Weitere Planungen zum Ausbau des Glasfasernetzes in Essen - Projekt ruhrfibre geht an den Start

24.11.2022

Die Stadt Essen will den Ausbau des Glasfasernetzes im Stadtgebiet vorantreiben. Der Anteil an Glasfaseranschlüssen ist in Essen bisher unterrepräsentiert, nur sechs Prozent der Privathaushalte und acht Prozent der gewerblichen Adressen sind derzeit an das Glasfasernetz angeschlossen. Im März hatte der Rat der Stadt Essen der Gründung einer gemeinsamen Netzgesellschaft zugestimmt, um innerhalb des Projektes "ruhrfibre" ein integriertes Glasfasernetz zu erschließen. Der Vertrag konnte inzwischen geschlossen werden, damit geht das Projekt "ruhrfibre" nun offiziell an den Start.

In einer ersten Phase sollen neben dem Anschluss von rund 153.000 Haushalten mit Glasfaseranschlüssen bis in die Wohnung ("Fibre-to-the-home", FTTH), auch zahlreiche Geschäftskunden, Krankenhäuser und weitere öffentliche Gebäude und Einrichtungen direkt anschließt. Explizites Ziel ist es, eine Flächendeckung im gesamten Stadtgebiet zu erreichen. Mehr als 1.000 Kilometer Glasfaserkabel werden in den nächsten Jahren in Essen verlegt und damit der dringend benötigte Ausbau einer hochleistungsfähigen digitalen Infrastruktur vorangetrieben. Am 23. November haben die Stadt Essen über die Essener Versorgungs- und Verkehrsgesellschaft (EVV), der Investor DIF Capital Partners und ruhrfibre offiziell den Vertrag für ihre Zusammenarbeit und den Glasfaserausbau in Essen besiegelt. An der Netzgesellschaft ruhrfibre ist die Stadt Essen über die EVV mit einer Million Euro beteiligt. Die Finanzierung für das 180 Millionen Euro starke Projekt erfolgt privatwirtschaftlich und ohne weiteren Einsatz von öffentlichen Geldern. Hauptinvestor ist der führende global aktive Infrastrukturinvestor DIF Capital Partners. ruhrfibre übernimmt den Glasfaserausbau bis zum Hausanschluss. Der Baustart ist für das Frühjahr 2023 geplant.

"Die weitere Digitalisierung und der Ausbau der Stadt Essen hin zu einer Smart City sind existenziell", sagt Oberbürgermeister Thomas Kufen. "Ich bin überzeugt davon, dass wir mit ruhrfibre neue Maßstäbe setzen, die Essen als Wirtschaftsstandort noch attraktiver machen und gleichzeitig die digitale Lebens- und Arbeitsqualität unserer Bürgerinnen und Bürger erheblich steigern werden. Die Voraussetzungen dafür schaffen wir mit einer gemeinsamen Projektgesellschaft mit ruhrfibre."

Ein hochmoderndes, nachhaltiges und offenes Glasfasernetz für Essen

Mit dem hochmodernen Glasfasernetz, das ruhrfibre verlegen wird, ist Datenverkehr in Lichtgeschwindigkeit in beide Richtungen auf identischem Leistungsniveau möglich: für Downloads wie zum Beispiel Streaming-Dienste, aber gleichzeitig auch für Uploads wie Daten-Backups oder Video-Konferenzen. Zudem sind Überlastungen zu Spitzenzeiten, wie sie häufig in kupferbasierten Netzen vorkommen, mit dem ruhrfibre-Glasfasernetz ausgeschlossen. Dafür sorgt die sogenannte Punkt-zu-Punkt-Architektur, bei der in jeden Haushalt mindestens ein eigenes Glasfaserpaar gelegt wird, das ausschließlich von diesem Haushalt genutzt wird – und nicht wie sonst häufig von mehreren. Außerdem verbrauchen Datenübertragungen über Glasfasernetze nur ein Drittel an Strom im Vergleich zu herkömmlichen Kupferleitungen. So ist das neue Breitbandnetz im Vergleich auch sehr viel umwelt- und klimafreundlicher.

