Essener Norden: Neue Angebote im Gesundheitszentrum St. Vincenz ab Frühjahr 2027

14.10.2026

Die Gesundheitsversorgung im Essener Norden soll weiter gestärkt werden. Dafür sollen im Gesundheitszentrum St. Vincenz im Stadtteil Stoppenberg zusätzliche medizinische und pflegerische Angebote entstehen. Vorgesehen sind unter anderem eine ambulante Versorgung für Kinder und Jugendliche, eine spezialisierte außerklinische Intensivpflege sowie Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenz. Dafür soll das sogenannte Haus B schrittweise hergerichtet und genutzt werden. Die ersten Angebote könnten nach derzeitiger Planung im Frühjahr 2027 starten.

Über die geplante Erweiterung der Gesundheitszentren Essen gGmbH, die Gründung einer eigenen Gesellschaft für den Betrieb eines Medizinischen Versorgungszentrums (MVZ) und die dafür erforderliche städtische Finanzierung hat der Rat der Stadt Essen nun entschieden.

Warum braucht es zusätzliche Gesundheitsangebote im Essener Norden?

Gemeinsam mit ihren Partnerinnen*Partnern verfolgt die Stadt Essen das Ziel, die medizinische und pflegerische Versorgung insbesondere im Essener Norden zu verbessern und bestehende Versorgungslücken zu schließen. Neben ambulanten und stationären Angeboten spielen dabei auch die Versorgung von Kindern und Jugendlichen, die Unterstützung von Familien sowie Angebote für Seniorinnen*Senioren eine wichtige Rolle. Ursprünglich sollten zusätzliche Versorgungsangebote am Standort des ehemaligen Marienhospitals in Altenessen entstehen. Nach weiterführenden Untersuchungen des Gebäudes wurde jedoch ein deutlich höherer Sanierungsbedarf festgestellt als zunächst angenommen. Unter anderem wurden Mängel an Wasserleitungen, Lüftungsanlagen und der Stromversorgung sowie Asbestvorkommen entdeckt. Stand heute können die notwendigen Maßnahmen frühestens Anfang 2029 abgeschlossen werden. Eine Nutzung des Gebäudes im Jahr 2028 ist damit derzeit nicht möglich. Die langfristige Entwicklung des ehemaligen Marienhospitals zu einem Gesundheitsstandort bleibt weiterhin vorgesehen. Um wichtige Versorgungsangebote bereits früher aufbauen zu können, wurde deshalb nach einer alternativen Lösung gesucht.

Welche Angebote sollen entstehen?

Mit Haus B steht ein Gebäude zur Verfügung, das zuletzt als Flüchtlingsunterkunft genutzt wurde und bereits in wesentlichen Bereichen baulich hergerichtet ist. Unter anderem wurden die Wasser- und Abwasserleitungen 2024 erneuert und die Brandmeldeanlage bereits 2023 installiert.

Nach den bisherigen Planungen sollen die vorhandenen Flächen künftig unterschiedliche medizinische und pflegerische Angebote aufnehmen:

  • Erdgeschoss: Gemeinschafts- und Veranstaltungsflächen, beispielsweise für Patientinnen-*Patientenforen oder Angebote des Formats "Quartier 60+".
  • 1. Obergeschoss: Ambulante medizinische Angebote für Kinder und Jugendliche. Vorgesehen sind insbesondere Pädiatrie, Kinderchirurgie und eine Kinderschutzambulanz. Zusätzlich wird geprüft, ob das Jugendpsychologische Institut (JPI) Räume anmieten kann.
  • 2. Obergeschoss: Spezialisierte außerklinische Intensivpflege. Ergänzend kommen Angebote zur schrittweisen Entwöhnung von künstlicher Beatmung infrage.
  • 3. Obergeschoss: Wohngemeinschaften für Menschen mit Demenzerkrankungen.

Die Angebote sollen schrittweise aufgebaut werden. So können die Nachfrage und die betrieblichen Abläufe zunächst erprobt und die Kapazitäten anschließend bedarfsgerecht erweitert werden.

Welche Vorteile bietet das Vorgehen?

Durch die Nutzung von Haus B können wichtige Teile des ursprünglich für Altenessen entwickelten Versorgungskonzepts früher umgesetzt werden. Zudem lässt sich die vorhandene Infrastruktur am Gesundheitszentrum St. Vincenz nutzen. Dazu gehören beispielsweise Leistungen in den Bereichen Reinigung, Speiseversorgung, medizinische Versorgung und Belieferung.

Auch eine räumliche Bündelung weiterer gesundheitsbezogener Angebote wird geprüft. Dazu zählt insbesondere eine mögliche Ansiedlung des Jugendpsychologischen Instituts. Angestrebt wird, verschiedene Fachstellen des JPI an einem Standort zusammenzuführen. Darüber hinaus könnte die spezialisierte Beratung bei sexualisierter Gewalt räumlich mit der entsprechenden Fachberatung des Deutschen Kinderschutzbundes zusammengebracht werden.

Durch die Nähe zur geplanten Kinderschutzambulanz und zu weiteren medizinischen Angeboten für Kinder und Jugendliche könnten sich zusätzliche Möglichkeiten der Zusammenarbeit ergeben. Voraussetzung dafür sind die weiteren Prüfungen und die konkrete Umsetzung der Planungen.

Haus B soll zunächst als Übergangslösung bis mindestens 2031 genutzt werden. Nach Abschluss der erforderlichen Sanierungsmaßnahmen am ehemaligen Marienhospital in Altenessen sollen die dort aufgebauten Versorgungsstrukturen perspektivisch dorthin verlagert werden.

Wie soll die Erweiterung finanziert werden?

Für die bauliche Herrichtung und Ausstattung wird nach aktuellem Planungsstand ein Investitionsbedarf von bis zu 1,6 Millionen Euro veranschlagt. Das Geld soll unter anderem für bauliche Arbeiten, Medizintechnik, Möblierung, IT-Infrastruktur und die besondere Ausstattung der Pflegebereiche eingesetzt werden.

Weitere Informationen finden Interessierte in der Vorlage 1622/2026/2 .

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