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Stadtverwaltung
Mobilität
28.05.2026
4 Min

Essener Schulstraßen sorgen für sicheren Weg zum Unterricht

Weniger Stress für Eltern und Kinder


Sie machen den Schulweg sicherer, sorgen für weniger Trubel in den Morgen- sowie Mittagsstunden und senken den Stresspegel für alle Beteiligten: Schulstraßen.

"Je gefahrloser die Schulwege sind, desto einfacher wird es für Kinder und Jugendliche, zu Fuß, mit dem Roller oder Rad zur Schule zu kommen. Die aktive Gestaltung der Schulwege fördert die Gesundheit, das Selbstbewusstsein und die schulischen Leistungen der Kinder und leistet einen Beitrag zur Nachhaltigkeit. Mit der Erprobung zwei weiterer Schulstraßen tragen wir als Stadt Essen aktiv dazu bei", sagt Simone Raskob, Geschäftsbereichsvorständin für Umwelt, Sport und Verkehr der Stadt Essen.

Vor der Grundschule am Krausen Bäumchen in Bergerhausen kehrt nun morgens auf der Elbestraße mehr Ruhe ein. Die Straße wird von montags bis freitags zwischen 7:30 und 8:30 Uhr für die sogenannten Elterntaxis gesperrt. Nur Anwohnende dürfen während der Sperrzeiten zu ihren Häusern fahren.
Während der morgendlichen Stoßzeiten stehen auf der naheliegenden Siegstraße von 7:30 Uhr bis 9 Uhr nun Elternhaltestellen zur Verfügung. Dort können Kinder gefahrlos die Autos verlassen und sicher zur Schule gehen. Zusätzlich testet die Stadt dort eine Einbahnstraßenregelung, um die Sicherheit noch weiter zu erhöhen. Erweist sich der Versuch als praktikabel und stimmt die Bezirksvertretung zu, folgt der temporären eine dauerhafte Schulstraße.
Sicheren Schrittes erreichen auch die Kinder der Kantschule in Katernberg ihre Schule. Dort wird werktags die Straße Büchelsloh ebenfalls zwischen 7:30 Uhr und 8:30 Uhr für die Elterntaxis gesperrt. Die Hol- und Bringzone liegt in Katernberg an der Straße Dortmannhof. Nach dem Ausstieg erreichen die Kinder über eine Grünanlage ihre Schule. Die Anwohnenden der neuen Schulstraße dürfen zu jeder Zeit ihre Grundstücke anfahren.

Bewähren sich die neuen Schulstraßen in den kommenden Monaten, können auch sie zu dauerhaften Schulstraßen werden.
Das Institut für Mobilitäts- und Stadtplanung (imobis) der Universität Duisburg-Essen wird die Maßnahmen nach einigen Monaten fachlich bewerten. Ist unter anderem die Sicherheit für die Schulkinder nachweislich gestiegen, entscheidet die Bezirksvertretung über die Umwandlung in eine dauerhafte Schulstraße.

Gründe für Schulweg-Checks

Für Kinder und Jugendliche kann der Weg zur Schule oder zur Kindertageseinrichtung manchmal sehr risikoreich sein. Vor allem zu Stoßzeiten kommt es vor den Schulen häufig zu gefährlichen Situationen zwischen Schülerinnen und Schülern (SuS) und anderen Verkehrsteilnehmenden.

Im Rahmen des Projektes Be-MoVe (Beteiligungsbasierte Transformation aktiver Mobilität für gesundheitsfördernde Stadt- und Verkehrsinfrastrukturen) hat deshalb die Grüne Hauptstadt Agentur (GHA) gemeinsam mit dem Amt für Straßen und Verkehr und dem Umweltamt 2023 pilothaft Schulweg-Checks in Holsterhausen (siehe auch Essen.Informiert Ausgabe November 2023 ) und Bergerhausen durchgeführt. Weitere Schulweg-Checks, deren Durchführung in den Händen des Planungsbüros bueffee GbR aus Wuppertal lag, folgten im vergangenen und in diesem Jahr.
Der Check gibt einen Überblick über die bestehende Situation vor Schulen und Kindertageseinrichtungen. Er bietet die Chance, konkrete Risiken vor Ort aufzudecken und nach Lösungen zu suchen.
Dies ermöglicht anschließend, die Wege sicherer zu gestalten. Je sicherer die Schulwege sind, desto wahrscheinlicher kommen Kinder und Jugendliche zu Fuß, mit dem Roller oder Rad gut zur Schule. Sie können so langfristig ein bewusstes, aktives und nachhaltiges Mobilitätsverhalten entwickeln.