Konzipiert ist das ruhrfibre-Netz als offene Infrastruktur. Das bedeutet: Es kann in Zukunft diskriminierungsfrei von verschiedenen Telekommunikationsanbietern genutzt werden. "Wir bauen die Datenautobahn, auf der unterschiedliche Internet Service Provider gegen ein Nutzungsentgelt fahren und ihren Kunden unter ihrem Namen eigene Glasfaser-Tarife anbieten können. Denn natürlich ist es überhaupt nicht sinnvoll, dass jeder Anbieter im selben Stadtteil seine eigenen Leitungen verlegt. Das wäre Verschwendung von Geld und Ressourcen", erläutert Arndt Rautenberg, Mitgründer von ruhrfibre und Kopf der Strategie- und Finanzberatung Rautenberg & Company.

Der Rat der Stadt Essen hatte die Verwaltung im Frühjahr außerdem beauftragt, dass sich verlässliche Investor*innen zur Finanzierung des geplanten Ausbaus verpflichten sowie Zusagen von Bauunternehmen vorliegen. Mit DIF Capital Partners wurde ein Hauptinvestor für das Projekt ruhrfibre gefunden, der international zu den erfahrensten Investoren für Infrastruktur zählt. Der Fondsmanager finanziert Unternehmen und Projekte in den Segmenten (digitale) Infrastruktur und (erneuerbare) Energie. "Wir glauben fest an die Bedeutung einer verbesserten digitalen Infrastruktur im Herzen des Ruhrgebiets und daran, dass Essen zu einer Smart City wird", sagt Marcel Beverungen, Leiter von DIF Deutschland. "Der Bedarf und das Potenzial in Essen sind groß und die Stadt hat den Ehrgeiz, eine Smart City zu werden. Ein wichtiger Schritt mit großen Auswirkungen für die Menschen in Essen. Ich bin überzeugt, dass die Zusammenarbeit mit allen beteiligten Parteien die richtige Expertise mitbringt, um dieses Ziel zu verwirklichen." DIF Capital Partners wurde 2005 gegründet und verwaltet ein Volumen von mehr als 15 Milliarden Euro.

Baustellen vermeiden, wo es geht

Der Ausbau der digitalen Infrastruktur mit Glasfaserkabeln erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Essen, der EVV und weiteren kommunalen Unternehmen. Das hat einen großen Vorteil: Durch sinnvolle Nutzung bestehender Infrastrukturen, wie beispielsweise Leerrohrtrassen, Abwasserkanäle oder U-Bahnschächte lassen sich viele Baustellen vermeiden. Das ist nicht nur sehr viel effizienter und kostengünstiger, sondern schont die Umwelt und reduziert Staubildung sowie Verkehrsbelastung in Essen. "Wir sind trotz steigender Zinsen und hoher Inflation in der Lage, den Netzausbau schnell voranzutreiben und Essen mit Highspeed-Internet zu versorgen. Wir haben dafür verlässliche und erfahrene Partner aus der Region an unserer Seite", sagt ruhrfibre-Mitgründer und Geschäftsführer Christopher Rautenberg. "Unser Netz schafft zudem die Voraussetzungen für eine rasche Flächendeckung mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G schaffen, ohne dass dafür neue Infrastruktur gebaut und somit neue Baustellen eingerichtet werden müssen", erläutert er weiter. Im Frühjahr nächsten Jahres soll es mit den Bauarbeiten losgehen, bis dahin laufen die Planungen und Abstimmungen mit der Stadt auf Hochtouren.

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Unterzeichnung ruhrfibre (v.r.n.l.): Oberbürgermeister Thomas Kufen, Arndt Rautenberg, Beiratsvorsitzender metrofibre, Gerhard Grabenkamp, GBV 2/Geschäftsführung EVV, Jochen Sander, Mitglied der Geschäftsleitung EVV, Marcel Beverungen, Leiter DIF Capital Partners Deutschland und Christopher Rautenberg, Geschäftsführer metrofibre und ruhrfibre.
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