Die Ruhrbahn GmbH, die Stadtwerke Essen AG und die Stadt Essen erneuern seit Mitte 2025 in einem gemeinsamen Großprojekt auf mehreren Abschnitten zwischen der Kreuzung Hollestraße / Steeler Straße und dem Steeler S-Bahnhof Leitungen, Bahngleise, Haltestellen und Straßen. Der Ausschuss für Verkehr und Mobilität hat die Verwaltung heute (11.06.) beauftragt, die Planungen weiterzuführen und die Maßnahme im fünften Bauabschnitt "Erneuerung von Rosestraße bis Steele S-Bahnhof und barrierefreier Neu- und Umbau der Haltestellen Stadtgarten und Holbecks Hof" zur Baureife zu bringen.
Erneuerung der Infrastruktur auf rund einem Kilometer
Anlass der Maßnahme ist die notwendige Erneuerung der Straßenbahngleise durch die Ruhrbahn auf der Steeler Straße im Abschnitt zwischen Rosestraße und dem S-Bahnhof Steele (Steeler Platz) auf einer Länge von ca. 1 Kilometer. Gemeinsam mit der Ruhrbahn, den Stadtwerken Essen und der Stadt Essen soll der Straßenraum zukunftsfähig gestaltet werden, um einen langfristig zuverlässigen Betrieb des öffentlichen Nahverkehrs sicherzustellen.
Barrierefreie Haltestellen verbessern den ÖPNV
Ein Schwerpunkt der Planung ist die vollständige Barrierefreiheit. Die bestehende Straßenbahnhaltestelle "Stadtgarten" wird zu einer barrierefreien Kaphaltestelle umgebaut. Zusätzlich entsteht mit "Holbecks Hof" eine neue barrierefreie Haltestelle, die die Erreichbarkeit des Stadtteils verbessert und die Abstände zwischen den Haltestellen verkürzt.
Bahnsteige erhalten einen stufenlosen Ein- und Ausstieg sowie neue Querungsmöglichkeiten für Fußgänger*innen. Es wird eine neue, angepasste Schienenlage sowie Fahrdraht- und Mastanlagen geben und die Bevorrechtigung des ÖPNV an allen neuen Ampelanlagen.
Verbesserungen für den Radverkehr
Auch die Verkehrssicherheit für den Radverkehr wird verbessert. Aufgrund der beengten Platzverhältnisse können entlang der gesamten Steeler Straße zwar keine durchgehenden Radverkehrsanlagen eingerichtet werden. An den Haltestellen und im Bereich der Kreuzung Holbecks Hof / Hertigerstraße werden jedoch neue und sichere Führungen für den Radverkehr geschaffen. Als leistungsfähige Alternativroute steht weiterhin die parallel verlaufende Fahrradstraße Laurentiusweg zur Verfügung.
Leistungsfähiger Verkehrsfluss bleibt erhalten
Für den motorisierten Verkehr bleibt die Leistungsfähigkeit der Steeler Straße erhalten. Durch neue Ampelanlagen und die Bevorrechtigung des öffentlichen Nahverkehrs wird der Verkehrsfluss geordnet und die Verkehrssicherheit erhöht.
In den Bereichen der barrierefreien Haltestellen kommt es zu punktuellen Einengungen des Straßenquerschnitts, insbesondere im Bereich der Kaphaltestelle Stadtgarten. Diese Einengungen sind aus Gründen der Barrierefreiheit und der sicheren Führung des Fuß- und Radverkehrs erforderlich, führen jedoch aufgrund der signalisierten Knotenpunkte und der bestehenden Verkehrssteuerung zu keinen erheblichen Einschränkungen der Leistungsfähigkeit
Im Zuge des barrierefreien Ausbaus entfallen insgesamt 30 öffentliche Stellplätze. Dieser Wegfall ist erforderlich, um die gesetzlichen Anforderungen an Barrierefreiheit, sichere Querungsstellen und ausreichend breite Bahnsteige erfüllen zu können. Neue Stellplätze können im Rahmen der Maßnahme aufgrund der begrenzten Flächenverfügbarkeit im Straßenraum nicht geschaffen werden
Kosten und Zeitplan
Die Gesamtkosten der Maßnahme werden derzeit auf rund 16,8 Millionen Euro geschätzt. Davon entfallen etwa 11,1 Millionen Euro auf die Ruhrbahn für Gleise, Fahrleitungen und Haltestellen sowie rund 5,7 Millionen Euro auf den städtischen Anteil für Straßenbau, technische Anlagen und Begrünung.
Der Baubeginn ist nach aktuellem Planungsstand frühestens ab Sommer 2028 vorgesehen. Die Bauzeit wird voraussichtlich etwa ein Jahr betragen. Während der Bauarbeiten muss der Straßenbahnverkehr voraussichtlich unterbrochen und durch Schienenersatzverkehr ersetzt werden.
Weitere Informationen finden Interessierte in der Vorlage 0524/2026/6 und auf www.essen.de/steelerstrasse .
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