In seiner heutigen Sitzung (16.06.) hat der Ausschuss für Soziales, Arbeit und Gesundheit den Bericht zur Erweiterung des Kernpandemieplans (K-Plan) zum umfassenden Pandemieplan (P-Plan) zur Kenntnis genommen. Ziel der Erweiterung ist, aus den Erfahrungen der COVID-19-Pandemie zwischen den Jahren 2020 und 2023 zu lernen und die Stadt bestmöglich auf eventuelle zukünftige gesundheitliche Krisen vorzubereiten.
Die COVID-19-Pandemie stellte auch die Stadt Essen, insbesondere das Gesundheitsamt, vor besondere Herausforderungen. Bereits während der akuten Phase wurde ein Pandemiestab aufgebaut. Dieser hat die Erfahrungen aus der Pandemie ausgewertet und einen umfassenden Pandemieplan erarbeitet.
Wie wurde der Pandemieplan für die Stadt Essen entwickelt?
Die Entwicklung erfolgte in drei Phasen. Zunächst wurden bestehende Abläufe aus der Corona-Zeit dokumentiert und optimiert. Anschließend entstand der K-Plan, der die grundlegenden Strukturen und Maßnahmen für den Umgang mit einer neuen Pandemie festlegt. In einem weiteren Schritt wurde dieser Plan zu einem umfassenden P-Plan ausgebaut. Mit der Veröffentlichung des P-Plans endet die dritte Phase der Planung.
Was ist neu?
Neu hinzugekommen sind unter anderem Konzepte für Impf- und Teststrukturen, Regelungen für die Zusammenarbeit mit externen Einrichtungen sowie Strategien für die Rückkehr zum Regelbetrieb nach einer Pandemie. Darüber hinaus enthält der Plan spezielle Handlungskonzepte für verschiedene Erregergruppen, darunter Influenzaviren, Coronaviren und hochgefährliche Erreger wie das Ebolavirus.
Ein wichtiger Bestandteil der Planungen war die Auswertung der Erfahrungen von Mitarbeitenden des ehemaligen Pandemie-Lagezentrums sowie von Krankenhäusern, Schulen, Kitas und Pflegeeinrichtungen in Essen. Die Ergebnisse dieser Befragungen sind in den Prozess eingeflossen.
Was sind die wichtigsten Punkte?
Der Pandemieplan basiert auf drei zentralen Grundpfeilern: die angedachte Struktur, die erarbeitete Prozesslandschaft und die Digitalisierungsmaßnahmen. Ein wichtiger Baustein ist außerdem ein Lagezentrum, das im Ernstfall strategische Entscheidungen trifft, operative Maßnahmen koordiniert und die Zusammenarbeit mit externen Partnerinnen*Partnern steuert. Klare Zuständigkeiten, definierte Ziele und regelmäßige Erfolgskontrollen sollen eine schnelle und zielgerichtete Reaktion ermöglichen.
Besondere Bedeutung kommt der Digitalisierung zu. Die Erfahrungen aus der Corona-Pandemie haben gezeigt, dass hohe Fallzahlen nur mit digital unterstützten Prozessen effizient bewältigt werden können. Deshalb setzt das Gesundheitsamt künftig unter anderem auf moderne Fachanwendungen und automatisierte Abläufe.
Wie geht es weiter?
Der Pandemieplan ist als dynamisches Instrument angelegt und wird kontinuierlich weiterentwickelt. Bereits in Arbeit sind zusätzliche Szenarien für weitere potenzielle Pandemieerreger, neue Informationsangebote für Einrichtungen, Schulungskonzepte für Mitarbeitende sowie regelmäßige Übungen zur Überprüfung und Verbesserung der Maßnahmen.
Interessierte finden weitere Informationen in der Vorlage 0945/2026/5 und in der Pressemeldung "Stadt stellt Pandemieplanung vor" (siehe rechts).
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