"Zukunft.Essen.Innenstadt" – Ergänzendes Leitprojekt zur Arbeit mit Drogenabhängigen

Empfehlung im Ausschuss für Stadtentwicklung, -planung und Bauen

02.07.2026

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • Die Aufenthaltsfläche an der Hoffnungstraße im Westviertel für dogenabhängige Menschen soll erweitert werden.
  • Ziel: Bessere Betreuung, Entlastung der Innenstadt und Verbesserung des Sicherheits- und Sauberkeitsempfindens.
  • Der Rat entscheidet im Juli über die Maßnahme.

Zur Erweiterung der Arbeit mit Drogenabhängigen hat die Stadtverwaltung Essen ein Leitprojekt erarbeitet, das ab 2027 starten soll. Der Ausschuss für Stadtentwicklung, -planung und Bauen hat heute (02.07.) empfohlen, die Maßnahme "Betreute Aufenthaltsfläche Hoffnungstraße" in das Integrierte Entwicklungskonzept (IEK) "Zukunft.Essen.Innenstadt" aufzunehmen. Der Rat wird in seiner Juli-Sitzung darüber entscheiden.

Warum besteht Handlungsbedarf?

Wie viele andere Großstädte steht auch Essen vor der Herausforderung eines sichtbaren Drogenkonsums im öffentlichen Raum. Viele Betroffene leiden zusätzlich an psychischen Erkrankungen, ohne angemessen behandelt zu werden. Dadurch steigt das Risiko für Notfälle, Orientierungslosigkeit und Konflikte. Häufig ziehen sich Konsumierende in Parkhäuser, Treppenhäuser oder schlecht beleuchtete Durchgänge zurück. Dies führt zu Nutzungskonflikten und beeinträchtigt das Sicherheits- und Sauberkeitsempfinden. Ziel der Stadt ist es, bestehende Ressourcen gezielt zu bündeln und die Situation durch klare Strukturen zu verbessern.

Worum geht es bei der Maßnahme an der Hoffnungstraße?

Das Suchthilfezentrum an der Hoffnungstraße 24 im Westviertel, betrieben von der Suchthilfe direkt Essen gGmbH (SDE), verfügt über eine kleine Außenfläche, die Klientinnen*Klienten zum Aufenthalt nutzen. Aufgrund der begrenzten Größe stößt diese Fläche jedoch seit Jahren an ihre Kapazitätsgrenzen.

Deshalb soll ein Teil des angrenzenden Parkplatzes in eine betreute Aufenthaltsfläche umgewandelt werden. Dadurch könnten deutlich mehr Menschen den Außenbereich des Suchthilfezentrums nutzen und gleichzeitig direkten Zugang zu den medizinischen, pädagogischen und sanitären Angeboten vor Ort erhalten.

Was ist konkret geplant?

Für die neue Aufenthaltsfläche sind verschiedene Maßnahmen vorgesehen. Während der Öffnungszeiten soll ein Sicherheitsdienst für geordnete Abläufe sorgen. Darüber hinaus sind vandalismussichere Sitzgelegenheiten, ein Sonnensegel sowie zusätzliche Abfallbehälter geplant. Die Fläche soll städtebaulich ansprechend gestaltet und durch geeignete Bepflanzungen vor Einblicken geschützt werden. Zudem müssen die Beleuchtung angepasst sowie zusätzliche Reinigungs- und Entsorgungsleistungen organisiert werden.

Welche Vorteile bringt das Projekt?

Mit der betreuten Aufenthaltsfläche entsteht ein geordnetes und sicheres Umfeld für schwerst suchtmittelabhängige Menschen. Aufenthalts- und Konsumsituationen werden stärker an einen Ort gebunden, an dem Hilfsangebote unmittelbar verfügbar sind. Dadurch kann die Innenstadt entlastet werden. Die Umsetzung erfolgt in enger Abstimmung mit Ordnungsamt, Polizei, Gesundheitsamt und dem Träger der Einrichtung. Nutzungskonflikte im öffentlichen Raum werden reduziert, während sich das Sicherheits- und Sauberkeitsempfinden von Bürgerinnen und Bürgern sowie Besucherinnen und Besuchern verbessert. Gleichzeitig erleichtert die Maßnahme den Zugang zu Hilfs- und Unterstützungsangeboten für die Betroffenen.

Wie wird die Maßnahme finanziert?

Insgesamt belaufen sich die Investitionskosten auf 80.000 Euro. Davon sollen 56.000 Euro durch Fördermittel gedeckt werden, während die Stadt einen Eigenanteil von 24.000 Euro übernimmt. Die erforderlichen Haushaltsmittel sollen ab 2027 im Rahmen der jeweiligen Haushaltsaufstellungen und unter Berücksichtigung der mittelfristigen Finanzplanung bereitgestellt werden.

Zum Hintergrund

Der Rat der Stadt Essen hat im Juli 2025 das Integrierte Entwicklungskonzept (IEK) "Zukunft.Essen.Innenstadt" beschlossen. Außerdem beauftragte der Rat die Stadtverwaltung, ein Leitprojekt zur Verbesserung der öffentlichen Sicherheit sowie ein weiteres Leitprojekt zur Erweiterung der Arbeit mit Drogenabhängigen zu erarbeiten. Beide Projekte werden in das IEK aufgenommen und den politischen Gremien zur Beschlussfassung vorgelegt. Die Bezirksvertretung I ist ebenfalls beteiligt.

Weitere Informationen finden Interessierte im Vorgang 1001/2026/7 . Informationen zum Thema Innenstadtentwicklung gibt es auf www.essen.de/innenstadtentwicklung.

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