Gleich zwei gute Nachrichten gab es am heutigen Freitag, 26. Juni, für den Essener Norden: Die Arbeiten für den neuen Kanaluferpark in Altenessen treten in eine neue Phase ein. Außerdem wurde Grün und Gruga für das Projekt im Rahmen der Internationalen Gartenausstellung Ruhrgebiet 2027 (IGA 2027) der zweite Stern des Qualifizierungsverfahrens der Ebene "Unsere Gärten" verliehen.
Damit ist der Kanaluferpark nicht nur ein sichtbares Zeichen für die grüne Aufwertung des Stadtteils Altenessen, sondern auch ein anerkannter Beitrag zur regionalen Entwicklung im Rahmen der IGA 2027.
"Mit dem Baubeginn des Kanaluferparks setzen wir ein starkes Signal für Altenessen und den gesamten Essener Norden. Wir schaffen hier einen Ort, der Natur, Geschichte und Aufenthaltsqualität miteinander verbindet und den Menschen in der Nachbarschaft unmittelbar zugutekommt. Die IGA 2027 ist ein echtes Zukunftsversprechen für unsere Stadt und die ganze Region. Deshalb freue ich mich sehr, dass dieses Vorhaben Teil davon ist", so Simone Raskob, Umwelt-, Verkehrs- und Sportdezernentin der Stadt Essen.
Die Fläche, auf der der Kanaluferpark entsteht, war früher eine Zechenbahntrasse als Anbindung der Zechen Emil-Emscher und Fritz-Heinrich. Die besondere Topografie aus Bergbauzeiten, die Nähe zum Rhein-Herne-Kanal und die gewachsene Industrienatur machen den Ort zu einem echten Pionierraum. Der neue Park soll ein dauerhafter grüner Freiraum werden. Er schafft neue Wege, Aufenthaltsorte und Naturflächen. Im Fokus stehen die Aufwertung bestehender Freiräume, die Stärkung des Biotopverbunds sowie die Schaffung neuer Aufenthaltsqualitäten mit Bezug zur regionalen Industriegeschichte.
Zweiter IGA-Stern: Qualität im Auswahlverfahren bestätigt
Den zweiten von drei möglichen Sternen für das Projekt Kanaluferpark überreichte am Freitag Nina Frense, Geschäftsführerin der IGA 2027 Ruhrgebiet gGmbH: "Der Kanaluferpark an der Schurenbachhalde zeigt beispielhaft, wie die Ziele der IGA 2027 Ruhrgebiet in die Praxis umgesetzt werden können. Wir schaffen attraktive Räume für nachhaltige Mobilität, Erholung und Naturerleben und stärken gleichzeitig den Schutz wertvoller Arten und Lebensräume. Die Umgestaltung der ehemaligen Bahntrasse verbindet industrielle Geschichte mit zukunftsorientierter Stadtentwicklung und macht die einzigartige Landschaft des Emscherraums für die Menschen noch besser erlebbar. Mit seiner hohen städtebaulichen, ökologischen und freiraumplanerischen Qualität erfüllt der Kanaluferpark in besonderer Weise die Anforderungen der regionalen Ebene der IGA 2027 Ruhrgebiet. Die Berücksichtigung im Rahmen der zweiten Sternvergabe ist daher ein wichtiges Signal für die Bedeutung des Projekts und seinen Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung der Region."
Den zweiten Stern verleiht der Beirat "Unsere Gärten" der IGA 2027, wenn ein Projekt einen Förderantrag gestellt und vom Fördergeber positive Hinweise zur Förderfähigkeit erhalten hat. Für den Kanaluferpark Schurenbachhalde wurde fristgerecht ein Förderantrag bei der Bezirksregierung Düsseldorf eingereicht. Ein Antrag auf vorzeitigen Maßnahmenbeginn wurde bewilligt, sodass die Bauarbeiten planmäßig starten konnten. Ausgangspunkt des Verfahrens waren rund 80 investive Projekte aus dem Ruhrgebiet, die sich einem anspruchsvollen Auswahlprozess stellten. Bereits der erste Stern, für den sich knapp die Hälfte der Projekte qualifizieren konnte, bestätigte die grundsätzliche Eignung des Vorhabens im Sinne der IGA 2027.
