KölnRheinRuhr reicht finale Unterlagen für Bewerbung um Olympia ein

Anpassungen an den Standorten Essen, Duisburg und Bochum machen Konzept noch kompakter

18.06.2026

Die Bewerbung KölnRheinRuhr hat ihre finalen Unter­lagen für Olympische und Paralym­pische Spiele 2036, 2040 und 2044 beim Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) eingereicht. Die Bewerbung basiert auf der größten demo­kratischen Legi­timation mit historischer Beteiligung von über 1,4 Millionen abge­gebenen Stimmen und 66 Prozent Zu­stimmung von den Menschen in der Region. Die Abstim­mung über Olympische und Para­lympische Spiele in der Region KölnRheinRuhr war die größte Abstim­mung in der olym­pischen Geschichte. Noch nie wurden mehr Menschen befragt und mehr Städte einge­bunden in die Frage, ob sie für die Ausrichtung der Spiele sind.

Seit Mitte April wurden zur weiteren Planung Gespräche mit der Leading City Köln und den weiteren beteiligten Kommunen, dem Landes­sport­bund NRW und dem Behinderten- und Reha­bilitations­sport­verband NRW, Athle­tin­nen*Athle­ten sowie den Sport­fach­verbänden geführt. Das Ergebnis dieser engen Ab­stim­mungen sind einige An­passun­gen sowie kon­kretere Detail­planungen, die das Bewer­bungs­konzept noch einmal opti­mieren. Die An­passungen stärken unter anderem die Fokus­sierung auf die Athle­tin­nen* Athle­ten, machen die Spiele noch kompakter und unter­streichen den Anspruch der Bewer­bung, die nach­haltigsten Olym­pischen und Para­lympischen Spiele auszu­richten. Konkret beziehen sich die Anpas­sungen vor allem auf das Sport­stätten­konzept, den Aspekt der Nach­haltigkeit, den Para-Sport sowie die Teilhabe der Jugend und die weitere gesamt­gesell­schaft­liche Unter­stützung der Bewerbung.

Sportstätten­konzept konkre­tisiert
Das Sportstätten­konzept für KölnRheinRuhr wurde nach Gesprächen mit den Sport­fach­ver­bänden an drei zentralen Punkten weiter optimiert: Für die Sportarten Wasserball und Boxen sind künftig Aus­tragungs­orte vorgesehen, die den erweiterten An­forderun­gen der Athletin­nen* Athle­ten noch gezielter gerecht werden und noch attrak­tivere Kulissen für die Zu­schauer*in­nen bieten. Die Wett­bewerbe im Wasser­ball sollen am interna­tional erprobten Wasserball-Standort Duisburg im Landschafts­park Duisburg-Nord statt in Wuppertal stattfinden. Die Final­wett­kämpfe im Boxen sind nun im Vonovia Ruhr­stadion vor noch größerer Kulisse mit rund 20.000 Zu­schauerin­nen*Zu­schauern statt in der Messe Essen geplant.

Auch die Sportart Mountainbike wurde verlegt und wird künftig in Essen geplant. Hintergrund der Anpassung ist das Ergebnis des Rats­bürger­ent­scheids in Herten. Für die Sportart Mountainbike waren ur­sprünglich die Kommunen Herten und Reckling­hausen vorgesehen. Zwar stimmten die Menschen in Herten mit knapp 74 Prozent für die Beteiligung an KölnRheinRuhr. Jedoch wurde die benötigte Stimmen­anzahl und damit das Gesamt-Quorum nicht erreicht. Damit entfällt der Standort für die weiteren Planungen und das Konzept. In enger Abstim­mung mit dem Sport­fach­verband und den beteiligten Kommunen wird die Sportart Mountain­bike nun nach Essen auf den Brammen­trail auf der Schuren­bachhalde verlegt. Die Ent­scheidung für die Verlegung der Sportart Mountain­bike nach Essen macht das Konzept noch kompakter und sorgt für noch kürzere Wege für die Athletin­nen und Athle­ten der Sportart. Weiterhin ergibt sich daraus, dass neben der Leading City Köln jetzt 14 Kommunen an der Bewerbung KölnRheinRuhr beteiligt sind: Aachen, Bochum, Dortmund, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsen­kirchen, Krefeld, Leverkusen, Mönchen­gladbach, Monheim am Rhein, Oberhausen, Pulheim, Wuppertal. Dazu kommen die Segel­wett­bewerbe in Kiel oder Warne­münde und Kanu-Slalom in Mark­kleeberg.

Olympisches und Paralympisches Dorf
Die Planungen für das Olympische und Para­lympische Dorf sowie das Leicht­athletik­stadion in Köln wurden gemein­sam mit der Leading City Köln noch einmal konkretisiert und weiter voran­getrieben. Das Olympische und Paralym­pische Dorf sowie das Leicht­athletik­stadion werden nach den Spielen weiter­genutzt und zu einem neuen Stadtquartier mit zusätzlichem Wohnraum entwickelt. Dank modularer Bauweise gelingt der Umbau des Stadions schnell, ressourcen­schonend und umwelt­freundlich.

