Die Bewerbung KölnRheinRuhr hat ihre finalen Unterlagen für Olympische und Paralympische Spiele 2036, 2040 und 2044 beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereicht. Die Bewerbung basiert auf der größten demokratischen Legitimation mit historischer Beteiligung von über 1,4 Millionen abgegebenen Stimmen und 66 Prozent Zustimmung von den Menschen in der Region. Die Abstimmung über Olympische und Paralympische Spiele in der Region KölnRheinRuhr war die größte Abstimmung in der olympischen Geschichte. Noch nie wurden mehr Menschen befragt und mehr Städte eingebunden in die Frage, ob sie für die Ausrichtung der Spiele sind.
Seit Mitte April wurden zur weiteren Planung Gespräche mit der Leading City Köln und den weiteren beteiligten Kommunen, dem Landessportbund NRW und dem Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW, Athletinnen*Athleten sowie den Sportfachverbänden geführt. Das Ergebnis dieser engen Abstimmungen sind einige Anpassungen sowie konkretere Detailplanungen, die das Bewerbungskonzept noch einmal optimieren. Die Anpassungen stärken unter anderem die Fokussierung auf die Athletinnen* Athleten, machen die Spiele noch kompakter und unterstreichen den Anspruch der Bewerbung, die nachhaltigsten Olympischen und Paralympischen Spiele auszurichten. Konkret beziehen sich die Anpassungen vor allem auf das Sportstättenkonzept, den Aspekt der Nachhaltigkeit, den Para-Sport sowie die Teilhabe der Jugend und die weitere gesamtgesellschaftliche Unterstützung der Bewerbung.
Sportstättenkonzept konkretisiert
Das Sportstättenkonzept für KölnRheinRuhr wurde nach Gesprächen mit den Sportfachverbänden an drei zentralen Punkten weiter optimiert: Für die Sportarten Wasserball und Boxen sind künftig Austragungsorte vorgesehen, die den erweiterten Anforderungen der Athletinnen* Athleten noch gezielter gerecht werden und noch attraktivere Kulissen für die Zuschauer*innen bieten. Die Wettbewerbe im Wasserball sollen am international erprobten Wasserball-Standort Duisburg im Landschaftspark Duisburg-Nord statt in Wuppertal stattfinden. Die Finalwettkämpfe im Boxen sind nun im Vonovia Ruhrstadion vor noch größerer Kulisse mit rund 20.000 Zuschauerinnen*Zuschauern statt in der Messe Essen geplant.
Auch die Sportart Mountainbike wurde verlegt und wird künftig in Essen geplant. Hintergrund der Anpassung ist das Ergebnis des Ratsbürgerentscheids in Herten. Für die Sportart Mountainbike waren ursprünglich die Kommunen Herten und Recklinghausen vorgesehen. Zwar stimmten die Menschen in Herten mit knapp 74 Prozent für die Beteiligung an KölnRheinRuhr. Jedoch wurde die benötigte Stimmenanzahl und damit das Gesamt-Quorum nicht erreicht. Damit entfällt der Standort für die weiteren Planungen und das Konzept. In enger Abstimmung mit dem Sportfachverband und den beteiligten Kommunen wird die Sportart Mountainbike nun nach Essen auf den Brammentrail auf der Schurenbachhalde verlegt. Die Entscheidung für die Verlegung der Sportart Mountainbike nach Essen macht das Konzept noch kompakter und sorgt für noch kürzere Wege für die Athletinnen und Athleten der Sportart. Weiterhin ergibt sich daraus, dass neben der Leading City Köln jetzt 14 Kommunen an der Bewerbung KölnRheinRuhr beteiligt sind: Aachen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Krefeld, Leverkusen, Mönchengladbach, Monheim am Rhein, Oberhausen, Pulheim, Wuppertal. Dazu kommen die Segelwettbewerbe in Kiel oder Warnemünde und Kanu-Slalom in Markkleeberg.
Olympisches und Paralympisches Dorf
Die Planungen für das Olympische und Paralympische Dorf sowie das Leichtathletikstadion in Köln wurden gemeinsam mit der Leading City Köln noch einmal konkretisiert und weiter vorangetrieben. Das Olympische und Paralympische Dorf sowie das Leichtathletikstadion werden nach den Spielen weitergenutzt und zu einem neuen Stadtquartier mit zusätzlichem Wohnraum entwickelt. Dank modularer Bauweise gelingt der Umbau des Stadions schnell, ressourcenschonend und umweltfreundlich.
Nachhaltigkeit und Nachnutzung des Leichtathletikstadions
Der Innenraum des Stadions wird in einen öffentlichen Park umgewandelt, der als grüne Oase und sozialer Treffpunkt dient und sich zugleich als Teil eines grünen Bandes durch das gesamte Quartier zieht. Dieses grüne Rückgrat sorgt für hohe Aufenthaltsqualität, naturnahe Erholung und ein gesundes Mikroklima im urbanen Raum. Gleichzeitig entstehen auf den ehemaligen Tribünen Wohnungen, Geschäfte sowie soziale Einrichtungen wie Schulen und Kitas. Der Olympische und Paralympische Ursprung bleibt damit in der Struktur des künftigen Stadtteils weiterhin erlebbar.
