"Haus des Jugendrechts Essen": Erfolgreiche Bilanz für das Jahr 2025

10.06.2026

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Seit 2018 arbeiten Stadt Essen, Polizei und Staatsanwaltschaft im "Haus des Jugendrechts Essen“ eng zusammen, um Jugendkriminalität zu reduzieren und schnelle Hilfe sowie Reaktionen auf Straftaten zu ermöglichen.
  • 2025 wurden insgesamt 109 junge Mehrfachintensivtäter*innen aus Essen und Mülheim betreut.
  • Rund 60 Prozent der ehemals betreuten Jugendlichen blieben innerhalb von zwei Jahren straffrei. Die Rückfallquote hat sich im Vergleich zu den Vorjahren positiv entwickelt.

In der Sitzung des Jugendhilfeausschusses am Dienstag (09.06.) wurde eine positive Bilanz zum "Haus des Jugendrechts Essen" für das Jahr 2025 vorgestellt. Bereits seit dem Winter 2017 arbeiten die Stadt Essen, Polizei und Staatsanwaltschaft Essen im "Haus des Jugendrechts" gemeinsam unter einem Dach. Die offizielle Eröffnung erfolgte am 13. März 2018.

Für wen ist das Programm gedacht?

Ziel der Kooperation ist es, die Jugendkriminalität in Essen zu reduzieren, das Sicherheitsgefühl der Bürgerinnen*Bürger zu stärken und zeitnahe Reaktionen auf jugendkriminelle Aktivitäten zu ermöglichen. Die Aufnahme von jungen Straftäterinnen*Straftätern in das Mehrfachintensivtäterprogramm richtet sich nach festgelegten Kriterien: 14 bis 20 Jahre, Wohnort Essen/Mülheim an der Ruhr, mindestens fünf Straftaten in zwölf Monaten in bestimmten Deliktsbereichen. Potenzielle Kandidatinnen*Kandidaten werden regelmäßig von den kooperierenden Institutionen vorgestellt und können von allen Partnerinnen*Partnern vorgeschlagen werden.

Wie gestaltet sich die Betreuung der Jugendlichen?

Die zentrale Besonderheit des Programms ist die personenorientierte Sachbearbeitung: Eine feste Fachkraft aus der Jugendhilfe im Strafverfahren betreut die Betroffenen über verschiedene Zuständigkeitsbereiche hinweg, auch bei Umzügen innerhalb der Stadt. Durch die enge, gemeinsame Zusammenarbeit im "Haus" bleiben Absprachen zeitnah, und individuelle Hilfsangebote können zielgerichtet entwickelt und umgesetzt werden. Auch Familien werden in den Betreuungsprozess einbezogen.

Wie viele junge Mehrfachintensivtäter*innen wurden 2025 betreut?

Zum Stand 31.12.2025 waren 79 Personen als junge Mehrfachintensivtäterinnen*Mehrfachintensivtäter aus Essen/Mülheim im "Haus des Jugendrechts" geführt; 20 befanden sich in Haft oder Haftvorbehalten. Im Jahr 2025 wurden 22 Personen neu aufgenommen und 30 entlassen. Insgesamt betreuten die Partner*innen 109 junge Mehrfachintensivtäter*innen aus Essen/Mülheim. Zum Vergleich: 2024 wurden 135 Betreuungen verzeichnet.

Wie viele ehemals betreute Jugendliche bleiben straffrei?

Berichte zur Rückfalluntersuchung zeigen, dass 60 Prozent der ehemals betreuten Jugendlichen in zwei Jahren straffrei blieben, während neun erneut als Tatverdächtige registriert wurden und vier in Haft geraten sind. Die Rückfallquote zeigte im Vergleich zu Vorjahren eine positive Entwicklung.

An wen richtet sich die Initiative "Kurve kriegen"?

Ein weiterer Baustein ist seit 2016 die Initiative "Kurve kriegen" mit Fokus auf frühzeitige Interventionsmaßnahmen bei Jugendlichen im Alter von acht bis 15 Jahren. Bis Dezember 2025 haben 109 Kinder und Jugendliche aus Essen/Mülheim teilgenommen oder erhalten nach wie vor Unterstützung. Der Altersdurchschnitt liegt bei Aufnahme zwischen zwölf und 13 Jahren; der Großteil der Teilnehmenden ist männlich. Von den Teilnehmenden schlossen 53 das Programm erfolgreich ab, 25 benötigten keine weitere Betreuung. Neun Jugendliche wurden in das Mehrfachintensivtäterprogramm überführt.

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