Das erfolgreiche Modell "Klassenassistenzen für schulische Inklusion" (KASI) könnte zukünftig auch auf Förderschulen übertragen werden. Die Stadtverwaltung erarbeitet dazu gemeinsam mit weiteren Akteurinnen*Akteuren ein entsprechendes Konzept. Der Ausschuss für Schule und Bildung hat das Vorhaben in seiner gestrigen Sitzung (17.06.) zur Kenntnis genommen. Ziel ist es, die Teilhabe von Kindern mit Unterstützungsbedarf nachhaltig zu stärken und Schulen spürbar zu entlasten.
Was leistet KASI bereits heute?
Das Modell KASI unterstützt Schüler*innen direkt im Klassenverband. Die Assistenzkräfte helfen flexibel im Unterricht sowie im Ganztag. Sie begleiten Kinder, fördern ihre Entwicklung und stärken die Teilhabe am Schulleben. KASI ergänzt die individuelle Schulbegleitung. Davon profitieren besonders Kinder, die Unterstützung benötigen, aber keinen Anspruch auf eine Individualassistenz haben.
Aktuelle Zahlen auf einen Blick:
Warum braucht es ein neues Konzept für Förderschulen?
Die bisherige Schulbegleitung an Förderschulen stößt zunehmend an Grenzen. Die Zahl der Einzelfälle steigt kontinuierlich. Gleichzeitig wachsen die Kosten und der organisatorische Aufwand. Viele Klassen werden von zahlreichen Einzelassistenzen begleitet. Das erschwert den Schulalltag und bindet Ressourcen. Die Stadt Essen setzt deshalb auf einen systemischen Ansatz statt auf reine Einzelfalllösungen.
Wie soll die Pilotphase aussehen?
Das Bildungsbüro im Fachbereich Schule entwickelt das Konzept gemeinsam mit dem Jugendamt, dem Amt für Soziales und Wohnen sowie der Schulaufsicht. Die Erfahrungen aus ersten Fachgesprächen zeigen, dass das Modell an die jeweiligen Förderschwerpunkte angepasst werden muss. Geplant ist zunächst eine Pilotphase an einer Förderschule mit dem Schwerpunkt "Geistige Entwicklung". Dort ist die Zahl der Individualassistenzen besonders hoch.
Die Stadt Essen erwartet dadurch mehr Flexibilität im Schulalltag und eine bessere Nutzung vorhandener Ressourcen. Erfahrungen aus anderen Kommunen bestätigen die Wirksamkeit vergleichbarer Modelle.
Wie geht es weiter?
Die Stadt Essen richtet eine Arbeitsgruppe mit Fachämtern, Schulen und Trägern der Eingliederungshilfe ein. Gemeinsam soll ein passgenaues Konzept für Förderschulen entstehen. Zusätzlich wird eine Kostenkalkulation erarbeitet. Ein geplanter Fachtag soll unterschiedliche Perspektiven zusammenbringen und konkrete Umsetzungsschritte für Essen entwickeln.
Welchen rechtlichen Hintergrund hat das Vorhaben?
Das Modell KASI orientiert sich an den aktuellen Entwicklungen im Bildungs- und Sozialrecht. Bereits heute verpflichtet das Schulgesetz Nordrhein-Westfalen die Schulträger, gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung zu ermöglichen. KASI unterstützt Schulen dabei, diesen Auftrag im Alltag umzusetzen.
Weitere Informationen gibt es in der Vorlage 0481/2026/4 .
Stadt Essen
Presse- und Kommunikationsamt
Rathaus, Porscheplatz
45121 Essen
Telefon: +49 201 88-0 (ServiceCenter Essen)
E-Mail: presse@essen.de
URL: www.essen.de/presse