Ein Dorf – von Anfang bis Ende
Das Olympische und Paralympische Dorf bietet Platz für 10.500 Athletinnen* Athleten sowie deren Betreuer*innen. Bei den Planungen wurde ein wesentlicher Wunsch von Athletinnen* Athleten besonders berücksichtigt: Das Konzept für Köln ermöglicht, anders als Paris 2024 oder Mailand und Cortina 2026, allen Sportlerinnen* Sportlern einen Platz im Olympischen und Paralympischen Dorf – ohne Bettenwechsel auch über ihr Wettkampfende hinaus. Dank vorausschauender Kapazitätenplanung können so bestmögliche Vorbereitungen erfolgen, ohne verfrüht abreisen zu müssen.
Nachhaltigkeit weiter gestärkt
KölnRheinRuhr legt ein Konzept vor, das zu 100 Prozent auf bestehende oder temporär ertüchtigte Sportstätten setzt. KölnRheinRuhr hat damit den nachhaltigsten Plan. Nun bestätigt ein Umweltscreening der Deutschen Sporthochschule Köln die Planungen: Die erforderlichen Schutzkriterien für Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete oder Wasserschutzgebiete können entweder erfüllt werden, sind bereits in vollem Umfang erfüllt oder eine Betroffenheit der Gebiete ist nicht zu erwarten. Das gilt auch für das Olympische und Paralympische Dorf sowie das Leichtathletikstadion und die dafür vorgesehene Fläche im Kölner Norden.
Sichtbarkeit des Para Sports ausgebaut
Einen weiteren Schwerpunkt der Bewerbung bildet der Fokus auf den Para Sport. Das Bekenntnis zur Paralympischen Idee ist untrennbar verbunden mit dem Bekenntnis zur Stärkung des Para Sports und der Inklusion in Nordrhein-Westfalen. Dieses konsequente Zusammendenken von Olympischer und Paralympischer Idee zeigt sich auch in den noch einmal nachgeschärften Planungen zu den Rekordkulissen, die für Para Sport die gleichen Sportstätten wie für die olympischen Wettkämpfe vorsehen. Die Disziplin Para Dressur soll nun wie die olympische Disziplin Dressurreiten im großen Reitstadion in Aachen stattfinden, wodurch sich die Zuschauerzahl auf 40.000 Zuschauerinnen und Zuschauer nahezu vervierfacht. Für den Para Sport ist das eine zusätzliche einzigartige Rekordkulisse in KölnRheinRuhr, die ebenso bedeutet, dass noch mehr Menschen die Möglichkeit bekommen, Olympische und Paralympische Spiele vor Ort zu erleben.
Jugendbeteiligung fokussieren
Olympische und Paralympische Spiele stehen für internationale Begegnung. Die Spiele sollen junge Menschen international vernetzen und für Verantwortung im Sport begeistern. Die Bewerbung KölnRheinRuhr sieht dafür nun unter dem Titel „Next-Gen-Lab“ ein intensives Beteiligungsformat für Jugendliche vor, die ihre Perspektive bereits in die Planungen einbringen können. Dazu werden alle zwei Jahre in einer internationalen Konferenz junge Menschen aus verschiedenen Nationen zusammengebracht. Diese Young Leaders können Sportstudierende, engagierte junge Volunteers, Nachwuchsführungskräfte von Sportorganisationen, erfolgreiche Nachwuchsleistungssportler*innen sowie junge Trainer*innen sein. Dabei bringt KölnRheinRuhr die Erfahrung aus dem Young Leader Programm der Sportjugend NRW ein. Ziel ist die Ausrichtung eines internationalen Jugendcamps während der Spiele, in dem mindestens 5.000 junge Menschen aus allen Kontinenten zusammenkommen. Gemeinsam mit den Hochschulen in KölnRheinRuhr soll weiterhin sowohl vier und zwei Jahre vor den Spielen als auch im zeitlichen Umfeld der Spiele eine Olympic Studies Conference für den wissenschaftlichen Nachwuchs ausgerichtet und somit die Olympische und Paralympische Idee im Dialog mit der Wissenschaft gestärkt werden.
Weiterer Entscheidungsweg
Die Konzepte der drei Bewerberregionen werden in den kommenden Wochen durch den DOSB evaluiert. Dabei werden auch die olympischen Spitzenverbände sowie die Bundesregierung einbezogen. Die abschließende Entscheidung, welche Region für die internationale Bewerbung ausgewählt wird, fällt dann auf der außerordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung am 26. September 2026 in Baden-Baden.
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