Straßenbaumkonzept: Mehr Bäume für ein klimaangepasstes Essen

Kenntnisnahme im Rat der Stadt Essen

14.10.2026

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Klimaschutz: Die Stadt Essen möchte den Baumbestand widerstandsfähiger gegen Hitze und Trockenheit machen und hat ein Straßenbaumkonzept erarbeitet.
  • Neue Baumstandorte: Bei der Untersuchung wurden zahlreiche Möglichkeiten für zusätzliche Baumpflanzungen identifiziert. Besonders bei geplanten Straßensanierungen sollen neue Bäume gepflanzt werden.
  • Umsetzung: Das Straßenbaumkonzept dient als Grundlage für zukünftige Planungen und die Beantragung von Fördermitteln.

Die Stadt Essen will ihren Straßenbaumbestand langfristig klimaresilienter aufstellen und dort, wo es möglich ist, erweitern. Das neue Straßenbaumkonzept zeigt auf, wie Bäume besser an die Folgen des Klimawandels angepasst und neue Baumstandorte identifiziert werden können. Der Rat der Stadt Essen hat das Straßenbaumkonzept in seiner heutigen (14.10.) Sitzung zur Kenntnis genommen.

Im ersten Schritt wurden dafür 668 Straßen beziehungsweise Straßenabschnitte in 22 Stadtteilen untersucht – mit besonderem Fokus auf die am stärksten von Hitze betroffenen Bereiche. Straßenbäume sind für eine lebenswerte Stadt von großer Bedeutung. Sie spenden Schatten, kühlen ihre Umgebung, verbessern das Stadtklima und können die Belastungen durch Hitze für die Menschen reduzieren. Gleichzeitig tragen sie zur Luftqualität, zur Artenvielfalt und zur Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum bei.

Welche Bäume eignen sich für welchen Standort?

Das Konzept gibt Empfehlungen für geeignete Baumarten und Beispiele für die Gestaltung der Pflanzgruben. Ziel ist, Bäume so zu pflanzen, dass sie auch bei zunehmender Hitze und Trockenheit möglichst langfristig gesund bleiben. Dabei soll auf eine größere Vielfalt verschiedener Baumarten und -gattungen gesetzt werden. Das erhöht die Widerstandsfähigkeit des Baumbestandes und fördert die biologische Vielfalt.

Für die untersuchten Straßen wurden sogenannte Straßensteckbriefe erstellt. Sie dienen künftig als Orientierung für Planungen. Welche Baumart an einem konkreten Standort tatsächlich gepflanzt wird, muss allerdings immer im Einzelfall geprüft werden.

Ein eigens entwickeltes Ampelsystem hilft dabei, Überschneidungen mit bestehenden Leitungen zu erkennen und potenzielle Baumstandorte für die weitere Planung zu priorisieren. Die zugrunde liegende Straßenbaumliste dient als Basis für eine dynamische Fortschreibung. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse sowie Erfahrungen aus der Praxis können damit künftig in die Empfehlungen einfließen.

Wie lassen sich Straßenbau und Baumpflanzungen verbinden?

Eine wichtige Chance bietet das Straßenbauprogramm der Stadt Essen für die kommenden 20 Jahre. So sollen auch anstehende Straßenbaumaßnahmen genutzt werden, um zusätzliche Bäume zu pflanzen. Im Rahmen des Straßenbauprogramms wurden bereits zahlreiche Straßenabschnitte identifiziert, bei denen zusätzliches Potenzial für Baumpflanzungen besteht.

Im Hauptverkehrsstraßennetz wurden bei rund 40 von mehr als 140 betrachteten Erneuerungsabschnitten Möglichkeiten für zusätzliche Bäume festgestellt. Im Nebenstraßennetz liegen bei knapp 50 von rund 190 betrachteten Abschnitten Potenziale in den besonders hitzebelasteten Bereichen.

Wo es die örtlichen Gegebenheiten erlauben, sollen insbesondere großkronige Bäume für möglichst viel Schatten sorgen. Dafür müssen bei der Planung mögliche Konflikte etwa mit Leitungen, Stellplätzen oder Verkehrsanlagen berücksichtigt und geeignete Lösungen gefunden werden.

Wie soll das Straßenbaumkonzept künftig umgesetzt werden?

Das Straßenbaumkonzept betrachtet zunächst besonders dicht bebaute und hitzebelastete Bereiche. Eine spätere Ausweitung auf weitere Stadtteile ist möglich. Das Konzept selbst ersetzt dabei keine konkreten Bauplanungen, sondern dient als informelles Planwerk.

Auch für die Beantragung von Fördermitteln ist das Konzept von Bedeutung. Es schafft die Grundlage zur Akquise von Fördermitteln, die ein aktuelles gesamtstädtisches Grünkonzept voraussetzt. Für eine zusätzliche Baumpflanzung ist derzeit mit Kosten von rund 8.000 bis 10.000 Euro zu rechnen. Darin enthalten sind unter anderem die Herstellung einer geeigneten Pflanzgrube und der Baum selbst. Daher ist die Einbindung in Förderprogramme sinnvoll und erforderlich.

Mit dem Straßenbaumkonzept schafft die Stadt Essen eine fachliche Grundlage, um den Straßenbaumbestand Schritt für Schritt klimaresilient weiterzuentwickeln. Die langfristige Vision: mehr vitale Bäume, mehr Schatten und mehr Grün und damit ein widerstandsfähigerer und lebenswerterer Stadtraum.

Weitere Informationen sowie das Straßenbaumkonzept finden Interessierte im Vorgang 1277/2026/6 .

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