Die nächsten Schritte
Der Bauablauf gliedert sich in zwei Phasen: Im Jahr 2026 stehen Erd- und Oberbauarbeiten für Geh- und Radwege sowie Aufenthaltsflächen im Vordergrund, ergänzt durch die Herstellung befestigter Flächen und Asphaltarbeiten sowie Maßnahmen zur Förderung des Biotopverbunds. Ab Herbst 2026 beginnen die Pflanzarbeiten. Im Jahr 2027 folgen die Montage der Ausstattungselemente – darunter Sitzmöbel, Fahrradständer und Informationstafeln. Und auch ein ganz besonderes Element wird rechtzeitig zum Start der IGA-Eröffnung am 23. April 2027 fertig gestellt: der Kreuzkrötenpfad.
Kreuzkrötenpfad ist Highlight des neuen Parks
Die Kreuzkröte gehört in Nordrhein-Westfalen (NRW) zu den stark gefährdeten Amphibienarten. Sie ist nach europäischem und nationalem Naturschutzrecht streng geschützt. Die Art bevorzugt offene, karge Flächen. Dazu gehören Schotterbereiche, sandige Böden und ehemalige Industrie- und Bahnflächen. Damit gilt sie als typische Pionierart des Strukturwandels.
In Teilbereichen, in denen sich keine Wege befinden, werden Laichgewässer und Versteckplätze für die Kreuzkröte angelegt. In Bereichen der Wegeführung wird ein parallel verlaufender Schotterstreifen für die Wanderung der nachaktiven Kreuzkröte freigehalten.
Die IGA 2027: "Zukunft.Blüht" im Ruhrgebiet
Vom 23. April bis 17. Oktober 2027 findet die Internationale Gartenausstellung erstmals in Nordrhein-Westfalen und erstmals im Ruhrgebiet statt. Als größtes Gartenfestival Europas richtet sie den Blick auf die großen Zukunftsfragen unserer Zeit und zeigt, wie nachhaltige Ideen, innovative Projekte und grüne Räume die Lebensqualität einer ganzen Region stärken können. Unter dem Motto "Zukunft.Blüht." lädt die IGA 2027 dazu ein, diese Zukunft gemeinsam zu gestalten.
Das Ruhrgebiet lebt von seiner Polyzentralität: Viele Städte, viele Zentren – und doch ein starkes gemeinsames Wir. Genau diese besondere Stärke macht sich die IGA 2027 zunutze. In 53 Städten entsteht eine dezentrale Gartenausstellung, die das Ruhrgebiet als zusammenhängende Metropolregion erlebbar macht. Gemeinschaftssinn, Solidarität und der Wille zum Wandel verbinden die Städte miteinander – ein Ansatz, der bereits bei der Kulturhauptstadt RUHR.2010 erfolgreich war und die IGA 2027 einzigartig macht.
Mit dem Titel "Grüne Hauptstadt Europas – Essen 2017" hat sich die Stadt Essen bereits vor knapp einem Jahrzehnt erfolgreich auf den Weg gemacht, um die Themen Klima-, Umwelt- und Ressourcenschutz mit großem Engagement weiterzuentwickeln und voranzubringen. Auf den drei Ebenen MEIN GARTEN, UNSERE GÄRTEN und ZUKUNFTSGÄRTEN wachsen im Rahmen der IGA 2027 nun die Potenziale der Menschen und die grünen Qualitäten der ganzen Region zusammen. So entsteht ein gemeinsamer Weg in eine grünere Zukunft – mit dauerhaften Parks, neuen Freiräumen und dem Ziel, das Ruhrgebiet Schritt für Schritt zur grünsten Industrieregion der Welt zu entwickeln.
Weitere Informationen zur IGA 2027 finden Interessierte unter www.iga2027.ruhr .
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