Fachveranstaltung in Essen setzt Zeichen gegen antimuslimischen Rassismus

02.07.2026

Rund 80 Fachkräfte und Interessierte aus Bildung, Verwaltung, Gesundheitswesen, Sozialer Arbeit und Zivilgesellschaft kamen am Mittwoch, 1. Juli, in der Volkshochschule (VHS) Essen zur Fachveranstaltung "Antimuslimischer Rassismus als demokratische Herausforderung" zusammen. Eingeladen hatten das Kommunale Integrationszentrum Essen und die VHS.

Im Mittelpunkt des Fachtags standen aktuelle Erkenntnisse des Nationalen Diskriminierungs- und Rassismusmonitors (NaDiRa) zu Erscheinungsformen und Auswirkungen Antimuslimischen Rassismus in Deutschland. Fachvorträge sowie der Austausch mit Expertinnen*Experten aus Wissenschaft und Praxis verdeutlichten, dass antimuslimischer Rassismus Menschen in vielen Lebensbereichen begegnet – etwa in Bildungseinrichtungen, auf dem Arbeitsmarkt, im Gesundheitswesen, im Kontakt mit Behörden oder im öffentlichen Raum. Deutlich wurde zudem, dass Diskriminierung nicht nur auf individuellen Vorurteilen beruht, sondern auch in gesellschaftlichen Strukturen und Institutionen wirksam sein kann.

In seinem Grußwort hob Stadtdirektor Peter Renzel die besondere Verantwortung der Kommunen hervor, gesellschaftliche Teilhabe zu fördern und Diskriminierung entschieden entgegenzutreten. "antimuslimischer Rassismus ist keine Randerscheinung, sondern eine demokratische Herausforderung, der wir uns als Stadtgesellschaft gemeinsam stellen müssen. Vielfalt ist eine Stärke unserer Stadt – sie gelingt aber nur dort, wo Menschen unabhängig von ihrer Herkunft oder Religion die gleichen Chancen auf Teilhabe und Anerkennung erhalten. Veranstaltungen wie dieser Fachtag schaffen den notwendigen Raum, um Wissen zu vertiefen, Erfahrungen auszutauschen und gemeinsam Lösungen für die Praxis zu entwickeln."

Im weiteren Verlauf der Veranstaltung zeigte sich, welche zentrale Rolle Bildungsgerechtigkeit und Prävention bei der Bekämpfung von antimuslimischem Rassismus spielen. Dabei verwies Renzel auf erfolgreiche Projektansätze an Schulen, die zeigen, wie Präventionsarbeit gegen jegliche Form von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit gelingen kann. Solche Angebote schaffen Räume, in denen Schüler*innen eigene Einstellungen reflektieren, Wissen über Rassismus erwerben und Perspektivwechsel einnehmen können.

Gleichzeitig wurde deutlich, dass die Verantwortung für den Abbau von antimuslimischem Rassismus nicht allein im Bildungsbereich liegt. Auch Institutionen des Gesundheitswesens sowie Akteurinnen*Akteure auf dem Arbeitsmarkt sind gefordert, Diskriminierung entgegenzuwirken, Chancengleichheit zu gewährleisten und eine diskriminierungssensible Praxis zu fördern.

Die Teilnehmenden nutzten den Fachtag intensiv zum fachlichen Austausch und zur Vernetzung. Dabei zeigte sich, dass der Abbau von Diskriminierung eine gemeinsame Aufgabe von Politik, Verwaltung, Bildungseinrichtungen, Gesundheitswesen und Zivilgesellschaft ist.

Mit der Fachveranstaltung setzte die Stadt Essen gemeinsam mit ihren Kooperationspartnerinnen*Kooperationspartnern ein deutliches Zeichen für Vielfalt, Respekt und eine demokratische Stadtgesellschaft, in der Ausgrenzung und Rassismus keinen Platz haben.

Zum Hintergrund

Die Veranstaltung fand bewusst am bundesweiten Aktionstag gegen antimuslimischen Rassismus statt. Der 1. Juli erinnert an die Ermordung von Marwa El-Sherbini im Jahr 2009 und steht bundesweit für das gemeinsame Engagement gegen Menschenfeindlichkeit, Ausgrenzung und Diskriminierung.

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Stadtdirektor Peter Renzel bei der Fachveranstaltung "Antimuslimischer Rassismus als demokratische Herausforderung" in der Volkshochschule Essen.
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