Nachhaltigkeit und Nachnutzung des Leicht­athletik­stadions
Der Innenraum des Stadions wird in einen öffentlichen Park umgewandelt, der als grüne Oase und sozialer Treffpunkt dient und sich zugleich als Teil eines grünen Bandes durch das gesamte Quartier zieht. Dieses grüne Rückgrat sorgt für hohe Aufenthalts­qualität, naturnahe Erholung und ein gesundes Mikroklima im urbanen Raum. Gleichzeitig entstehen auf den ehemaligen Tribünen Wohnungen, Geschäfte sowie soziale Einrichtungen wie Schulen und Kitas. Der Olympische und Paralympische Ursprung bleibt damit in der Struktur des künftigen Stadtteils weiterhin erlebbar.

Ein Dorf – von Anfang bis Ende
Das Olympische und Paralympische Dorf bietet Platz für 10.500 Athletinnen* Athleten sowie deren Betreuer*innen. Bei den Planungen wurde ein wesentlicher Wunsch von Athletinnen* Athleten besonders berücksichtigt: Das Konzept für Köln ermöglicht, anders als Paris 2024 oder Mailand und Cortina 2026, allen Sportlerinnen* Sportlern einen Platz im Olympischen und Paralympischen Dorf – ohne Bettenwechsel auch über ihr Wettkampfende hinaus. Dank vorausschauender Kapazitätenplanung können so bestmögliche Vorbereitungen erfolgen, ohne verfrüht abreisen zu müssen.

Nachhaltigkeit weiter gestärkt
KölnRheinRuhr legt ein Konzept vor, das zu 100 Prozent auf bestehende oder temporär ertüchtigte Sportstätten setzt. KölnRheinRuhr hat damit den nachhaltigsten Plan. Nun bestätigt ein Umweltscreening der Deutschen Sporthochschule Köln die Planungen: Die erforderlichen Schutzkriterien für Naturschutzgebiete, Landschaftsschutzgebiete oder Wasserschutzgebiete können entweder erfüllt werden, sind bereits in vollem Umfang erfüllt oder eine Betroffenheit der Gebiete ist nicht zu erwarten. Das gilt auch für das Olympische und Paralympische Dorf sowie das Leichtathletikstadion und die dafür vorgesehene Fläche im Kölner Norden.

Sichtbarkeit des Para Sports ausgebaut
Einen weiteren Schwerpunkt der Bewerbung bildet der Fokus auf den Para Sport. Das Bekenntnis zur Paralympischen Idee ist untrennbar verbunden mit dem Bekenntnis zur Stärkung des Para Sports und der Inklusion in Nordrhein-Westfalen. Dieses konsequente Zusammendenken von Olympischer und Paralympischer Idee zeigt sich auch in den noch einmal nachgeschärften Planungen zu den Rekordkulissen, die für Para Sport die gleichen Sportstätten wie für die olympischen Wettkämpfe vorsehen. Die Disziplin Para Dressur soll nun wie die olympische Disziplin Dressurreiten im großen Reitstadion in Aachen stattfinden, wodurch sich die Zuschauerzahl auf 40.000 Zuschauerinnen und Zuschauer nahezu vervierfacht. Für den Para Sport ist das eine zusätzliche einzigartige Rekordkulisse in KölnRheinRuhr, die ebenso bedeutet, dass noch mehr Menschen die Möglichkeit bekommen, Olympische und Paralympische Spiele vor Ort zu erleben.

Jugendbeteiligung fokussieren
Olympische und Paralympische Spiele stehen für internationale Begegnung. Die Spiele sollen junge Menschen international vernetzen und für Verantwortung im Sport begeistern. Die Bewerbung KölnRheinRuhr sieht dafür nun unter dem Titel „Next-Gen-Lab“ ein intensives Beteiligungsformat für Jugendliche vor, die ihre Perspektive bereits in die Planungen einbringen können. Dazu werden alle zwei Jahre in einer internationalen Konferenz junge Menschen aus verschiedenen Nationen zusammengebracht. Diese Young Leaders können Sportstudierende, engagierte junge Volunteers, Nachwuchsführungskräfte von Sportorganisationen, erfolgreiche Nachwuchsleistungssportler*innen sowie junge Trainer*innen sein. Dabei bringt KölnRheinRuhr die Erfahrung aus dem Young Leader Programm der Sportjugend NRW ein. Ziel ist die Ausrichtung eines internationalen Jugendcamps während der Spiele, in dem mindestens 5.000 junge Menschen aus allen Kontinenten zusammenkommen. Gemeinsam mit den Hochschulen in KölnRheinRuhr soll weiterhin sowohl vier und zwei Jahre vor den Spielen als auch im zeitlichen Umfeld der Spiele eine Olympic Studies Conference für den wissenschaftlichen Nachwuchs ausgerichtet und somit die Olympische und Paralympische Idee im Dialog mit der Wissenschaft gestärkt werden.

Weiterer Entscheidungsweg
Die Konzepte der drei Bewerberregionen werden in den kommenden Wochen durch den DOSB evaluiert. Dabei werden auch die olympischen Spitzenverbände sowie die Bundesregierung einbezogen. Die abschließende Entscheidung, welche Region für die internationale Bewerbung ausgewählt wird, fällt dann auf der außerordentlichen DOSB-Mitgliederversammlung am 26. September 2026 in Baden-Baden.

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Die Sportart Mountainbike wird nun nach Essen auf den Brammentrail auf der Schurenbachhalde verlegt.
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