interessierte auf www.essen.de/umwelt. Zur Igelauffangstation in Essen unter www.igelfreunde-ruhrgebiet.de .
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