Der Ausschuss für Verkehr und Mobilität hat in seiner heutigen Sitzung (11.06.) beschlossen, die Planungen für den Ausbau der Buswendeanlage "Heisingen Baldeneysee" auf Grundlage der Vorzugsvariante 4.1 Nord weiterzuführen. Zusätzlich wurde die Verwaltung gebeten, im Rahmen der Planungen zu prüfen, ob die Anzahl der öffentlichen Stellplätze optimiert und die Flächen für Mobilitätsangebote besser an den tatsächlichen Bedarf vor Ort angepasst werden können.
Ausbau für einen leistungsfähigen und barrierefreien ÖPNV
Die bestehende Endhaltestelle "Heisingen Baldeneysee" erfüllt die Anforderungen des Nahverkehrsplans der Stadt Essen nicht mehr. Insbesondere für den vorgesehenen Fünf-Minuten-Takt der Buslinie 145 fehlen ausreichend Halte- und Pausenflächen. Zudem entspricht die Anlage nicht den heutigen Anforderungen an die Barrierefreiheit.
Mit dem Ausbau sollen künftig vier barrierefreie Bussteige für Gelenkbusse entstehen. Darüber hinaus wird ein zusätzlicher Bussteig für die Linie 153 sowie den NachtExpress NE7 geschaffen. Geplant sind außerdem moderne Fahrgastinformationen, Wetterschutzeinrichtungen sowie eine Mobilitätsstation mit Fahrradabstellanlagen, Fahrradboxen und einem Angebot für Leihfahrräder.
Vorzugsvariante 4.1 Nord berücksichtigt Bürgeranregungen
Der jetzt beschlossenen Variante gingen mehrere Planungs- und Beteiligungsschritte voraus. Im Rahmen der frühzeitigen Bürgerbeteiligung waren insbesondere Bedenken hinsichtlich zusätzlicher Verkehrsflächen, möglicher Lärmbelastungen und des Erhalts von Grünflächen geäußert worden.
Die Vorzugsvariante 4.1 Nord greift diese Hinweise auf. So wird die neue Verkehrsanlage weiter von der nördlich angrenzenden Wohnbebauung abgerückt. Gleichzeitig bleibt ein großer Teil der vorhandenen Grün- und Freiflächen erhalten. Im Vergleich zu anderen untersuchten Varianten weist die Planung zudem den geringsten Versiegelungsgrad auf.
Auch die Belange des Fuß- und Radverkehrs wurden berücksichtigt. Durch neue Wegeführungen und verkehrliche Anpassungen sollen Konflikte zwischen Radfahrenden, Fußgängerinnen*Fußgängern sowie dem motorisierten Verkehr reduziert werden.
Neuer Ankunftsort am Baldeneysee
Die Maßnahme ist eng mit den Zielen des Masterplans "Erlebnisketten Baldeneysee" verknüpft. Die neue Buswendeanlage soll nicht nur den öffentlichen Nahverkehr stärken, sondern auch als attraktiver Ankunftsort am Baldeneysee dienen. Geplant sind eine bessere Orientierung für Besucher*innen sowie eine stärkere Verknüpfung verschiedener Mobilitätsangebote.
Insgesamt wurden im Rahmen der Vorplanung 15 Varianten untersucht und bewertet. Die Variante 4.1 Nord erzielte die beste Gesamtbewertung. Ausschlaggebend waren neben den verkehrlichen Anforderungen insbesondere die Aspekte Umweltverträglichkeit, Aufenthaltsqualität und Wirtschaftlichkeit.
Weitere Planungsschritte
Auf Grundlage des Beschlusses werden nun die weiteren Planungsleistungen sowie die notwendigen Gutachten vorbereitet. Parallel wird das Bebauungsplanverfahren fortgeführt.
Der Abschluss des Planverfahrens wird derzeit für Ende 2027 beziehungsweise Anfang 2028 angestrebt. Die Umsetzung der Maßnahme ist nach aktuellem Stand ab dem Jahr 2029 vorgesehen. Die Gesamtkosten werden derzeit auf rund 6,6 Millionen Euro geschätzt. Für die Finanzierung sollen Fördermittel nach dem Gesetz über den öffentlichen Personennahverkehr in Nordrhein-Westfalen beantragt werden.
Weitere Informationen finden Interessierte in der Vorlage 0170/2026/6 .
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