Zerstörung, Verfall - und Wiederaufbau?

Ein Vortrag von Dr. Mykola Kuschnir über ehemalige Synagogen in der ukrainischen und rumänischen Bukowina nach 1989 in der Alten Synagoge Essen. Am Donnerstag, 15. März, um 19 Uhr. Der Eintritt ist frei.

08.03.2018

Die Wehrmacht hatte in der Ukraine von 1941 bis 1944 jüdisches Leben fast vollständig zerstört. Es blieben einzelne leere Synagogen, Ruinen oder Friedhöfe zurück. Nach 1945 fielen die Reste jüdischer Präsenz dem "sozialistischen Aufbau" und der langjährigen kommunistischen Herrschaft, die auch deutliche antisemitische Züge trug, zum Opfer.
In Czernowitz, der einstigen Hauptstadt der Bukowina, der östlichsten Provinz Österreich-Ungarns/ des Habsburgerreiches, war das rumänische Besatzungsregime während des Zweiten Weltkrieges im Vergleich zum deutschen milder. Aber auch wenn das jüdische Kulturerbe der Stadt zunächst besser erhalten war, blieb es von Zerstörung und Verfall nicht verschont: Zahlreiche Synagogen und Bethäuser sowie andere von der Kultusgemeinde errichtete Bauwerke wurden in der Nachkriegszeit von den kommunistischen Herrschern enteignet und umgebaut oder umfunktioniert, die Friedhöfe zerstört oder dem Verfall überlassen.

Wie sieht die Situation in der Ukraine heute aus? Welche Pläne gibt es für konkrete Objekte? Und wie gestaltet sich die Lage im benachbarten Rumänien, das seit 2007 EU-Mitglied ist und dessen nördlichster Teil mit der jetzt ukrainischen Nordbukowina historisch zusammengehört? Diesen Fragen geht Dr. Mykola Kuschnir in seinem Vortrag am Donnerstag, 15. März, um 19 Uhr in der Alten Synagoge Essen nach. Der Eintritt ist frei.

Zum Redner

Mykola Kuschnir wuchs in der Zentralukraine auf, studierte Geschichte an der Universität Czernowitz/ Chernivtsi und ist Leiter des Jüdischen Museums dort.

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