Kriterien des Schulweg-Checks

Gesucht werden dabei Gefahrenstellen, die zuvor durch Elternbefragungen an den teilnehmenden Schulen und den umliegenden Kindertageseinrichtungen ermittelt wurden. Zusätzlich befragen die Schulweg-Checker Kinder und SuS, weil sie einen ganz anderen Blickwinkel auf den Straßenraum besitzen als Erwachsene. So können die SuS ihre eigenen Erfahrungen im und mit dem Verkehrsraum einbringen.
Im zweiten Schritt gehen die Fachleute die genannten Wege und Räume ab. Dabei identifizieren sie Gefahrenpunkte und analysieren sie. Die Eltern erfahren aus den Ergebnissen, worauf das eigene Kind auf dem Weg zur Schule achten sollte: Wo gibt es gefährliche Kreuzungen? Außerdem gibt es weitere Informationen aus dem Umfeld. Dank dieser Informationen können Eltern anstehenden Grundschulkindern den oder die optimierten Wege zur Schule zeigen.

Aus den gewonnenen Erkenntnissen entwickeln die Schulweg-Checker gemeinsam mit den entsprechenden Stellen in der Verwaltung auch kurz- bis langfristige Lösungen. Dazu erstellen sie einen Maßnahmenkatalog. Diesen Katalog bringen sie anschließend in die politischen Gremien ein. Die Politik entscheidet, ob und was von den Vorschlägen umgesetzt werden kann. Mögliche Lösungen sind unter anderem die Schaffung von sicheren Überquerungsstellen vor oder nahe von Schulen, die Errichtung einer Schulstraße und Elternhaltestellen.

Was ist eine Elternhaltestelle?

Elternhaltestellen sind extra dafür ausgewiesene Parkplätze, an denen zu Schulbeginn und Schulende die Kinder aus- oder einsteigen können. Sie liegen nicht direkt an der Schule. So soll das Verkehrschaos auf den Straßen vor der Schule entzerrt werden. Von den Elternhaltestellen besteht die Möglichkeit, sicher zur Schule zu Fuß zu gehen. Insgesamt sollen das Zufußgehen oder Roller- oder Radfahren gefördert werden.

Umsetzungen erfolgreich durchgeführt

Die Umsetzung erster Maßnahmen wurde Mitte 2024 durch die zuständigen Bezirksvertretungen beschlossen. Als Ergebnis wurden Schulstraßen eingerichtet. Dabei sperrt die Stadt die Straße vor einer Schule. Während des morgendlichen Bringverkehrs von montags bis freitags morgens zwischen 7:30 bis 8:45 Uhr und nachmittags, beispielsweise von 13 bis 14:15 Uhr sowie von 15:45 bis 16:15 Uhr, dürfen Eltern die entsprechende Straße nicht befahren. Die Anwohnenden dürfen trotz Sperrung in den Schulverkehrszeiten die Straße normal nutzen. Dafür wurden unter anderem Elternhaltestellen eingerichtet und an einige Schulen neue Schulwegpläne ausgeliefert. Auch den Übergang über eine Straße ließen die Fachleute verändern und damit sicherer machen.
2025 und auch in diesem Jahr erfolgten an etlichen Grundschulen (Nordviertel, Altenessen-Süd) und mehreren Kindertagesstätten (Kita St. Hedwig, Kita Vogelnest, Kita Stauderstraße in Altenessen-Süd,Kita Helen-Keller-Straße und Kita Süderichstraße "St.Peter" im Nordviertel) Schulweg-Checks. Sie haben sich bewährt und sollen weiter durchgeführt werden.

Weitere Informationen zum Projekt Be-MoVe und zu den Schulweg-Checks sind auch unter www.essen.de/Be-MoVe zu finden.


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